Selbstfahrer-Safari im Krüger Nationalpark

Nach unserem Aufenthalt in der KwaMbili-Lodge nahmen wir die Strecke über das Phaloborwa Gate, um erneut vier Nächte im Krüger Nationalpark zu verbringen. Kurz vor dem Gate machten wir im Eurospar des Städtchens Phalaborwa einen Stopp zum Auffüllen unserer Vorräte: reichlich Wasser und Proviant für die Selbstversorgung. Mit vollgepacktem Kofferraum war unser Tagesziel das Satara-Restcamp. Bevor wir allerdings mit dem zweiten Teil unserer Selbstfahrer-Safari starten konnten, mussten wir am Gate noch zwei wichtige Dinge erledigen.

Die Formalien

Da sind zum einen die Formalien: Wer in den Krüger Park einfahren will und dort eine Übernachtung gebucht hat, muss sich nicht um die Tageskontingente der zulässigen Fahrzeuge kümmern. Mit der vorab bestellten und bezahlten Wild-Card, die 1 Jahr gültig ist, ist auch der Zugang inklusive. Mit der Wild-Card wird die Conservation-Fee, also die Erhaltungsgebühr für den Park, abgegolten. Die Kosten liegen für Ausländer zwischen knapp ZAR2000 für eine Person und knapp ZAR4000 für eine Familie (Stand 02/2016). Am Eingang reicht aber erstmal neben einem gültigen Pass die Reservierung für die Unterkünfte. Dabei haben wir alle unsere Unterkünfte direkt über die Seite von SANParks, dem staatlichen Betreiber des Krüger Parks und vieler weiterer Nationalparks in Südafrika, gebucht.
Hinaus aus dem Park kommt man übrigens erst wieder mit einer Ausfahrgenehmigung, die beim Verlassen am Gate vorgezeigt werden muss. Diese erhält man an der Rezeption der letzten Unterkunft nach dem Begleichen aller eventuell offenen Zahlungen, wie eben der Conservation-Fee. Es sind auch Tagesfahrten in den Park möglich, aber mit deren Abwicklung haben wir keine Erfahrung.

Die zweite wichtige Sache ist natürlich der Cache am Phalaborwa-Gate-Schild: GC22NGA | Almost Kruger Park, but not yet. Die Dose war schnell gefunden und das war auch gut so! Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, brannte gnadenlos und wir konnten es kaum abwarten, uns erneut ins Abenteuer zu stürzen.

018-Freie Fahrt - Open Road

Open Road

Game Driving im Krüger Park: Selbstfahrer-Safari

Da die Straßen im Krüger nicht verlassen werden dürfen, gibt es für Wildtierbeobachtungen eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Man rollt einfach die Straße entlang und hält die Augen offen oder fährt einen vielversprechenden Platz an und wartet. Beides hat seine Vor- und Nachteile, aber die Fahrten vom Gate zum Camp sind für uns praktisch bereits der erste Game Drive. Da das Aussteigen im Krüger nur innerhalb der Camps und an wenigen Plätzen erlaubt ist, sollte man als Besucher des Parks unterwegs folgendes beachten:

  • Das Auto ist ausreichend vollgetankt: Getankt werden kann in allen Camps und man sollte nicht riskieren, unterwegs mit leerem Tank liegen zu bleiben. Auch ein fast leerer Tank lässt einen sicher nicht die Fahrt, die Landschaft und besonders die Tiere genießen, während man versucht, möglichst spritsparend zur nächsten Zapfsäule zu kommen.
  • Getränke und Essen sind in Reichweite: Da eben das Fahrzeug nicht verlassen werden darf, ist es durchaus sinnvoll, alles in Reichweite für einen Schluck oder Snack zu haben. Die Strecken können ganz schön lang werden und eine spannende Tiersichtung soll ja nicht am Hunger oder Durst scheitern. Tipp: nachts im Eisfach 0,5 l Flaschen Wasser einfrieren, so bleibt tagsüber in der Kühltasche alles kalt und es ist zusätzlich eine Notreserve an Wasser im Auto dabei.
  • Die Kamera ist bereit: Der Akku ist geladen, die Speicherkarte hat noch genug Platz und die Kamera liegt griff- und wenn möglich betriebsbereit in Reichweite. Die Natur ist launisch und hinter der nächsten Biegung pirscht womöglich ein Leopard durchs Gras, bevor er auf Nimmerwiedersehen im Busch verschwindet.
  • Immer die Zeit im Blick haben: Die Gates der Camps schließen je nach Jahreszeit zwischen 17:30 und 18:30 Uhr (vorher informieren!). Gerade zum späten Nachmittag, wenn sich die Tiere nach der heißen Mittagshitze wieder blicken lassen, sollte man bei spannenden Sichtungen die Zeit im Blick behalten. Durch die Geschwindigkeitsbeschränkung kann eine Fahrt zum Camp manchmal länger dauern, als einem lieb ist. Übertretungen, sowohl der Schließzeiten als auch der Geschwindigkeit, sind mit Geldstrafen belegt.
  • Das stille Örtchen aufsuchen: In den Camps, an den Gates und an den Picknickplätzen gibt es Toilettenanlagen, die sogar recht sauber sind. Da man das Fahrzeug im Park nicht verlassen darf, sollten die Toilettenpausen entsprechend eingeplant werden.

Die Höchstgeschwindigkeit auf den Teerstraßen beträgt 50 km/h, auf den Schotterpisten 40 km/h. Dieses Tempo taugt aber eher um von A nach B zu kommen und nicht so sehr für Tiersichtungen. Wir rollten mit 25-35 km/h dahin und haben recht viel gesehen. Dabei macht es wenig Unterschied, ob man die Teer- oder Schotterstraßen nimmt – auch ohne 4×4 kommt man auf den ungeteerten Pisten bestens voran.
Fährt man auf einen Haufen parkender Fahrzeuge am Straßenrand auf, kann man häufig davon ausgehen, dass Großkatzen in der Nähe sind. Leoparden und Löwen verursachen die größten Staus. Schläft die Katze, tut sie das in der Regel auch für die nächste Zeit und es lohnt sich möglicherweise mehr weiterzufahren, als zu hoffen einen Platz mit guter Sicht in der Blechlawine zu finden.

Schlafender Leopard

Schlafender Leopard

Übernachtung im Satara

Vom Phalaborwa-Gate zum Satara Restcamp sind es ca. drei Stunden Fahrzeit. Die ungefähren Fahrzeiten können auf der SANParks Website eingesehen werden. Hinzu kommen noch Pausen und Stopps für Tiersichtungen. Wir erreichten am Nachmittag das Satara Restcamp. Satara liegt mitten in einer offenen Savanne und ist als ideales Gebiet für Löwensichtungen bekannt.
Wir bekamen an der Rezeption eine Hütte im A-Circle und wie auch schon in Pretoriuskop und im Skukuza waren wir weder von der Einrichtung noch von der Sauberkeit überzeugt. Die Küche befindet sich außen auf der Terrasse, zusammen mit einem Tisch, Stühlen und der obligatorischen Braii-Station. In den Schränken findet sich alles, was man für die Selbstversorgung benötigt: Zwei Herdplatten, Töpfe, Pfannen, Geschirr, Gläser und Besteck. Dazu ein Kühlschrank mit Eisfach in einem vergitterten Käfig, der mit einem kleinen (mitzubringenden) Schloss versehen Affen vom Plündern abhält. Im Camp können nicht nur Hütten für zwei oder drei Personen gebucht werden, sondern es stehen auch größere Gästehäuser mit Gemeinschaftsküche und Waschanlagen zur Verfügung. Dazu ein Campingplatz, der während unseres Aufenthalt gut besucht war. Sogar Waschmaschinen und Trockner, welche gegen 1-Rand-Münzen genutzt werden können, befinden sich dort.
Weitere Lebensmittel, Snacks und viele Souvenire können im kleinen Supermarkt des Camps gegenüber der Rezeption eingekauft werden. Wer es aber nicht so mit der Selbstversorgung hat, wird im „Mugg & Bean“ Restaurant fündig und kann dort Frühstück, Mittag- und Abendessen einnehmen.

