Kreuzfahrt “Westliches Mittelmeer”: Intro

Die Anreise erfolgte mit dem eigenen PKW über die Schweiz – für die Länderstatistik aber gar nicht interessant, denn die Schweiz wird von dem Herrn des Hauses regelmäßig bereist und ab und an becacht. Wir machten einen Zwischenstopp im schönen Luzern, bei dem uns das Sommerwetter leider im Stich ließ. Auf einem zweistündigen Spaziergang durch die Altstadt und über die Kapellbrücke konnten wir bereits die ersten Dosen der Reise heben. Danach ging es durchgefroren weiter auf der Fahrt.

Luzern - Kapellbrücke

Luzern – Kapellbrücke

Von hier an ging die Reise flott voran, bis Genua war es uns aber zu weit, um in einem Rutsch durchzufahren. Ein paar Stunden Schlaf im Auto auf einer schweizerischen Raststätte sollten ausreichen, das Hotel wollten wir sparen und das Geld lieber in spanische Tapasbars tragen. Doch dem Sparfuchs zollten wir Tribut, denn es stellte sich heraus, dass das Cachemobil eine äußerst unbequeme Schlafgelegenheit darstellte. Nach gefühlten Null Stunden Schlaf ging es am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe auf die Weiterreise nach Genua.

In Genua hatten wir vorab einen Parkplatz in einem Parkhaus in der Nähe des Cruise Terminals gebucht. Bei Ankunft erhielten wir von einem windigen Italiener die Auskunft, dass das Parkhaus “aus Sicherheitsgründen” geschlossen sei. Er hieß uns zu einem Ersatzparkplatz zu folgen, irgendwo im Nirgendwo Mitten im Hafenviertel, um das Auto für die Woche dort abzustellen. Dort, zwischen Hafencontainern und einem heruntergekommenen alten Schuppen, sollten wir unser Auto parken und natürlich für die Woche unseren Autoschlüssel abgeben. Wir verzichteten und machten uns schnell auf den Weg, eine andere Parkmöglichkeit zu suchen. Glücklicherweise gab es noch genau einen freien Parkplatz in einem anderen Parkhaus, welches mit professionellem Service und einem Shuttle Bus zum Cruise Terminal aufwartete. Wir empfehlen für sicheres und relativ günstiges Parken Park Torre Sud Porto Genova. Die o.g. Masche haben wir übrigens auch von anderen Cruisegästen gehört, da bleibt ein schaler italienischer Beigeschmack.

Boarding

Der Check-in am Cruise Terminal war einfach und schnell, es gab keine Warteschlange, da nur wenige Gäste Genua als Abfahrtshafen nutzten. Dies war die erste Neuerung, die wir bisher von anderen Kreuzfahrten nicht kannten. Die Gäste hatten die Möglichkeit, in Civitavecchia, Genua oder Marseille an Bord zu gehen, der Hauptabfahrtshafen war Civitavecchia. Wenn es einen nicht stört, dass die Welcome- bzw. Farewellpartys nicht am eigenen Ankunfts- bzw. Abreisetag stattfinden, ist das kein Problem. Für uns lag Genua nahe, da wir mit dem eigenen Auto anreisen wollten und die Woche spontan ziemlich günstig buchen konnten.

Pooldeck

Nachdem unser Gepäck getaggt und vom Hafenpersonal direkt zum Schiff gebracht wurde, lagen nur noch die üblichen Formulare vor uns: “Leiden Sie an Durchfallerkrankungen?” (heute nicht 😉 ), bevor wir mit unseren Seapass Cards in den Händen das Schiff betreten konnten. Die Seapass Card ist nicht nur die Zugangskarte zur Kabine, sondern auch das bargeldlose Zahlungsmittel an Bord.

Die Kabinen stehen am Abfahrtstag nicht vor 13 Uhr zur Verfügung, aber die anderen Bereiche können natürlich schon genutzt werden. Nachdem wir die übernächtigten Knochen in der Sonne auf dem Pool Deck ausgeruht hatten, stürmten wir das Windjammer zum Lunch. Das Windjammer ist das Buffett Restaurant auf den Schiffen von Royal Caribbean und an regulären Abfahrtstagen gleicht der Gang zur Futterstelle auch schon mal einem Spießrutenlauf. Hier ist jedoch alles ruhig, die meisten Gästen sind auf Landgang und die Legend ist ein kleines Schiff, da gibt es keine Massenaufläufe.

Die Legend ist ein relativ altes Schiff und hatte ihre Jungfernfahrt bereits 1995 hinter sich. Sie wurde aber Anfang 2013 und damit vor unserer Fahrt modernisiert. Das Schiff ist in einem guten Zustand, ein kleines bisschen Patina gibt es hier oder da, aber insgesamt ist es sehr sauber und ordentlich. Die Legend ist mit elf Decks und Platz für ca. 2.000 Passagiere eines der kleineren Schiffe der Flotte, bietet aber dennoch alles, was zum rundum-sorglos-Urlaub auf dem Meer dazu gehört: diverse Restaurants, Bars und Lounges, ein Vitality Spa und Fitness-Center, eine Leinwand auf dem Pooldeck, ein überdachten Poolbereich für Erwachsene, zwei Swimmingpools, vier Whirlpools, eine Minigolfanlage, eine Kletterwand, einen Joggingpfad, einen Schönheitssalon, diverse Geschäfte sowie ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm. Und wer das alles noch genauer wissen will, kann sich bei RCI über die Flotte im Allgemeinen und die Legend im Speziellen informieren.

