Florida – Die Everglades, der Fluss aus Gras

Zurück in Florida, genauer gesagt in Port Canaveral,  von der zweiten Tour unserer Kreuzfahrt durch die Karibik unterwarfen wir uns zum dritten Mal den Einreiseprozeduren in die U.S.A. – und auch bei diesem Mal lief alles reibungslos. Alle Befürchtungen im Vorfeld über die restriktive Handhabung waren unbegründet.

Vom Schiff auf die Piste

Mit Sack und Pack warteten wir auf den Shuttle, der uns zur Mietwagenstation von Alamo zur Übernahme unseres gebuchten SUV brachte. Von nun an begleitete uns ein geräumiger Chevrolet Equinox. In Deutschland ist das schon XL, aber auf den breiten amerikanischen Straßen eher Durchschnitt. Unsere Route führte uns nach Süden entlang von Cocoa Beach und dann aufs Festland von Florida, von da aus endlos lang auf der Interstate 95 nach Süden und weiter auf der Mautstraße Florida Turnpike bis zu unserem Travelodge Motel in Florida City am Highway No. 1. Unterwegs sammelten wir nur einen  Autobahncache (GC1MNER | Cats & Coons) an einem Rastplatz ein, denn für ausgedehntes Powercaching war die Zeit leider zu knapp.

Endloser Fluss aus Gras

Endloser Fluss aus Gras

Das Travelodge-Hotel versprüht keinen luxuriösen Charme – aber man parkt das Auto vor der Tür, die Zimmer sind groß, alles ist sauber und die Betten sind bequem. Ein hervorragender Stützpunkt für unsere Touren in die Everglades. Den Abend verbrachten wir mit dem Aufsuchen des örtlichen Walmarts zwecks bunkern von Verpflegung. Schon am nächsten Morgen ging es nach einem für die Preiskategorie üblichen Hotelfrühstück (Plastikbesteck, Pancakerobot, Styroporbecher, mieser Kaffee) Richtung Everglades National Park – natürlich nicht ohne einen Stopp beim Starbucks Drive-Through. Hach, das ist hier alles so herrlich bequem: Drive-Through Kaffee, Futter, Geld… wir lassen das mal so unbewertet stehen ;).

Park Employee for a Day

Es war brütend heiß und die Luft schwer und feucht, als wir nach kurzer Fahrt den Eingang zum Everglades National Park erreichten. Die Kamera war gepackt, die Objektive geputzt, Verpflegung reichlich, Wasser selbstverständlich auch, dazu feste Schuhe… gut gerüstet nahmen wir also den ersten Cache im Park in Angriff. Und uns nahmen die ersten Moskitos in Angriff. Der Cache GC42GX2 | Park Employee for a Day Geocache #1 lag direkt im Gebüsch am Besucherzentrum und wir konnten ein paar Trackables austauschen.

Geocache am Anhinga-Trail

Geocache am Anhinga-Trail

 

Die Cacheserie “Park Employee for a Day” wurde und wird durch die Parkranger gelegt und gepflegt. Dabei liegen die Munitionsbüchsen gut zugänglich und leicht zu finden, so dass man nicht durch die wilde Natur trampeln muss. Das wäre in einem National Park mit Alligatoren vielleicht auch nicht immer ratsam.
Im Shop erwarben wir in unserer Verzweiflung für ungefähr $8 ein Moskitorepellent und dann konnte unsere Tour endlich losgehen. Für $10 passierten wir den Eingang und bogen nach ein paar Minuten links ab zum ersten Stopp: der Anhinga Trail.

Täglich starten mehrere von Rangern geführte Touren vom Parkplatz aus und wir haben uns lose an eine Gruppe angehängt. Entlang des gut ausgebauten Trails gab es für uns die besten Sichtungen im Park. Schon am Anfang, nachdem wir den Cache #2 der Park-Employee-Serie geloggt hatten, posierte ein Kormoran, dem sich Ronny sogar auf fast 1,5 m für ein Kopfportrait näher konnte. Wer braucht da schon Superteleobjektive?!

