Feuerberge von Lanzarote

Lanzarote, der Ruf der Vulkaninsel mit ihren Feuerbergen als beliebtes Urlaubsziel eilt ihr voraus. Wir freuten uns bereits auf die bizarre Mondlandschaft, geformt von wiederholten Ausbrüchen im 18. und 19. Jahrhundert. Der halbe Seetag vor dem Anlegen in Arrecife erlaubte uns ein ausgiebiges Sportprogramm an Bord und den Besuch der großartigen Saunalandschaft der Mein Schiff 4. Dermaßen entspannt verfolgten wir auf einer Couch in der Himmel&Meer-Lounge mit Ausblick nach vorne das Einlaufen in den neuen Kreuzfahrthafen von Arrecife – eine Spitzenaussicht direkt oberhalb der Schiffsbrücke.

Lavafeld und Feuerberge

Lavafeld und Feuerberge

Die Sache mit dem Mietwagen

Dank unserer kurzfristigen Buchung hatten wir für Lanzarote keine bestätigte Mietwagenbuchung und erhielten kurz nach dem Anlegen mit dem ersten Handyempfang die endgültige Absage per Mail – wir standen also ohne Auto zur Inselerkundung da. Noch am selben Abend versuchten wir unser Glück durch persönliches Vorsprechen in der Mietwagenstation. Doch diese hatte leider schon geschlossen und uns fiel außer der Nutzung eines Taxis kein rechter Plan B ein, wie wir am Folgetag den Nationalpark Timanfaya und die Feuerberge erreichen sollten. Der neue Kreuzfahrthafen von Arrecife liegt ca. 30 Minuten zu Fuß entfernt vom Stadtzentrum und bietet bis auf ein kleines Einkaufszentrum mit ein paar Restaurants und einen Marina wenig. Leicht deprimiert verbrachten wir den restlichen Abend auf dem Schiff.
Der Vorteil des vorabendlichen Ankommens liegt allerdings darin, dass wir sofort am nächsten Tag nach dem Frühstück das Schiff verlassen konnten und nicht erst darauf warten mussten, dass die Behörden das Schiff freigeben. So eilten wir an Land und wurden sofort von Taxifahrern mit Angeboten für Halb- oder Ganztagsausflügen umzingelt – wenn auch nicht ganz so aufdringlich wie in Agadir. Wir versuchten erneut unser Glück in der Mietwagenstation und tatsächlich – welch eine Freude – ein überdimensionierter Volvo XC60 wurde nicht abgeholt und sollte uns für 70,- € den Tag in Lanzarote zur Verfügung stehen. Zum Vergleich: die 3-stündige Taxifahrt hätte 85,- € gekostet.

Timanfaya – Feuerberge

Der Tag war also gerettet und wir nahmen  die Südroute auf der Vulkaninsel. “Immer Richtung Yaiza und dann den Schildern zum Parque Nacional de Timanfaya folgen” war die Empfehlung in der Touristeninformation. Auf dem Weg tauchten wir direkt in die typische Landschaft Lanzarotes ein – links und rechts der Straße schwarze Felder, gebildet von Lava und Asche.

Straße zum Timanfaya Nationalpark

Straße zum Timanfaya Nationalpark

Bei Yaiza, am sogenannten Kamelweg, machten wir einen Stopp, um einen ersten Geocache auf Lanzarote zu finden. Auf dem Kamelweg, so unsere Vermutung, werden regelmäßig Reitausflüge mit Kamelen durch die zerklüftete Landschaft angeboten – wie auch unweit des Nationalparks. Die Attraktion ist von der Straße LZ-67 zum Eingang des Parks nicht zu übersehen. Es kostete uns einiges an Sucherei und Kletterei über schroffe und scharfe vulkanische Felsen und vorbei an Kakteen mit beeindruckend großen Stacheln, doch letztlich konnte sich GC51MPV | Los cactus del Diablo nicht versteckt halten. Mit dem ersten Fund im Gepäck steuerten wir weiter auf die Feuerberge des Timanfaya zu und staunten über die schier unendlich großen Felder von schwarzer erstarrter Lava.

