Bratislava – Im Schatten der Hrad

Nur wenige Kilometer von Wien entfernt und ebenfalls an der “schönen blauen” Donau gelegen, befindet sich Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, die uns für einen Tagesausflug, einen Länderpunkt und ein neues Ländersouvenir lockte.

Bratislava Panorama

Bratislava Panorama

Zur Anfahrt nahmen wir mit dem Auto von Wien aus die A4, A6, D2 und D1, die ein wenig südlich zur alternativen Route mit der Landstraße B9 zum Ziel führt. Nach einer knappen Stunde, und selbstverständlich mit einer Vignette auf der Windschutzscheibe, fuhren wir auch schon durch Pressburg, wie der deutsche Name von Bratislava lautet. Empfangen hat uns die Stadt mit dem sozialistischen Charme der Plattenbauten südlich der Donau, ehe wir unter dem UFO-artigen Restaurant, welches in 80 Meter Höhe auf dem Pfeiler der  Brücke des Slowakischen Nationalaufstands thront, in die Altstadt fuhren.

Parken ist hier zu unserer Überraschung sogar teurer als in Frankfurt – 3,00 € pro Stunde verlangen die Betreiber der Parkgarage direkt an der Altstadt in der Uršulínska. Dafür kann man von dort aus direkt eintauchen in den schön renovierten Stadtkern.
Selbstverständlich können wir keine Tour durch die Stadt starten, ohne uns mit einem Kaffee zu versorgen. Am Hauptplatz (Hlavné námestie) mit seinen hübschen barocken Gebäuden, dem Maximiliansbrunnen und dem Alten Rathaus wurden wir fündig. Versorgt mit einem Kühlschrankmagneten vom Souvenirladen und einem Coffee-to-go waren wir für alles Weitere gerüstet.

Auf königlicher Route

Für unsere Runde durch den historischen Kern von Bratislava haben wir uns mit GC1F6FT | Korunovacna Cesta coronation route einen schönen Sightseeingcaching-Multi herausgesucht. Der Cache führt auf den Spuren der Habsburger entlang der Krönungsroute der ungarischen Könige. An 8 Stationen, wie dem Martinsdom, den Stadttoren oder der Franziskaner Kirche, gilt es Zahlen herauszufinden, die zur Berechnung der Finalkoordinaten gebraucht werden.

Man At Work

Man At Work

Unterwegs kamen wir nicht nur an den Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern auch an dem ein oder anderen Tradi vorbei. Besonders erwähnenswert ist die Skulptur “Man At Work” (GC12ZCW | Cumil :: Man at work), die viele Touristen anzieht und bei der man als Cacher besondere Stealth-Fähigkeiten beweisen muss. Skulpturen, die als Fotomotiv einladen, gibt es einige in der Altstadt. So auch GC1F7VA | Namestie SNP v Bratislave, ein Nano nahe einer Station unseres Sightseeing-Multis. Der kleine Fiesling kostete uns einige Mühe beim Zurücklegen.

Fast zum Ende unsere Runde durch die Altstadt kamen wir zum größten Platz der Stadt: dem promenadenartigen Hviezdoslav-Platz mit dem Gebäude des alten slowakischen Nationaltheaters aus dem 19. Jahrhundert. Hier gibt es, neben dem letzten Hinweis zur Krönungsroute, den Geocache GC1HWA2 | Svieckova… zu finden, der zusammen mit einer Gedenkstätte an die sogenannte Kerzendemonstration vom 25.03.1988 gegen die kommunistische Regierung erinnert.

Altes Nationaltheater

Altes Nationaltheater

Die Listings, also Cachebeschreibungen, sind übrigens größtenteils in slowakischer und englischer Sprache verfasst. Bei einem leichten Tradi wäre es durchaus kein Problem, das Listing mal nicht zu verstehen, aber in Bratislava gibt es größtenteils Multis und Mysteries. Da ist es mitunter essentiell die Beschreibung lesen zu können. Beim Finden des Finals des Coronation-Route-Multis hatten wir allerdings unsere Probleme und irrten um die vermeintlichen Zielkoordinaten herum, die nicht so recht passen wollten. Mindestens zweimal müssen wir uns bei den Stationen vertan haben. Da half nur noch eine kurze Mail an den Owner, der glücklicherweise sofort antwortete und uns mit einer kleinen Hilfestellung direkt zum tollen Finale lotste.

Hinauf zur Hrad

Von dem Spaziergang erholten wir uns bei Tee und Kaffee in einem der vielen Cafés in der Stadt, um anschließend den Burgberg hinauf zur Hrad, der Burg von Bratislava, zu steigen. Zuerst passierten wir die Unterführung an der Stadtautobahn, welche das historische Burgviertel unterhalb des Burgbergs von der Altstadt trennt. Dann ging es durch ein paar schmale Gassen den steilen Weg hinauf zur Burg.

Wie der Name es bereits verrät, hatten wir von GCGWZ4 | Hradna vyhliadka (View from castle) einen wunderschönen Blick über die Altstadt bis zur anderen Seite der Donau. Der Cache – eine große Dose mit Platz für Trackables – hing in einem hohlen Baum, welcher leider einen Tag nach unserem Fund gefällt wurde. Aktuell ist der Cache deaktiviert.

Svatopluk I.

Svatopluk I.

Die Burg ist komplett renoviert und wirkt eher etwas nüchtern als mittelalterlich, was wohl aufgrund des 150-jährigen Daseins als Ruine nach einem Brand im Jahre 1811 herrührt. Auf dem Ehrenhof vor der Burg thront die Reiterstatue von Svatopluk I., einem mährischen Fürsten, der sein Schwert mit Blick über die Donauebene in den Himmel reckt. Mit diesem letzten Blick verabschiedeten wir uns und traten die Rückfahrt nach Wien, der Zwillingsstadt von Bratislava, an.

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