Safari in einem Private Game Reserve

Wir wollten am ersten Tag möglichst früh am Nachmittag ankommen, um in der KwaMbili-Lodge im Thornybush Game Reserve noch in den Genuss des Lunchs und des abendlichen Game Drives, also Pirschfahrt, zu kommen. Direkt bei der Ankunft erwartet den Gast der KwaMbili-Lodge, in die wir uns für 3 Nächte eingebucht hatten, ein kleines Empfangskomitee der Angestellten.

KwaMbili Lodge im Thornybush Game Reserve

KwaMbili Lodge im Thornybush Game Reserve

Ankunft im dornigen Busch

Wie bei unserem letzten Besuch wurde uns zur Erfrischung ein feuchtes Handtuch gereicht, um den Staub der Anreise abzuwaschen – gut, verstaubt waren wir nicht, aber wir nahmen die Aufmerksamkeit gerne an. Danach gab es beim Einchecken und Ausfüllen des notwendigen Papierkrams eine kleine Einweisung über den Tagesablauf und das Verhalten in einer Lodge mitten im Busch – ohne Zäune. Als Service wurde unser Gepäck direkt auf unser schnuckeliges Chalet gebracht. Liebevoll war unsere Hütte mit kleiner Terrasse hergerichtet und mit allem ausgestattet, was wir in den nächsten Tagen benötigten: Es gibt eine Klimaanlage, einen Wasserkocher für Tee und Kaffee, einen Safe und ein mit einem Moskitonetz bewehrtes Bett. Für die Klamotten bieten Kommode und Schrank ausreichend Stauraum und das Badezimmer ist zwar nicht groß, aber sauber. Auch auf den Komfort von warmem, fließenden Wasser muss hier keiner verzichten.

Die Lodge hat einen Pool und einen großen, überdachten Loungebereich, in dem sowohl das Frühstück, als auch der leichte Lunch serviert werden. Im hinteren Bereich mit Kamin findet sich ein gemütlicher Sitzbereich mit Sofas und vielen Büchern und Gesellschaftsspielen. Am anderen Ende des Loungebereichs kann der Gast den Abend an der Bar bei einem Drink Revue passieren lassen.

Buschleben

Das Leben in der KwaMbili-Lodge folgt seinen eigenen Regeln. Wer im Urlaub normalerweise lange schläft, wird hier das Beste verpassen. Schon um 05:00 Uhr klopft der Ranger an die Terrassentür. Nach einem kurzen Kaffee oder Tee mit einem kleinen morgendlichen Snack geht es mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages bereits um 05:30 Uhr zum Morning Drive. Da es morgens noch ziemlich kalt ist, empfiehlt sich das bewährte Zwiebelprinzip bei der Bekleidungswahl. Je nachdem eine Windjacke bzw. Fleece über einem langärmeligen T-Shirt bringen den Safaristi angenehm über die Zeit. Auch eine Kopfbedeckung schadet nicht, denn die afrikanische Sonne sollte man nicht unterschätzen. Nach ca. 2 Stunden Fahrt über die Pisten des Thornybush Game Reserves gibt es kleine Pause. Alle dürfen vom Land Rover steigen, sich die Beine vertreten, das Buschklo aufsuchen, und bei Rusks und Tee und Kaffee den Geschichten des Rangers lauschen. Allzu weit entfernen sollte man sich vom Fahrzeug allerdings nicht, möchte man nicht als Leopardenmahlzeit enden. Nach dem Snack gibt es noch eine letzte Runde durch das Reservat und dann geht’s zurück ins Camp, in dem der Gast bereits mit einem leckeren Frühstück empfangen wird.

Im Anschluß gibt es Zeit zur freien Verfügung: Lesen, Fotos sichten, im Pool planschen, im Birdhide dösen und beobachten, wie die Tiere nacheinander zum Trinken an die Wasserstelle kommen. Die Möglichkeiten sind zwar begrenzt, aber wir haben die Zeit an den beiden vollen Tagen viel zu schnell herum bekommen. Während man den Geräuschen der vielen Vögel im Busch lauscht, kann man herrlich die Zeit vergessen und die ruhigen Stunden werden nur durch die Buschtrommeln, die den leichten Lunch ankündigen, unterbrochen. Zwischendurch kann es auch sein, dass sich weitere Gäste in der Lodge einfinden. Durch die fehlenden Zäune hatten wir unter anderem Besuch von Giraffen und Nyalas.

