Amsterdam – Cachen zwischen Grachten

Auch wenn Christine schon beruflich in Amsterdam gewesen ist und für den niederländischen Länderpunkt in der Cachestatistik gesorgt hat, war damals die Zeit vor Ort viel zu kurz. Die größte Stadt der Niederlande bietet für Touristen und Cacher viele Highlights. Auf geht’s nach Amsterdam…

Fietsen - Gebrauchte Fahrräder in Amsterdam

Fietsen – Gebrauchte Fahrräder in Amsterdam

Vorbereitung und Anreise

Als Vorbereitung zu diesem Städtetrip haben wir uns die obligatorische Pocket Query gezogen und auf unser Garmin Oregon und die Handys kopiert. Dabei waren ein paar Multicaches zur Stadteroberung und auch eine alte Rechnung, die Christine zu begleichen hatte: “GC20CWF | De rosse buurt/The Red Light District“. Bei einem vormaligen Besuch wurde leider der Final des Multis verlegt – aber jetzt wollten wir (unter anderem) aus diesem “DNF” ein “Found it” machen.
Zur Anreise haben wir uns für das Cachemobil entschieden – vom Rhein-Main-Gebiet aus ist Amsterdam in ca. 5 Stunden mit dem Auto zu erreichen. Selbstverständlich macht es aber wenig Sinn auch nur daran zu denken, sich in der Stadt mit einem selbigen fortbewegen zu wollen.
Wir haben ein Hotel ein wenig außerhalb ausgewählt – genauer das Holiday Inn Express – direkt an der Bahnstation Sloterdjik. Die Züge fahren im Minutentakt ohne Halt in die Stadt zum Amsterdamer Bahnhof Centraal. Eine komfortable Verbindung, die man den gesamten Tag über nutzen kann.

Nach der Anreise hatten wir noch einen Nachmittag Zeit in der Stadt zu verbringen – das Cachemobil wurde am direkt zur Bahnstation gehörigen Park+Ride Parkplatz für die nächsten Tage abgestellt und es ging für ein erstes Kennenlernen – zumindest für Ronny – direkt in die Stadt. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und schon ist man so gut wie mittendrin in der holländischen Metropole.

Die offene Rechnung

Straßen von Amsterdam

Straßen von Amsterdam

Viel war für den verbliebenen Tag, außer ein wenig Spazierengehen und gegebenenfalls ein paar Dosen am Wegesrand einzusammeln, nicht geplant. Außerhalb des Centraal gibt es direkt die Amsterdamer Touristeninformation mit der Möglichkeit, eine der beliebten Grachtenfahrten zu buchen. Wir haben uns dort erstmal mit einem kleinen Stadtplan ausgestattet. Geht man vom Bahnhofsvorplatz aus in die südliche Richtung, ist man auch bereits auf dem besten Weg in das legendäre Rotlichtviertel der Stadt. Hier kann man direkt eintauchen in die liberale Atmosphäre Amsterdams. Wobei an dieser Stelle die Liberalität nicht an der Prostitution, sondern eher an den allgegenwärtigen und berüchtigten Coffeeshops festgemacht wird, die einen süßlich-schweren Geruch von Cannabis durch die Straßen ziehen lassen. Am Vorplatz startet auch der oben erwähnte Geocache “De rosse buurt” der mit einem Multi durch das Rotlichtviertel diesen Teil der Stadt und auch die Oude Kerk – die alten Kirche – näher bringt.
Das Fotografieren der Damen im Schaufenster des Rotlicht-Viertels ist im Übrigen unerwünscht – es sei denn man möchte, dass der Fotoapparat in einer Gracht baden geht. Wir haben das besser nicht ausprobiert.

Erfolgreich konnten wir diesen DNF gemeinsam von unserer Liste streichen und als Belohnung am Abend gab es im Centraal eine Frikandel, eine holländische Wurstspezialität – quasi eine Frikadelle getarnt als Bratwurst. Dazu dürfen fettige Pommes-Mayo natürlich nicht fehlen. Lange warten auf einen Zug muss man auch auf dem Rückweg nach Sloterdijk nicht und so hatten wir einen entspannten ersten Nachmittag verbracht.

