Swasiland – ein Königreich für einen Cache

Nach neun Tagen Safari in der „Greater Kruger Area“ brachen wir am Morgen auf, um den Park in Richtung Süden über das Crocodile Bridge Gate zu verlassen. Vor der Ausfahrt legten wir noch einen kleinen und letzten Zwischenstopp bei den Hippo Pools ein – ein Fleckchen, das neben Malereien der San auch einen Earthcache GC1N1V5 | Hippo Pool Wind Holes direkt am Crocodile River Bridge bietet. Dort befindet man sich an der südlichen Grenze des Parks und auf der gegenüberliegenden Seite sind bereits Felder und Zivilisation zu sehen.

Eingereist

Um die acht- bis neunstündige Anreise nach St. Lucia an der Küste des Indischen Ozean zu entzerren, haben wir uns für die Fahrt durch Swasiland inklusive einer Übernachtung entschieden. Für uns Geocacher stand natürlich fest, dass wir auf dieser Reise neben den VAE noch ein weiteres Land „rot machen“ wollten. Swasiland bietet nicht die Fülle an Geocaches, aber dennoch eine kleine Auswahl, die wir auf unserer Fahrt ansteuern wollten.

004-Swaziland Malolotja Ausblick

Ausblick im Malolotja Nature Reserve

Die Einreise von Südafrika nach Swasiland verläuft etwas bürokratisch und für uns durchschnittliche Europäer eher ungewohnt. Wir wählten den Grenzübergang bei Jeppes Reef an der R570. Zuerst ist die Ausreise aus Südafrika zu erledigen, dafür stellt sich der Reisende in die Schlange am südafrikanischen Grenzschalter an. Mit dem Stempel im Reisepass geht es einen Parkplatz weiter zum Grenzschalter des Königreiches Swasiland und die Einreise wird ordnungsgemäß in den Reisepass gestempelt. Fragen stellt hier niemand, böse Blicke gibts auch keine, die Grenzbeamten halten Schwätzchen mit Kollegen oder Reisenden. Manche Afrikaner reisen täglich zum Arbeiten ein und aus und haben entsprechend viele Stempel in ihrem Pass. Mit dem Stempel und einem Formular im Gepäck geht es an einen weiteren Schalter, an dem eine Mautgebühr für Swasiland zu zahlen ist. Danach wieder Richtung Auto und weiter geht die Fahrt zur Grenzschranke. Wir wurden nach Vorzeigen des Gatepasses (quasi dem Beweis, dass wir die gesamte Einreiseprozedur bestanden hatten) durchgewunken. Manche hatten nicht soviel Glück und durften sich von oben bis unten filzen lassen. Direkt hinter der Grenze versorgten wir uns an einer Tankstelle mit Erfrischungen und einem Snack, wer weiß, wann sich dazu wieder die Gelegenheit bieten sollte. Da Südafrika und Swasiland (zusammen mit Namibia und Lesotho) eine Währungsunion bilden, die Common Monetary Area, kann sowohl mit dem südafrikanischen Rand, als auch mit dem Lilangeni, der hiesigen Währung, gezahlt werden, die Umrechnung erfolgt 1:1.

Gecacht

Einige Geocaches des Königreichs liegen in Naturreservaten und sind deshalb nur zu den entsprechenden Öffnungszeiten der Parks und nach Entrichtung einer Eintrittsgebühr zu finden. Wir haben uns für eine kleine Tour im Malolotja Nature Reserve im Nordwesten des Landes entschieden, da dieser Park entlang unseres Weges lag. Die Wild Card ist hier nicht gültig, daher muss eine Gebühr von ein paar Rand gezahlt werden. Die Wege im Park waren für unseren Mietwagen gerade so zu bewältigen, und die meisten Strecken dürfen nur mit einem 4×4 befahren oder zu Fuß erwandert werden. So quälte sich unser Vehikel die kurvige Gravelroad immer höher in die bergige Landschaft und brachte uns zu einem unterirdischen Wasserlauf. Der Petling GC34NK8 | The Secret Stream war wunderbar getarnt. Damit hatten wir unter den Augen einer neugierigen Bontebok-Herde eine weitere Mission dieser Reise erfüllt: den Swasiland-Länderpunkt.