Giraffen am Wasserloch

Giraffen am Wasserloch

Sobald sich die Sonnen senkt, heißt es gegen 16:00 Uhr erneut Aufsitzen für den Evening Drive, also die bereits erwähnte abendliche Pirschfahrt. Vorab durften wir die Getränke wählen, die uns später zum Sonnenuntergang für einen gepflegten Sundowner im Busch serviert wurden. Sobald der Land Rover nach der zweiten Pirschfahrt wieder ins Camp einrollt, ist auch das Abendessen im Boma nicht mehr weit. Im Boma, eine Art traditionelle, runde Befestigung, bekamen wir neben einem Braii (südafrikanisches Barbecue) an einem weiteren Abend ein 3-Gänge-Menü serviert. Alles liebevoll zubereitet und sehr köstlich, und auch auf Christines Nahrungsunverträglichkeiten wurde bis ins Detail geachtet. Als Highlight wurde uns ein romantisches Dinner im Bird Hide kredenzt. Im Scheinwerferlicht am Wasserloch gesellten sich zu unserer Freude Stachelschweine und eine Zibetkatzen-Familie. Das gegenseitige Frage-und-Antwort-Spiel zweier Löwen, das von zwei Seiten immer näher zu hören war, sorgte für einen spannenden Kick. Wenn die Ranger zu dritt aufkreuzen, um die Gäste sicher zu den Chalets zurückzuführen, ist noch mal ganz deutlich zu spüren, dass es sich wirklich nicht um einen Zoo handelt, sondern man mitten drin im Buschgeschehen ist.

Neben den Pirschfahrten durften wir auch eine Buschwanderung erleben. Mit dem Land Rover ging es an einem Morgen zuerst einige Kilometer in das Reservat, wo wir von einem weiteren Ranger erwartet wurden. Gemeinsam wanderten wir zurück in die Lodge. Der Weg durch den Busch war von vielen spannenden Geschichten und Entdeckungen geprägt. Es waren nicht die großen Tiere, die wir zu Gesicht bekamen, sondern deren Hinterlassenschaften wie Fußspuren und Exkremente. Der Ranger verfügt über so viel Wissen und skurrile Geschichten, dass es viel Neues zu lernen und zu erfahren gab.

Auch die Big-Five konnten wir auf dieser Reise abhaken. An das Löwenduo Blackdam und Marvin, sowie auch den Damen ihres Rudels, kamen wir sehr nah – fast schon gänsehautnah. Sogar ein Leopard wurde von den Rangern im dornigen Busch des Thornybush erspäht und auch hier hatten wir eine tolle Sicht auf das prächtige Tier. Dazu kamen wir mitten in eine Elefantenherde und durften die imposanten Dickhäuter dabei beobachten, wie sie in bester Dschungelbuchmanier eine regelrechte Schneise durch das Unterholz schlugen. Auch eine Nashorndame mit Nachwuchs ließ sich blicken und selbstverständlich durften auch die Büffel nicht fehlen. Leider mussten wir aber erfahren, dass die Löwen, die wir auf dieser Reise so zahlreich gesehen haben, die im Reservat lebenden Geparden vertrieben haben. Natürlich gab es auch viele weitere Tiere zu sehen, aber das wäre eine laaaaange Liste :).

Es geht weiter

Nach zwei ganzen Tagen voller Erlebnisse und vieler Tiersichtungen, sattelten wir nach Morning Drive und Frühstück erneut die Pferde – also den Almera. Aber unsere Safari war noch nicht vorüber: wir verließen das Reservat in Richtung Norden zum Phalaborwa-Gate, um erneut für vier weitere Nächte in die Tierwelt des Krüger Parks einzutauchen.


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