St. Lucia und der iSimangaliso Wetland Park

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St. Lucia liegt an der Mündung des St. Lucia Lake in den Indischen Ozean und mit der Öffnung zum Meer wird ein sogenannter Ästuar (oder englisch estuary) gebildet. Der St. Lucia Estuary bietet ein einmaliges Biotop und ist das Zuhause für große Ansammlungen von Flusspferden, Nilkrokodilen und Wasservögeln. Das Städtchen St. Lucia ist ein beschauliches Feriendorf, das neben Hippos und Krokos auch jede Menge Touristen beherbergt – wobei sich der Großteil des kleinstädtischen Lebens auf der McKenzie Street mit ihren Bars, Restaurants und Shops abspielt. Der iSimangaliso Wetland Park, welcher den Ort umschließt und sich die nördliche Küste in Richtung Mosambik erstreckt, ist aufgrund seiner umfangreichen Biodiversität zurecht UNESCO-Welterbe und verfügt selbstverständlich über einen dazu passenden Earthcache GC1DZDV | World Heritage Site – St Lucia Wetlands. Der Nationalpark erinnerte uns ein klein wenig an die Everglades in Florida.

001-Beware of hippos at night

Welcome to St. Lucia

Wir waren für drei Nächte in der wunderbaren Lodge Afrique untergekommen. Johan, der Inhaber dieser liebevoll gestalteten Lodge, sorgte mit seinen wertvollen Tipps für einen ereignisreichen Aufenthalt. Er organisierte uns mit seiner freundlichen und zuvorkommenden Art Tickets für eine Bootstour auf dem St. Lucia Lake und für eine Nightdrive Turtle Tour. Auch Tipps zum Essen gehen hatte er in petto und einige weitere Do’s and Don’ts, wie z.B. der absoluten Nummer 1 der St-Lucia-Verhaltensregeln: Hippos anfassen verboten! Ja, ganz recht gelesen. Die Hippos halten sich nachts öfter zum Abgrasen der Vorgärten in St. Lucia auf und es ist gut möglich, dass die Kolosse einem über den Weg oder ins Auto laufen. Dabei sollte man sich unbedingt von ihnen fernhalten. Die Tiere sehen zwar freundlich und behäbig aus, können aber angeblich bis zu 45 km/h laufen und sehr aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen.

Für den Geocache GC1WD6B | Badger Trail gab es ein besonderes Adventurelevel zu bewältigen. Nicht nur die Hitze machte uns auf dem ca. 4 km langen sandigen Pfad durch die bewaldeten Dünen zu schaffen, auch die frischen und vermeintlichen Raubkatzenspuren im Sand kurz vor dem Ziel ließen uns die Suche doch etwas mulmig beenden. Hier wurde uns wieder bewusst, dass Cachen in und um südafrikanische Nationalparks eben auch gewisse Gefahren mit sich bringen kann und jederzeit Vorsicht geboten ist, denn es werden immer mal wieder Leoparden und Hyänen außerhalb der Zäune gesehen. Wir kämpften uns die letzten Meter durch dichtes Dornendickicht, fanden die Dose zum Glück recht schnell, hinterließen einen TB, der nach Namibia reisen möchte, und machten uns flink auf den Rückweg zu unserem Mietwagen.

Zum Abendessen wählten wir das häufig empfohlene Restaurant Reef and Dune. Doch entweder hatte der Koch einen miesen Tag oder wir hatten einfach Pech, unsere Burger waren nur Mittelmaß und so machten wir uns etwas enttäuscht zurück auf den Weg zum Gästehaus. Den kann man in St. Lucia übrigens sogar bei Dunkelheit zu Fuß bewältigen. Nicht nur, weil in der Stadt alles fußläufig erreichbar ist, sondern weil es auch kaum Kriminalität gibt.

iSimangaliso Wetland Park – bei Tag…

Das einzige Gate in den Nationalpark ist kaum 2 km nördlich von St. Lucia und die Einfahrt erfolgte nach der üblichen Registrierung und Zahlung des Eintritts. Die Wild Card gilt hier, wie auch schon in Swasiland, leider nicht.

