Ein Tag im Kennedy Space Center

Unsere vierzehntägige Kreuzfahrt bestand eigentlich aus zwei siebentägigen Reisen, die wir miteinander kombinierten. Die meisten der anderen Passagiere haben deshalb am sogenannten Turnover Day in Port Canaveral das Schiff verlassen, während wir entspannt dem zweiten Teil unserer Back-to-Back-Cruise entgegen sahen.

Erneute Einreise

Doch was tun an diesem Tag? Auf dem Schiff bleiben, während die Bordcrew das komplette Schiff mit Kabinen und Außenbereiche für den Bettenwechsel auf Hochglanz brachte, war keine echte Option. Der Tag im Hafen wollte aktiv genutzt werden! Ein Besuch des Kennedy Space Centers in Cape Canaveral war sowieso auf unserer Liste und da sich dieses Must-See nur wenige Meilen entfernt vom Cruise Terminal befindet, stand unser Tagesprogramm schnell fest.

Thumbs-up!

Thumbs-up!

Hier lohnt sich übrigens ein Blick in das Ausflugsprogramm der Reederei. Wir haben inkl. Transfer, Eintritt und Guide nicht mehr gezahlt, als hätten wir den Ausflug auf eigene Faust gebucht. Und ein großer Vorteil bestand beim organisierten Trip: die Gruppe wurde gemeinsam früh am Morgen durch die Immigration geführt. Das Schiff ist aus nicht-amerikanischen Gewässern in die USA eingelaufen, daher ist eine erneute offizielle Einreise notwendig. Dafür lohnte sich auch das frühe Aufstehen und das Treffen mit den übrigen Ausflüglern um 7:00 Uhr. Wie wir später von anderen Mitreisenden erfahren haben, gab es massive Probleme bei der Individualeinreise, die sich ohne ersichtlichen Grund auf 3 Stunden Länge gezogen hatte. Wir dagegen waren um 7:30 Uhr durch die Immigration und Customs und befanden uns ordnungsgemäß mit kleinem Gepäck als Transitreisende auf dem Weg im Reisebus gen Cape Canaveral.

Space: the final frontier

Rocket Garden

Rocket Garden

Ein lokaler Anbieter mit dem Namen Karen “Guide” führte uns durch diesen Tag voller amerikanischem Nationalstolz. Auf dem Weg gab es sogar ein paar Alligatoren zu sehen, handelt es sich bei Florida doch um eine Sumpflandschaft, in der sich so manches Getier tümmelt.
Kurz vor Öffnung des Geländes waren wir vor Ort und machten den obligatorischen Schnappschuss mit dem für Touristen parat stehenden Astronauten. Die arme Socke musste bei fast 30°C in voller Montur die Ankömmlinge bespaßen. Ein kurzes Thumps-up für das Erinnerungsfoto und schon ging es los zur Besichtigung des Kennedy Space Center Visitor Complex.

Die Tour führte uns zuerst zum Early Space Exploration, einer Art Museum, in dem die Geschichte des Mercury und Gemini Space Programms erläutert und anhand von original Artefakten dargestellt wird. Gleich gegenüber befindet sich der weltberühmte Rocket Garden mit seinen gen Himmel gerichteten Exponaten. Dem Space Shuttle Programm der NASA ist ein eigener Gebäudekomplex gewidmet, das Atlantis Shuttle Exhibit. Hier wird auf imposante und ziemlich patriotische Weise dem Zuschauer das Spaceshuttle-Programm inklusive der Raumfähre Atlantis nahe gebracht. Außerdem kann der Tourist sich an vielen Mitmachstationen selbst wie ein Astronaut fühlen, um schließlich nach einer beeindruckenden Multimedia-Show dem Shuttle selbst gegenüber zu stehen.

Es schloss sich eine Bustour über das Areal an, vorbei am VAB (Vehicle Assembly Building) und einem Crawler (Raketentransporter vom VAB zu den Launch Pads) sowie einer Raketenabschussrampe bis hin zum Apollo/Saturn V-Center.

VAB - Vehicle Assembly Building

VAB – Vehicle Assembly Building

Hier wird eine 110 Meter lange Saturn Rakete ausgestellt und inmitten von Souvenirständen sowie einem Selbstbedienungsrestaurant kann man beim Lunch einem beeindruckenden Stück amerikanischer Raumfahrtgeschichte beiwohnen.
Es gibt einige Superlative und Rekorde, die durch die Gebäude und die ausgestellten Raketen auf diesem Gelände gehalten werden. Zum Beispiel ist das oben erwähnte VAB, zur Endmontage der Raketen und früher der Ausrüstung der Space Shuttles mit den Boostern, das größte Hallengebäude der Welt. An den Seiten befinden sich obendrein die höchsten Tore der Welt.

Sail-away, die Zweite

Anschließend war die Tour auch leider schon vorbei. Der Großteil der Gruppe wurde vom Bus zum Flughafen geshuttelt, während wir mit einem Taxi zum Cruise Terminal zurückfuhren und ganz entspannt mit unserer neuen Seapass Karte boarden konnten.

Sail-Away mit Alex, dem Partylöwen

Sail-Away mit Alex, dem Partylöwen

Bei dem Transfer zurück zum Schiff handelt es sich um eine besondere Regelung für Back-to-Back-Cruiser und die Taxikosten müssen erstmal vorgelegt werden. Diese erhielten wir allerdings, und das war vorher auch so vorgesehen, beim Guest Relations gegen Vorlage der Quittung wieder unkompliziert zurück.
Gecacht haben wir an diesem Tag leider nicht, auf dem Gelände sind keine Caches erlaubt und für die offizielle Kennedy Space Center GeoTour, die quer durch Florida führt, fehlte uns die Zeit.

Strand von Cape Canaveral bei der Ausfahrt

Strand von Cape Canaveral bei der Ausfahrt

Die zweite Ausfahrt aus Port Canaveral war viel schöner als die erste. Bei strahlendem Sonnenschein und untermalt von der Musik der Sail-away-Party schipperten wir in Richtung westliche Karibik.


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