Eintauchen in den Souk von Agadir

Der Hafen von Agadir, in den die Mein Schiff 4 am Morgen einlief, liegt ein Stückchen nördlich der Stadt. Von unserem Balkon aus hatten wir einen direkten Blick auf die Kasbah, die Festung, welche hoch oben auf dem Berg über der Stadt thront. Von Agadir und seinem sichelförmigen, breiten Stadtstrand sieht man von hier aus allerdings noch nicht sehr viel, der Hafen mit seinen Anlagen und die darin liegenden Containerschiffe versperren die Sicht.

Hafen von Agadir

Hafen von Agadir

Vom Hafen in die Stadt

Nach dem Frühstück à la carte im Restaurant Atlantik, machten wir uns bereit für den Ausflug in das marokkanische Feriendomizil. Die erste Herausforderung wartete gleich beim Verlassen des Schiffes: kaum verließen wir die Gangway, stürzten sich bereits die ersten Taxifahrer in teils gutem Deutsch oder auch gebrochenem Englisch, mit besonders günstigen Fahrtangeboten, auf uns. Umringt von einer kleinen Traube marokkanischer Fahrer suchten wir erstmal Schutz in einer Gruppe wartender Mitcruiser, die bereits auf den Shuttlebus warteten. Unser Plan sah erstmal nicht sehr viel mehr vor, als uns in den Ort fahren zu lassen und von da aus ein paar Geocaches der näheren Umgebung zu Fuß in Angriff zu nehmen. Auch während wir auf den Shuttlebus warteten, dieser wurde von TUI organisiert und fuhr für 7,- € Hinfahrt und Retour etwa alle 15 Minuten, gab es noch das eine oder andere “Angebot”. Stadtrundfahrten, Fahrten nach Taroudant im marokkanischen Hinterland und, und, und … alles viel billiger, der Shuttle bringt einen eben nur an den einen Platz am Strand von Agadir. Fein für uns :).

Blick zur Kasbah, der Festung

Blick zur Kasbah, der Festung

Nach einer langen Weile und vielen Angeboten später erlöste uns endlich die Ankunft des nächsten Busses. Aus dem Schatten des am Pier angelegten Schiffes fuhren wir dem Strand von Agadir entgegen. Das Ziel war der Place Bijaouane, ein staubiges Etwas, das wohl ein Parkplatz sein könnte. Dort entließ uns der Fahrer mit ein paar warmen Worten über die nähere Umgebung und informierte uns über die Abfahrtzeiten, um zurück zum Schiff zu gelangen.
Bei der Planung der Reise hatten wir unter anderem Taroudant, eine Oasenstadt im marokkanischen Hinterland, als Ausflugsziel in Betracht gezogen. Doch die mehrstündige Fahrt und zu wenig Zeit zur freien Verfügung brachte uns von dieser Idee ab. Stattdessen entschieden wir uns für eine Erkundung der 600.000-Einwohner-Stadt Agadir zu Fuß – vom Place Bijaouane sind es nur wenige Meter zur breiten Strandpromenade. Wir steuerten allerdings direkt den ersten Geocache (GC666RC | Ferris Wheel Agadir) an einem eher kleinen und vor allem geschlossenen Riesenrad an. Die Ecke war jetzt nicht berauschend und besonders empfehlenswert auch nicht. Aber der erste marokkanische Fund war im Gepäck und damit das 36. bereist-becachte Land in unserer Statistik.

Schlendern durch Agadir

Strand von Agadir

Strand von Agadir

Wir schlenderten die rot gepflasterte und sehr gepflegte Strandpromenade entlang und immer wieder kamen uns fliegende Händler mit einem “Hello, my friend…” auf den Lippen entgegen, die uns tolle Brillen von “Bay-Ran” oder ähnlichen Tand verkaufen wollten. Manche drehten nach einem freundlichen Kopfschütteln ab, manche brauchten erst eine verbale Extraaufforderung. Es ging vorbei an ein paar schicken Strandresorts, bis wir scharf links landeinwärts Richtung Königspalast marschierten – wobei unser Ziel der Souk von Agadir war.

