Gozo, Maltas kleine Schwester

Gozo ist die zweitgrößte Insel der Republik Malta und wird durch Autofähren der Reederei Gozo Channel Line an die Hauptinsel angeschlossen. Täglich fahren diese im 30-45 Minuten-Takt über den Gozokanal zwischen den beiden Inseln. Von unserer Basis in St. Julian’s ist der Fähranleger Ċirkewwa an der Nordwestküste der Insel in einer ca. 40-minütigen Autofahrt zu erreichen.

Ankunft in Gozo

Ankunft in Gozo

Die Standardgebühr für non-residents, also keine Bewohner von Gozo, beträgt 15,70 € für ein Auto mit Fahrer, jeder weitere Autoinsasse kostet 4,65 €. Für 20,35 € kamen wir also mit unserem kleinen Mietflitzer mit der Fähre nach Gozo und Retour. Achtung: die Gebühr wird erst auf der Rückfahrt bezahlt. Man muss also in Ċirkewwa nicht zum Ticketschalter gehen, sondern kann sich einfach mit dem Auto in die Schlange zur Fähre einreihen und einfahren. Die Fährbetreiber gehen wohl davon aus, dass die Autos, die nach Gozo fahren, auch wieder zurückkommen. Die Bezahlung auf der Rückfahrt verläuft unkompliziert: der Ticketverkäufer läuft in der Warteschlange von Auto zu Auto und erhebt die Gebühr vor der Einfahrt in die Fähre. In Gozo herrscht, wie auf der Hauptinsel auch, Linksverkehr.

Landschaft auf Gozo

Landschaft auf Gozo

Gozo hat uns gleich verzaubert. Alles ist grüner, weiter, unverbauter als auf der Hauptinsel.

An der Westküste war bis eine Woche vor unserem Besuch das bekannte Azure Window zu bestaunen. Dieses Felsentor war ca. 100 m lang und 20 m hoch. Leider stürzte es am 08.03.2017 während eines Sturms ein. Bereits einige Jahre zuvor kam es teilweise zu Einstürzen des Felsens, so dass der Bogen in den letzten 5 Jahren nicht mehr betreten werden durfte. Das Verbot wurde übrigens von vielen Besuchern missachtet. Umso verwunderlicher, dass beim vollständigen Einsturz keine Personen zu Schaden kamen.

Was vom Window übrig blieb: nichts ;)

Was vom Window übrig blieb: nichts 😉

Der Naturpark rund um das ehemalige Azure Window bleibt aber auch ohne diese Naturattraktion einen Besuch wert. Besonders Game of Thrones-Fans kommen hier auf ihre Kosten, denn die “dothrakische Hochzeit” von Daenerys Targaryen und Khal Drogo wurde hier gefilmt – natürlich noch mit dem Felsentor.

Inlandsee

Inlandsee

Aber auch Geocacher müssen nicht ohne Fund von dannen ziehen. Mit dem Earthcache GC3XFYV | The DWEJRA – GOZO gibt es Interessantes über das Gebiet zu erfahren. Ein Inlandsee, der durch einen Tunnel mit dem Meer verbunden ist, kann mit Booten befahren werden. Aber auch echte Dosen gibt es zu finden und so kletterten wir über die glitschigen Felsen zu GC61VJR | Azura Coast und fanden in der Nähe von GC56JKW | Azure Park eine Miniaturausgabe des eingestürzten Azure Windows – jemand machte sich offensichtlich einen kleinen Spaß daraus :).

Fake Azure Window

Fake Azure Window

Weiter ging die Fahrt zurück über die Insel bis nach Victoria, der Inselhauptstadt von Gozo. Das Städtchen hat etwas über 6.000 Einwohner und liegt Mitten auf dem Eiland. Im Norden des kleinen Stadtzentrums liegt eine mächtige Zitadelle auf einem Felsen, von dem man aus einen herrlichen Blick über die ganze Insel hat. Weitere Sehenswürdigkeiten in Victoria sind die Kathedrale, die Basilika und der Markt. Hier reiht sich ein Café neben dem nächsten.

Zitadelle von Victoria

Zitadelle von Victoria

Besonders empfehlen können wir das Lokal “Captain Spriss”. In diesem kleinen Café gibt es leckeren Kuchen und selbstverständlich wird auch ein Sojalatte serviert. Es war übrigens überall in Malta kein Problem, mit alternativen Milchsorten versorgt zu werden, die Malteser sind hier sehr fortschrittlich – das fühlt sich fast schon an wie in UK.

Schroffe Felsen

Nach soviel urbanen Touristenspots war es wieder Zeit für ein wenig abenteuerliches Natur- und Geocachingerlebnis. Wir steuerten den kleinen Flitzer an die nordöstliche Küste von Gozo. Hier finden sich Höhlen, von denen wir uns die GC4c5BZ | Cathedral Cave genauer anschauten. Der Zugang zur Höhle war steil und ging über große Felsen und über Felsspalten, die Terrain-Wertung mit 2 Punkten erschien uns deutlich unterdimensioniert.

Kletterpartie

Kletterpartie

Einige Kletterpartien später – und bitte den Hinweis im Listing ernst nehmen, da ist ein tiefes Loch im Boden Mitten in der Höhle – hatten wir den Cache in den Händen und den Stempel im Logbuch.

Höhle

Höhle

Ebenfalls ein schöner Spot mit Blick über das Meer bietet sich bei GC4QKFX | Jaeken’s Hideout, einem alten Wachturm, der schon lange verlassen ist und trotz seiner Restaurierung in 2006 nicht mehr genutzt und auch nicht zu besichtigen ist.
In der Nähe der Bucht Dahlet Qorrot, hierher verirren sich nur selten Touristen, trafen wir auf Fischer, die ihre Boote in kleinen Verschlägen einlagerten.

Dahlet Qorrot

Dahlet Qorrot

Zum Schippern war es viel zu windig. Die Gischt peitschte weit über die Steilküste und die Stege an der kleinen Hafenanlage, während das Meer Welle für Welle in die kleine Bucht schickte. Wir fanden dennoch einen begehbaren Weg an der felsigen Küstenlinie entlang, um zu GC1F50H | Dahlet Qorrot zu gelangen. Sogar ein paar Fossilien sahen wir bei der Suche nach dem Döschen, die sich an einer alten Trockenmauer versteckt.

Wachturm

Wachturm

Es dämmerte bereits zur Nacht, als wir uns auf den Rückweg zur Fähre machten. Wir hatten einen phantastischen Tag in Gozo verbracht und beim Sonnenuntergang bekamen wir einen letzten großartigen Blick auf die Kirche Rotunde von Xewkija. Wir können jedem Reisenden nach Malta nur empfehlen, mindestens einen Tag, mit ein bisschen Wandern auch zwei, auf Gozo zu verbringen. Mit GC41Q7P | Fishing for Ferries verabschiedeten wir uns in der Nähe des Fähranlegers von Maltas hübscher kleiner Schwester und fuhren in der Dunkelheit zurück auf die Hauptinsel.

Kirche von Xewkija

Kirche von Xewkija

 

 

 


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