In unmittelbarer Nähe südöstlich des Camps startet die für viele Löwensichtung berüchtigte S100. Die  Schotterpiste entlang des Flüsschens N’wanetsi mündet östlich in die S41 und ist innerhalb weniger Minuten vom Camp aus zu erreichen. Gerade früh morgens und abends kurz vor dem Schließen der Tore herrscht hier reger Verkehr in der Hoffnung, die Könige der Savanne zu erblicken. Obwohl wir während unseres Aufhenthalts in Satara bestimmt 4-mal diese Straße passiert haben, hatten wir, wie auch schon bei unserer letzten Reise, nicht einen Löwen gesehen.
Während unseres Aufenthalts war es für die Jahreszeit sowieso viel zu trocken und so haben wir abseits der großen wasserführenden Flüsse Sabie, Sand und Olifants wenig Tiere gesehen. Gerade die Savannenlandschaft zwischen Olifants und Sand, in der Satara liegt, hielt wenig „Game“ für uns bereit. Viele Wasserlöcher waren knochentrocken und weit und breit keine Tiere zu sehen. Trotzdem nahmen wir die östliche Route über die S90 unweit der Grenze zu Mosambik nach Norden bis zum Olifants-Restcamp. Die Überquerung des Flusses Olifants war hier der aufregendste Teil – links und rechts der einspurigen Brücke gab es Wasserböcke und Störche zu sehen und ganz spektakulär: einen jagenden Graufischer-Eisvogel.
Im Olifants-Camp, welches sich auf einer Anhöhe ca. 200m über dem Fluss erhebt (Earthcache?! ;)), genossen wir den grandiosen Ausblick über die Landschaft bei einem Frühstück auf der Terrasse. Ein Frühstück im „Mugg & Bean“ können wir sehr empfehlen, die Auswahl ist üppig und die Qualität sehr gut – so lässt es sich gut nach dem morgendlichen Gamedrive entspannen. Zurück fuhren wir in der Mittagszeit entlang des trockenen Timbavati, wieder vorbei am Satara, über die S100 bis zum Sweni-Hide, wo wir im Abendlicht zusammen mit ein paar Krokodilen und Flusspferden ein wenig Zeit verbrachten.

Lower Sabie

Früh morgens brachen wir nach der zweiten Nacht zum Lower Sabie Camp am Sabie-River auf und kamen hungrig zur Frühstückszeit am Tshokwane-Picknickplatz an. Hier kann man für ein paar Rand einen Gasgrill ausleihen. Es dauerte auch nicht lange, ehe Rührei und brutzelnder Speck ihren verführerischen Duft verbreiteten und damit die aufdringlichen Grünmeerkatzen anlockten. Erfolgreich konnten wir unser Essen verteidigen und es ist schon eine kleine Herausforderung, alles auszupacken und anzurichten, ohne von den feisten Dieben beklaut zu werden. Obendrein warten auch noch Vögel wie Glanzstare oder Tokos auf eine günstige Gelegenheit.