Noch ehe wir allerdings den Boulevard du 20 Aout erreichten, konnten wir in einer verlassenen Seitenstraße den Cache GC366N2 | Die 24. Stufe der Shaolin finden. Der Name ist Programm und der Owner offensichtlich Deutscher. 😉
Nach wenigen Metern erreichten wir die royale Residenz und außer einem hohen Zaun und viel Militär dahinter war durch die üppig grüne und gepflegte Parkanlage wenig zu sehen. Die Kamera haben wir besser mal stecken gelassen, da das Fotografieren von offiziellen Gebäuden und militärischen Anlagen in Marokko verboten ist – Spannendes gab es sowieso nicht. Gegenüber von der Residenz sammelten wir in einem katastrophal verwahrlosten Park GC66563 | Royal Palce Agadir ein. “Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen” war die Devise, bis wir endlich die belebtere Region um den Souk El Had, den großen Markt von Agadir, erreichten.

Eine andere Welt

Gleich am Anfang an Tor 1, insgesamt hat der Souk 10 Ein- und Ausgänge, durften wir GC665A2 | Souk Agadir loggen. Direkt dahinter eröffnete sich uns der orientalische Markt. Die Gerüche, die Geräusche und Berge von Gemüse und exotischen Früchten, welche den Weg säumten, zogen uns in eine andere Welt. Wir gingen nicht weit und wurden in einem exzellenten Deutsch von einem Händler angesprochen – wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass der Gewürzhändler in Frankfurt gelebt und gearbeitet hat. Lebhaft lud er uns zu einer Tasse Tee in seinen kleinen Laden ein – der Händler lebte viele Jahre in der Stadt und erzählte uns von seinem Leben dort und dass er mit seiner Rente nun gut in Marokko leben kann. Wir erwarben ein paar Gewürze, etwas kristallines Menthol – aufgelöst in heißes Wasser gut bei Schnupfen – und bekamen eine Extraportion Berbertee mit auf den Weg.

Obststände

Obststände

Weiter ging unsere Erkundung auf der Suche nach GC579PF | The Spice of Life!. Der Beschreibung folgend irrten wir über den Basar und drangen immer tiefer in dieses Labyrinth aus Gängen, Menschen und Waren. Der Souk ist eigentlich, wenn man die Logik endlich durchschaut, thematisch angeordnet. Erst Gemüse, dann Obst, Haushaltswaren, Gewürze, Lebensmittel, Spielsachen, Klamotten – modern und traditionell, allerlei Tand, Souvenire, Tabakläden: RIESIG! Als wir endlich nach ein paar Umwegen den Geocache gefunden hatten, waren wir einigermaßen überrascht – wir hatten uns sowieso schon gefragt, wie sich hier eine Dose unterbringen und vor allem ungesehen finden lassen sollte. Ein Händler beherbergt, ganz geschäftstüchtig, das Döschen unter seinem Ladentisch. Ein kleines Schildchen mit dem Geocaching-Logo weist darauf hin, dass man am Ziel ist. Ein kurzes Schwätzchen, loggen und schnell weg – wer weiß, was man uns wieder andrehen will. 😉 An Tor 6, direkt an der gleichnamigen Moschee El Had, verließen wir kurz den Markt für ein letztes Döschen – GC665G6 | Mosque El Souk El Had.

Mit diesen letzten Eindrücken im Gepäck wurde es auch langsam Zeit für den Marsch zurück zum Shuttlebus. Hier nahmen wir den schnellen direkten Weg zum Ausgangspunkt am Place Bijaouane. Der Weg war staubig und wenig attraktiv, nichts was uns für weitere Minuten zum Verweilen eingeladen hätte. Zurück an der Promenade kauften wir noch einen kleinen magnetischen Kitschpantoffel für unseren Kühlschrank und der bereits wartende Shuttlebus fuhr uns ereignislos zurück zum Schiff. Zwar lag die Mein Schiff 4 noch bis 23 Uhr im Hafen, aber außer ein paar Nachtbildern des erleuchteten Schiffes am Pier hat uns nichts motiviert, noch einmal von Bord zu gehen. So freuten wir uns auf den nächsten Hafen: Arrecife auf Lanzarote.

Wartende Taxis vor dem Souk

Wartende Taxis vor dem Souk


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