Aussicht vom Mission Rock

Aussicht vom Mission Rock

An diesem Tag mit leicht wechselhaftem Wetter war wenig Betrieb im Park und die Anzahl der Besucher schien bei unserem Besuch überschaubar klein. Im Gegensatz zum Krüger Nationalpark kann hier das Fahrzeug stellenweise verlassen werden und sogar physische Geocaches gibt es in diesem einzigartigen Naturpark. Wir fuhren vorbei an Zebras und Wasserböcken, sahen ein paar Milane und viele Pillendreher-Käfer, die sich über die mächtigen Ausscheidungen der dort lebenden Grasfresser hermachten. Unser Ziel waren die Mission Rocks, in deren unmittelbarer Umgebung wir zwei Geocaches finden konnten: GC2KVYY | What a Mission und GC474B4 | Mission Rocks ViewPoint. Ein Aufstieg zum Aussichtspunkt auf den größten bewaldeten Dünen der Welt lohnt sich für die tolle Sicht auf den Park.

Strand bei Cape Vidal

Strand bei Cape Vidal

Dann ging es weiter zum Cape Vidal. Die Straße führt hier durch den Küstenwald zu einem Parkplatz direkt am Meer. Wir wurden freundlich von den dortigen Affen empfangen. Wie auch in anderen Parks ist hier Vorsicht vor den frechen Zeitgenossen angesagt – ehe man sich versieht, hocken sie einem am oder im Auto und durchwühlen offene Taschen nach Essbarem. Unsere Allzweckwaffe zeigte auch hier ihre Wirkung: durch beherztes Zielen mit dem Handkatapult schlägt man die aufdringlichen Tiere schnell in die Flucht. Echtes Abschießen ist nicht erforderlich, die Tiere sind bereits so konditioniert, dass sie direkt abhauen.
Wir stapften durch den Sand Richtung Wasser. Hier am Strand hat der stete Wind riesige Dünen entlang des Indischen Ozeans aufgetürmt. Wer mag, kann sogar in einem der mietbaren Hütten direkt hinter den Dünen übernachten.

Ein Stückchen südlich vom Parkplatz gibt es den Cache GC1VW54 | Vidal Magic und wir machten uns auf den Weg durch den Küstenwald und die Dünen. Auf einem kleinen bewachsenen Hügel direkt am Strand wurden wir fündig und genossen Sonne, Wind und Sand auf dem Rückweg zum Auto. Wie sich später herausstellte, war das Herumtapsen durch den Wald vielleicht nicht beste Idee … aber Leoparden sind zum Glück ja eher nachtaktiv, wie wir später noch feststellen sollten. Zurück am Auto wurde es langsam spät und wir traten den Rückweg zur Lodge an.

…und bei Nacht…

Am Abend wurden wir von unserem Guide Jaques von Heritage Tours & Safaris um 18 Uhr am Gästehaus abgeholt und fuhren mit sechs weiteren Touristen auf dem offenen Safarijeep zurück zum Park. Jaques hat als studierter Biologe ein schier unendliches Wissen über Fauna und Flora des Parks und versorgte uns mit allerlei Informationen und beantwortete geduldig jede Frage. Auf dem Weg zu unserer ersten Station erblickten wir schon das erste Highlight der Tour: ein männlicher Leopard hatte es sich am Straßenrand gemütlich gemacht und schien nur auf uns und unsere Kameras zu warten. Wie ein Model präsentierte sich die Schönheit und wir konnten uns kaum sattsehen. Doch der Strand und die Turtles warteten, also mussten wir uns nach vielen Fotos losreißen. Die Katzen machten es uns aber gar nicht so leicht, zum Strand zu kommen, denn noch zwei weitere Leoparden wurden von uns gesichtet und ausgiebig beobachtet.