Durch die Grachten

Bootsfahrt durch die Grachten

Bootsfahrt durch die Grachten

Für den folgenden Tag stand die Top-Touristenattraktion der Stadt auf dem Plan: eine Bootsfahrt durch die Grachten. Es ging los am Centraal, welcher auf einer aufgeschütteten Insel im IJ (ungefähr “Ei” gesprochen) erbaut wurde. Östlich vom Bahnhof ging es durch den Ooesterdoksdoorgang vorbei am Science Center NEMO in die Grachten der Altstadt von Amsterdam. Das Boot fuhr uns über die Amstel in die Keizers- und Prinsengrachten mit ihren prächtigen Häusern der Kaufleute vergangener Zeiten. Immer wieder passiert man kleine Straßencafés und kann in die Wohnzimmer der Hausboote spähen. Auch wenn es von Touristen überlaufen ist – zumindest einmal sollten man sich auf diese Weise die Stadt zeigen lassen und wir empfehlen es jedem. Wir hatten großartiges Wetter, die Sonne schien und die Temperaturen waren frühlingshaft – was will man mehr für einen urbanen Sightcaching-Trip.

Nach der Grachten-Tour schlenderten wir noch ein wenig cache-suchend durch die Stadt. Im Rathaus der Stadt gibt es zu einem geologischen Querschnitt der Niederlande einen Earthcache. Und wenn man schonmal dort ist, kann man auch an der nahegelegenen Oper ein Foto vom bekannten und riesigen Schriftzug “I Amsterdam” machen. Der Schriftzug residiert normalerweise am Centraal – allerdings ist er temporär wegen einer Baustelle an die Oper gezogen.

Entlang der Amstel kommt man zur Liebesbrücke, an der sich Trauben von eisernen Liebesschwüren ketten. Eine Mode, die sich mittlerweile in vielen europäischen Städten finden lässt. Hier befindet sich ein fieser Micro, der inmitten der Liebesschlösser getarnt, auf einen geduldigen Cacher wartet.

Cachend im Jordaan

Am letzten Tag war der westliche Teil der Stadt an der Reihe. Hier im Stadtteil Jordaan befinden sich die meisten Hofjes Amsterdams – gestiftete und historische gemeinschaftlich genutzte Gebäudekomplexe. Einige Hofjes, wie der bekannteste Begjinhof, sind öffentlich zugänglich und kleine Oasen innerhalb der Stadt. Wobei man jetzt nicht sagen kann, dass Amsterdam zu den hektischen Städten zählt. Der Geocache “Hofjes in de Jordans” bringt dem geneigten Cacher ein paar der öffentlich zugänglichen und ruhigen Plätze als Multicache näher. Ein Spaziergang durch dieses Wohnviertel von Amsterdam lohnt sich generell. Man trifft deutlich weniger Touristen und kann entspannt durch die Gassen schlendern. Mit elf Stationen und dem Final kann man einige der verborgenen und interessanten Orte entdecken. Ohne diesen Cache hätten wir kaum hinter die Fassaden dieses von außen unscheinbaren Teil Amsterdams gesehen.
Zum Abendessen sind wir einem Restaurant mit typisch holländischer Küche gelandet, in dem es traditionelle Gerichte bei gewöhnungsbedürftigem Ambiente gab. Wir fanden es klasse! Nach dem Essen war es bereits dunkel, also eine tolle Gelegenheit für ein paar Stadtansichstfotos bei Nacht.

Amsterdam Nightscape

Amsterdam Nightscape

Die Stadt hat uns sehr gut gefallen und wir hatten jeden Tag tolles Wetter. Die Cachequalität fanden wir wirklich gut und die meisten Cachebeschreibungen sind neben niederländisch in englisch und manchmal sogar in deutsch verfügbar. Es hat sich also gelohnt und wir können die Stadt für einen mehrtägigen Trip zum Sightcaching sehr empfehlen.

Hinweis: 2015 hatte es uns im Rahmen einer Kreuzfahrt erneut nach Amsterdam verschlagen. Hier geht es zum Artikel.

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