Zum Abfahrtstag gehört auch der Muster Drill. Die Gäste versammeln sich an ihrer Seenotsammelstelle – sicherheitshalber auch auf der Seapass Card vermerkt – und werden in die Benutzung der Schwimmwesten eingeführt. Anschließend wird der Weg zum für den Notfall vorgesehenen Rettungsboot gezeigt. Die Übung gleicht den Sicherheitshinweisen im Flugzeug, mit dem Unterschied, dass die Schwimmweste im Notfall im Kleiderschrank in der Kabine liegt, während man selbst auf dem Pool Deck im Whirlpool chillt und sich mitnichten an das Deck erinnert, auf dem das Rettungsboot wartet und… stopp, wir gehen mal nicht vom Schlimmsten aus.

Viking Crown Lounge

Das Dinner am Abend findet in zwei Sitzungen, um 18 und um 20 Uhr, im Hauptrestaurant statt. Wir haben uns bisher immer für die frühe Essenszeit entschieden, um anschließend noch genug Gelegenheit für Shows, Bars etc. zu haben. Man kann auch My Time Dining wählen, dann kann man täglich spontan im Restaurant essen. Auf einer siebentägigen Kreuzfahrt finden zwei formelle Abende mit Dresscode statt. Wer das nicht möchte, kann dies umgehen, indem er abends im Windjammer vom Buffet isst oder ein Spezialitätenrestaurant, z.B. ein Steakhaus oder einen Italiener, aufsucht. Diese kosten aber einen Aufpreis. Auf einer Kreuzfahrt wird alles andere als gehungert, es gibt im Prinzip 24/7 in den Restaurants, Bars und Cafés oder über den Roomservice eine ausgezeichnete Essensversorgung. Außerdem zählen Kalorien auf einer Kreuzfahrt nicht, wie uns erfahrene Kreuzfahrer mit Augenzwinkern zuraunten.

Auf dieser Reise hatten wir eine Innenkabine zum Schnäppchenpreis gebucht. Da es auf der Route nur einen Seetag gab – wir würden uns deshalb selten in der Kabine aufhalten – war das für uns das beste Preis-Leistungsverhältnis. Vormachen muss man sich dabei natürlich nichts, Innenkabinen sind klein, ohne Fenster und das Bad gleicht einem Wohnklo. Bei der Ausstattung und Sauberkeit gibt es aber selbstverständlich keine Abstriche. Der Kabinensteward kümmert sich zweimal täglich um die Kabine und passt sich dem Rhythmus der Gäste an. So ist z.B. abends nach dem Dinner das Bett aufgeschlagen und ein Handtuchtier begrüßt die Reisenden.

Gepäckverladung in Genua

Das Gepäck wird am Anreisetag vom Schiffpersonal durchleuchtet und von allerlei gefährlichen und verbotenen Gegenständen befreit. Manche Gäste schmuggeln Unmengen Alkohol in sog. Rum Runners an Bord oder benötigen unbedingt ihr elektrisches Heizkissen in der Kabine. Durch die Kontrollen verzögerte sich die Gepäcklieferung auf die Kabine. Da uns nur ein Koffer gebracht wurde, ahnten wir, dass wir auch gefilzt wurden. Der zweite Koffer sollte von uns persönlich im Sicherheitsraum abgeholt werden. Bei dem Corpus Delicti handelte es sich um ein wichtiges Utensil unserer ECGA: unser Leatherman. Da half auch alles Bitten und Flehen nichts, ein Leatherman ist für das RCI-Sicherheitspersonal eine (gefährliche) Waffe und denen ist es wirklich sowas von egal, dass wir ohne Leatherman evtl. spezielle Cachecontainer nicht öffnen können. Es wurde bis zum Ende der Reise konfisziert.

Cachen auf Kreuzfahrten

Cachen auf Kreuzfahrten ist eine prima Gelegenheit, die Länderstatistik nach vorne zu bringen und mit Hilfe von schönen (Sightseeing)-Caches einen Einblick in eine Stadt zu erhalten. Wir brauchen dafür keinen speziellen Reiseführer mehr, denn die lokalen Owner halten zu den Orten, die sie für sehenswert halten, meist alle wichtigen Infos parat.

Die Pocket Queries und Karten der Städte werden vor der Reise auf das GPS geladen. Caches mit einer hohen Difficulty- oder Terrain-Wertung werden aber vorab aussortiert, dafür bleibt bei einem eintägigen Landausflug keine Zeit. Eine Kreuzfahrt dient auch eher dazu, Land und Kultur schmackhaft zu machen, aber genau das gefällt uns, wir kommen gerne für länger wieder, wenn uns eine Stadt oder Gegend gut gefallen hat.


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