Kormoran

Kormoran

 

Ein Stück weiter kampierten Schwarzgeier auf einem Baum und labten sich von Zeit zu Zeit an einer toten Schlange am Wegesrand. Auch die Topattraktion der Everglades ließ sich nicht lange bitten. Vom Holzsteg aus, der über das flache Wasser führt, hatten wir einen tollen Blick auf ein paar Exemplare der Art Alligator mississippiensis. Dösend oder knurrend im Schilf oder einfach träge im sehr klaren Wasser dümpelnd – um uns herum befanden sich mindestens sechs dieser urzeitlichen Tiere. Schildkröten, Reiher, Libellen und Schmetterlinge komplettierten das Bild. Natürlich gab es auch ein paar Anhingas zu sehen. Diese Verwandten der Kormorane tauchen im Wasser durchs Schilf nach Beute und lassen ihr Gefieder anschließend mit ausgebreiteten Flügeln in der Sonne trocknen.
Am Ende des Trail sammelten wir noch fix am Pfad durch ein Hammock-Wäldchen den Virtual Cache GCCC4E | Tribute to a Tree ein. Als Hammock werden in den Everglades die kleinen Inseln genannt, die sich aus dem grasbewachsenen Gewässer erheben und in der Regel mit Bäumen bewachsen sind – wahre Minidschungel. Die Everglades sind kein Sumpfgebiet, sondern ein riesiger, seichter Fluss, der sich vom Lake Okeechobee im Norden in den Golf von Mexiko ergießt: ein Fluss aus Gras.

Cache aus der Serie "Park Employee for a Day"

Cache aus der Serie “Park Employee for a Day”

Wir fuhren nach dem Heben von Cache #3 der Serie weiter nach Süden zum Flamingo Point. Dort angekommen gab es neben ein paar Hot Dogs zum Mittag den Virtual Cache GC5694 | Flamingo Rock Virtual, der uns auf die Fährte einer der ersten Wildhüter überhaupt schickte. Leider war die Ausbeute an wilden Tieren hier und auch im weiteren Verlauf unserer Fahrt durch den Nationalpark eher gering. Außer von ein paar Reihern gab es wenig Spektakuläres zu berichten. Wir verließen also nach dem Fund von Cache#4 der “Park Employee for a Day”-Serie den Flamingo Point und machten noch jeweils Halt am Mahagony Hammock und am Pa-Hay-Okee Overlook. Direkt an der Straße wartete auch der fünfte und letzte Cache der Serie, zu der es bedauernswerter Weise keinen Bonus-Cache gibt.

Loop Road

Für den nächsten Tag war nochmal Everglades pur angesagt. Von Florida City fuhren wir schnurgerade nach Norden auf der 997 und bogen nach links auf den Highway 41 ein, der oberhalb der nördlichen Grenze des Nationalparks verläuft. Das Ziel war die Loop Road im Big Cypress National Reserve, einer Pufferzone nördlich des Parks. Der Highway verläuft über einen riesigen Damm, der das Wasser, das in den Nationalpark fließt, zurückhält. Außerdem passiert man bei der Fahrt das Miccosukee-Indianer Reservat. Nach ein paar weiteren Kilometern hält man sich einfach gerade aus und kommt auf die Loop Road – eine nicht asphaltierte Straße, an der links und rechts viele Wildtierbeobachtungen möglich sind. In einem Teich entlang der Straße befanden sich vier oder fünf Alligatoren dösend im Wasser. Außerdem gab es unzählige Graureiher, weiße Silberreiher, Lousiana-Reiher und Anhingas zu beobachten, die im seichten, klaren Wasser ihrer Beute nachstellten. Am Tree Snail Hammock wird auf Florida-Pumas hingewiesen – gesehen haben wir leider keine der Raubkatzen.

Wenigstens einmal wollten wir mit dem Airboat fahren und taten dies an einem der unzähligen Angebote entlang der Straßen. Christine hatte sogar noch einen Gutschein in einem der Coupon-Heftchen unseres Hotels gefunden. Auf die allgegenwärtigen Alligatoren-Shows, die häufig im Bundle angeboten werden, verzichteten wir allerdings. Wildtiere sind für uns keine Showobjekte.

Airboat

Airboat

Als Abendveranstaltung war ein wenig Shopping angesagt und die vielen Outlets und Malls bieten mit ihren ausgedehnten Öffnungszeiten hierfür ausreichend Gelegenheiten. Nach drei Nächten packten wir erneut unsere Koffer für eine Fahrt auf dem Highway No. 1 noch weiter in den Süden: auf die Florida Keys.


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