Zur Mittagszeit erreichten wir nach einem weiteren tollen Zwischensstopp auf dem Nkumbu-Lookout und einer Löwensichtung das Camp. Toll gelegen entlang des Flusses, wartet Lower Sabie mit einer Holzterrasse über dem Ufer des Sabie-Rivers auf. Hier gibt es ebenso ein „Mugg & Bean“, das sowohl ein Restaurant als auch eine Schnellbedientheke (auch hier gibts Sojalatte to go) betreibt. Nebenan befindet sich der obligatorische Shop für Lebensmittel und Souvenire.
Wir bekamen an der Rezeption den Schlüssel zu einer tollen Hütte: groß, mit zwei Zimmern, innenliegender Küche und einem zusätzlichen Bett. Das Highlight war zweifellos die Lage – ca. 50 m freie Sicht zum Ufer des Sabie. Ok, dazwischen ein Zaun, aber irgendwas ist ja immer ;). Die Terrasse des Doppelbungalows bot einen schattigen Platz mit Tisch, Stühlen, einer steinernen Sitzbank und nicht zu vergessen, die Braii-Station. Auch unsere Nachbarn, ein älteres Paar aus dem südafrikanischen Weinort Stellenbosch und Stammgäste im Park, waren sehr angenehme Gesprächspartner und gaben uns ein paar tolle Tipps.

Das Lower Sabie Camp ist mit Abstand unser Favorit zum Übernachten im Krüger Park. Das Restaurant ist schön am Sabie gelegen, auch wenn die Aussicht nicht ganz so spektakular wie im Olifants ist, gibt es hier viel zu lauschen und entdecken. Die Hütte war groß und geräumig und wir empfehlen jedem, die großen Bungalows direkt am Fluss zu buchen.
Dazu bietet die Lage des Camps den perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge in den gesamten Süden des Nationalparks. Ein paar hundert Meter außerhalb des Gates ist der künstlich angelegte Sunset-Damm, hier gibt es Flusspferde, Krododile und viele Wasservögel. Und natürlich kommen auch viele andere Arten her um zu trinken. Die Straße H4-1 führt zum Skukuza-Camp und ermöglicht immer wieder Blicke auf die Sandbänke des Sabie. Sogar der Birdhide Lake Panic ist über diese Route schnell erreicht, ebenso der Sand-River über die H1-2. Empfehlenswert ist ein Stopp am Nkuhlu-Picknickplatz direkt am Fluss – wie an den meisten Picknickplätzen können auch hier tragbare Grillstationen ausgeliehen werden. Aber Vorsicht vor den Affen, die sich schnell und unbemerkt über die hohen Bäume nähern.
Sogar Tagesausflüge entlang des Crocodile-River, der Südgrenze des Parks zum Camp Berg-en-Dal, sind möglich. Besonders die Straßen entlang der Flüsse versprechen auch in trockenen Zeiten viele Tiersichtungen, insbesondere Löwen und mit viel Glück sogar Leoparden – wo Wasser ist, ist Leben.

Geocaching im Krüger Park

Ergänzend zur Safari kann man im Park auch Geocachen. Allerdings gibt es keine physischen Dosen, sondern ausschließlich Earthcaches an geographisch interessanten Plätzen – die Dichte ist allerdings nicht ganz mit deutschen Städten vergleichbar ;). Viele Earthcaches befinden sich an Stellen, an denen das Fahrzeug verlassen werden darf, wie zum Beispiel GC1W5EZ | Orpen Balancing Rocks oder GC1W5MQ | Nkumbe am gleichnamigen Lookout. Häufig werden geologische Aufschlüsse im Park thematisiert, wie bei GC1W5N2 | Mathekenyane Granite Kop, einer riesigen Felskuppe, auf die man sich mit dem Auto hinaufquälen und die Aussicht geniessen kann. Auch in einigen Camps befinden sich Earthcaches, wie im Skukuza (GC1785M | Kruger National Park), Olifants (GC1N1VD | Olifants River Overlook) oder Lower Sabie (GC638FM | Lower Sabie River Sandbanks).

Damit verabschieden wir uns von 9 Nächten Safari vom „Greater Kruger National Park“ und freuen uns auf die nächsten Abenteuer, die uns in Swasiland, in St. Lucia und in den Drakensbergen erwarten.


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Ein Kommentar:

  1. Wow! Da sind euch ja echt tolle Aufnahmen geglückt! Das Bild von dem schlafenden Leoparden ist echt schön! Freue mich auf die Fortsetzung eures Berichts!

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