Am Zugang zum Nationalpark folgte jedoch ein längerer unfreiwilliger Stopp. Wir mussten uns in die lange Schlange von Autos einreihen, da der Zugang zum Besucherzentrum immer nur für eine bestimmte Anzahl an Fahrzeugen gewährt wird – der Parkplatz ist für die vielen Touristen hoffnungslos überlastet. Die Zufahrt zum Besucherzentrum ist eine schmale Straße, gesäumt von schwarzen Lavafelsen, kaum breit genug für zwei Fahrzeuge – also Obacht bei der Durchfahrt. Oben angekommen stiegen wir in einen betagten Reisebus um, denn das Selbstfahren im Nationalpark ist nicht gestattet. Das bedeutete leider auch: Fotos durch die Scheiben :(. Der Eintrittspreis in den Park beträgt 15,- € und die Busfahrt ist inklusive. Im Reisebus informiert die Stimme aus dem Lautsprecher in verschiedenen Sprachen – auch deutsch – über die Geschichte und den geologischen Hintergrund der Vulkanlandschaft. Auf ca. 170 km² erstreckt sich das größte Lavafeld der Erde. Die Landschaft ist spektakulär, Krater schossen aufgrund der Eruptionen im 18. Jahrhundert wie Pilze aus dem Boden und erwecken heute den Eindruck, sich auf einer skurrilen Mondlandschaft zu befinden.

Ca. 45 Minuten später endete die Fahrt wieder am Besucherzentrum. Selbstverständlich gibt es dort einen thematisch passenden Earthcache GC1BBMT | El Diablo / Lanzarote. Zur Demonstration der geothermischen Anomalien geben Fremdenführer noch zwei Darbietungen zum Besten. So zündelt nur durch die Hitze in den Tiefen der Erde Reisig lichterloh und Wasser, welches abwechselnd in künstliche Bodenlöcher gegossen wird, schießt nach ein paar Sekunden wie ein Geysir mehrere Meter in die Höhe.  Wir blieben für ein paar Vorführungen, bewunderten den geothermischen Grill des Restaurants El Diablo und setzten unsere Fahrt an die südwestliche Küste der Insel fort. Den wohl obligatorischen touristischen Ritt auf einem der zahlreichen Kamele oder Dromedare ersparten wir uns und den Tieren.

Die tosende Küste

Unser nächster Halt war an der Lagune El Golfo, die durch eine Vulkaneruption geformt wurde. Das Wasser der Lagune, welche unterirdisch von Seewasser gespeist wird, hat einen intensiven Grünton, der durch die hohe Konzentration der Alge Ruppia Maritima entstanden ist. Ein Earthcache GC13QEM | El Golfo EarthCache rundet den kleinen Aufstieg zur Aussicht über der Lagune ab.

Fischerdorf El Golfo

Fischerdorf El Golfo

Das beschauliche kleine Fischerdörfchen lädt mit Cafés und Tapas Bars zum Verweilen ein. Die weißen Häuser von El Golfo wirken wie durch die schwarzen Lavaströme zum tosenden Meer gedrückt und bilden einen interessanten Kontrast. Durch eine kleine Kletterpartie auf den scharfkantigen Lavafelsen konnten wir auch noch eine richtige, gleichnamige Dose finden: GC2Q9VA | El Golfo. Nach einer kurzen Erfrischung fuhren wir weiter zum nächsten Highlight der Südroute, zu Los Hervideros oder auch “Kochkessel” genannt. Südlich von El Golfo beginnt eine Steilküste, in deren Lavaklippen der Atlantik in riesigen, reißerischen Wellen Löcher frisst.

An vielen, teils zu erkletternden Stellen und Felsspalten, kann man sich das Spektakel mehr oder weniger trockenen Fußes anschauen. Die Gischt spritzt meterhoch. Vom nahen Cache GC5JY2C | U-L-I 7 war leider nur noch das Logbuch vorhanden, aber Fund ist Fund. An dieser Stelle findet der zum Earthcache geneigte Geocacher auch die Antworten zu  GC1K2VP | Los Hervideros – Lanzarote – Islas Canarias.

Tosende Wellen

Tosende Wellen

Die Zeit wurde langsam knapp, da die Rückfahrt aufgrund der vielen Ausflugsbusse länger dauern könnte, machten wir uns auf den Weg zurück nach Arrecife und zur Mein Schiff 4. Der Mietwagen musste um 17 Uhr abgegeben werden und um 17:30 Uhr war “alle zurück an Bord”. Die Abgabe des Mietwagens war unkompliziert und der Fußweg zurück zum Schiff kurz. In der Außenalsterbar versorgten wir uns mit einer Currywurst und dem obligatorischen Auslaufschluck, während wir unter den Klängen der Schiffshymne “Das Lied der Gezeiten” in Richtung Teneriffa schipperten.

Marion von Escape from Reality hat einen schönen Round-up-Post zu Lanzarote mit vielen Tipps von Reisebloggern veröffentlicht. Klickt mal rein.


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