Buntbock - Bontebok

Buntbock – Bontebok

Leider sollte es auch bei diesem einen Fund bleiben. Die weitere Dose auf unserem Weg durch den Park, GC2RFKJ | Logwaja, zeigte sich leider nicht, aber das Plätzchen bot einen herrlichen Blick auf den Emlembe, den höchsten Berg des Königreichs. Es war ein bisschen ärgerlich, nachdem wir uns mit dem untermotorisierten Almera erfolgreich durchs Gelände gekämpft hatten, aber unser Hobby hat uns erneut an tolle Plätze geführt, mit spektakulären Ausblicken auf die bergige Landschaft, und ein wenig Game Driving mit vielen Bonteboks war auch noch inklusive.

Verirrt

Obwohl uns im Vodacom-Shop versichert wurde, dass unsere SIM-Karte und die Daten-Flatrate auch in Swasiland funktionieren würde, versagte das Internet bald hinter der Grenze seinen Dienst. Wir wollten noch schnell die Route zu unserem Hotel durchladen, mussten aber leider feststellen, dass die iOS Karten-App von Apple in diesem Land nicht funktionierte. Auch die Google Maps-App leitete uns zu einem völlig abwegigen Ort, so dass wir auf unser GPS zurückgreifen wollten. Doch auch hier Fehlanzeige: aus einem nicht ersichtlichen Grund war keine Karte von Swasiland auf dem Gerät, obwohl wir dies vorab zu Hause gecheckt hatten. So war die Anreise zum Hotel etwas abenteuerlich, aber nach einigen Irrungen und Wirrungen fanden wir die richte Strecke und konnten am späten Nachmittag mit unserem staubigen Mietwagen die schattige Allee des Summerfield Botanical Garden Resort entlangrollen und einchecken.

Pool im Summerfield Botanical Garden Resort

Pool im Summerfield Botanical Garden Resort

Der Garten des Resorts ist sehr weitläufig angelegt und bietet mehrere schnuckelige, versteckte Bungalows, ein Gästehaus mit 3 Suiten sowie ein Restaurant mit einer Holzterrasse über einem künstlich angelegten Teich. Das Frühstück wird in einer Art Gartenhäuschen mit Terrasse serviert und über den perfekt gestutzten Rasen stolziert in mitten von Palmen und üppigen Blumenbeeten der eine oder andere Pfau. Das russische Konsulat des Landes weiß schon, warum es sich in dieser luxuriösen Anlage niedergelassen hat. In diesem Resort verbrachten wir einen entspannten Abend mit leckeren Cocktails am Pool und einem köstlichen Menü im Restaurant. In der wunderschönen, parkähnlichen und sehr gepflegten Hotelanlage gab es viel zu entdecken und wir bedauerten, dass wir nur eine Zwischenübernachtung eingeplant hatten.

Nach einer erholsamen Nacht und einem üppigen Frühstück – auch hier wird auf Wunsch ein Sojalatte serviert – hieß es für uns schon wieder Koffer verladen und die Weiterreise Richtung St. Lucia an der Elephant Coast antreten.
Die restliche Fahrt durch Swasiland verlief relativ unspektakulär auf teilweise schnurgeraden Straßen durch den ärmlichen Südosten des Landes, der in völligem Kontrast zu den Städten Mbabane, Manzini und deren Umgebung steht. Trotz wenig Verkehr erfordert die Fahrt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. An der Straße grasen häufig Kühe und Ziegen, die unvermittelt die Straße überqueren. Da wir hauptsächlich auf einer Art Highway unterwegs waren und nicht viel Zeit im Gepäck hatten, konnten wir nur kurze Blicke auf Stadt und Land werfen. Viele der Einwohner leben in traditionellen Rundhütten, deren Ansammlungen eher an Bauerngehöfte statt Dörfer erinnern. Der heiße Wind fegte über das trockene und von der Dürre ausgedörrte Land und man bekommt eine Idee davon, wie es bedeutet, in dieser kargen Gegend zu leben.

Die Ausreise an der Grenzstation bei Lavumisa an der MR8 war genauso abenteuerlich wie die Einreise und nachdem wir das Land ordnungsgemäß verlassen hatten und zurück nach Südafrika eingereist waren, war auch das Internet wieder verfügbar und die weitere Fahrt nach St. Lucia konnte etwas entspannter weitergehen. Aus Geocaching-technischer Sicht blieb es leider bei dem einen einsamen swasiländischen Cache aus dem Malolotja Nature Reserve: ein Königreich für einen Cache.


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