Doch schließlich kamen wir zur Absperrung zum Strand bei Cape Vidal und machten eine kurze Pause, denn Jaques musste etwas Luft aus den Reifen lassen, damit das Fahrzeug über den Sandstrand fahren konnte. Und dann ging es richtig los. Jaques und sein Kollege auf dem Fahrzeug hinter uns dimmten die Scheinwerfer und verboten jegliche Lichtquellen – keine Taschenlampe, kein Blitz an der Kamera – all das irritiert die Schildkröten schon im Wasser und verhindert, dass sie möglicherweise an Land kommen. Wonach die Ranger suchten waren die typischen Spuren, die die Tiere auf ihrem Weg vom Meer den Strand hinauf hinterlassen. So fuhren wir Kilometer um Kilometer mit schwachem Licht den Strand entlang, doch leider hatten wir kein Glück. Bis auf ein verlassenes Nest erblickten wir leider keine Schildkröten. Bei Kilometer 22 am Strand Richtung Norden machten wir eine längere Pause und bei vielen lokalen Häppchen und Getränken berichtete uns Jaques jede Menge über die größte Schildkrötenart, die Lederrückenschildkröte, sowie ihre kleineren Verwandten und deren Lebensweise.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch an einem weiteren Leoparden vorbei. Jaques war ganz aus dem Häuschen, so viel Glück hatte selbst er noch nicht. Nach acht Stunden wurden wir um 2 Uhr nachts wieder am Gästehaus abgesetzt, verabschiedeten uns herzlich und tauschten Mailadressen aus, um unsere Bilder der Leoparden weiterzuleiten, die Jaques zur Wiedererkennung der Tiere verwenden möchte.

Die Enttäuschung, keine Turtles gesehen zu haben, war bei einigen Mitfahrern deutlich zu erkennen. Aber so ist das nun mal in der Natur und bei allen Game Drives: manchmal sieht man ein Tier nach dem nächsten und manchmal stundenlang „nichts“. Wir hatten dennoch einen phantasischen Night Drive, wir haben vier Leoparden und eine Felsenpython gesehen, und vor allem hat uns Jaques mit seinem umfangreichen Wissen und seiner enthusiastischen und sympathischen Art begeistert.

…und auf dem Wasser…

Natürlich kann man nicht in einem „Wetland“-Park gewesen sein, ohne die Flora und Fauna vom Wasser aus besichtigt zu haben. Bei der Brücke über den St. Lucia Estuary befindet sich der Anleger für unsere Bootstour den St. Lucia Lake hinauf. Wir bestiegen, noch ein wenig müde von der „Langen Nacht der Leoparden“, das floßartige Wassergefährt bei Regen. Für Touristen ist Regen immer ein wenig schade, aber die Region hatte es bitter nötig, ein paar Wassertropfen abzubekommen. Wir nahmen es gelassen, denn unser Floß hatte ein Dach und so schipperten wir über das brackige Wasser den Ästuar hinauf. Ein paar Krokodile lagen faul am Ufer, während das Boot die erste dösig treibende Herde von Flusspferden ansteuerte. Natürlich gab es auch viele Vögel zu entdecken: Schreiseeadler, Goliathreiher und viele Milane, um nur einige Arten zu nennen.
Am spektakulärsten war eine kleine Auseinandersetzung hinsichtlich der Rangordnung. Ein Flusspferdbulle zeigte einem Halbstarken auf ziemlich beeindruckende Weise, wer in der Herde der Chef ist. Es ist einfach erstaunlich, die friedlich und träge wirkenden Tieren mit einem solchen Temperament zu erleben. Zum Ende der Fahrt klarte das Wetter ein wenig auf und ein kleiner Schwarm Flamingos machte uns am Ufer eine Aufwartung.

Den letzten Abend ließen wir im Ski Boat Club ausklingen. Das Restaurant des örtlichen Hochseeanglerclubs liegt ein kleines Stück außerhalb des Städtches am St. Lucia Estuary und wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen frequentiert. Auf dem Parkplatz hatten wir noch Glück und haben hier den letzten Platz ergattert – drinnen mussten wir dann mit einem Barplatz vorlieb nehmen. Das Ambiente erinnert ein wenig an eine Art Keglerheim mit rustikaler Lautstärke und emsigen Kellnern. Natürlich lief Rugby im TV und die Spareribs schmeckten köstlich!

Nach drei Nächten zu Gast in der Lodge Afriqué bei dem aufmerksamen Johan und seiner herzlichen Crew brachen wir nach dem Frühstück erneut auf. Unser letztes Südafrika-Abenteuer für diesen Urlaub wartete bereits auf uns: spektakuläre Ein- und Ausblicke in den Drakensbergen.


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