Kreuzfahrt Westeuropa: Brügge sehen und cachen

Weithin sichtbar: der Belfried

Weithin sichtbar: der Belfried

Brügge sehen und cachen… das war das Motto für unseren nächsten Anlaufhafen.
Zeebrügge ist der moderne Seehafen und ein gutes Stück außerhalb der belgischen Stadt Brügge gelegen, die seit dem späten Mittelalter vom Meer abgeschnitten ist. Die AIDAbella legte also in einem großen Industriehafen an, in dem sich Reisende nicht frei im Hafengelände bewegen dürfen und zum Hafenausgang den Hafentransfer nutzen müssen. In Zeebrügge ist das auch nicht so schlimm, denn viel zu sehen gibt es eigentlich nicht.

Mit dem Taxi nach … Brügge

Das Verlassen des Schiffes war im Vergleich zum Aufenthalt bei unseren britischen Freunden deutlich einfacher – dieses Mal war keine gesonderte Registrierung oder Gesichtskontrolle notwendig ;). So liefen wir nach der Gangway schnurstracks an der Schlange für den Shuttle zum Hafeneingang vorbei und nahmen uns eines der dort parkenden schwarzen Taxis. Der einfache Fahrpreis zum Grote Markt in Brügge betrug 50 € – also insgesamt 100 € hin und zurück. Da wir zu viert waren, relativierte sich der Preis pro Kopf und Strecke auf 12,50 €. Alternativ hätten wir mit dem Shuttle zum Hafeneingang, von da mit Straßenbahn nach Blankenberge und weiter mit einem stündlich verkehrenden Zug nach Brügge… zusammen mit 1.000 anderen AIDA-Cruisern. So ging es ganz entspannt mit dem Taxi direkt in die Stadt – sogar ein paar Details zu Brügge ließ sich der Taxifahrer auf der ca. 30-minütigen Fahrt entlocken. Natürlich wurden wir schon von weitem auf den Belfried hingewiesen, der im Film “Brügge sehen… und sterben?” ein zentraler Schauplatz ist. Der Film war es denn auch, der uns vor Jahren auf diese Stadt aufmerksam machte. Nun waren wir neugierig auf das, was uns am Ziel erwarten würde.

Stadtbesichtigung… mit dem Boot

Der Stadtkern ist nicht besonders groß und lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Der Grote Markt ist ein guter Startpunkt für eine Stadterkundung und von hier aus kann man sich in die Gässchen mit ihren hübschen Fachwerkbauten treiben lassen.

Grote Markt

Grote Markt

Der Taxifahrer entließ uns mit dem Hinweis auf den nächstgelegenen Bootsanleger für eine Grachtenfahrt und wir stürzten uns in das Touristengetümmel auf dem großen Platz. Überall riecht es verführerisch nach Pommes und Waffeln, die Chocolaterien laden zum Kosten und Staunen ein. Es gibt quasi nichts, was hier nicht aus Schokolade dargestellt wird.

Besonders schön ist es aber, eine Stadtrundfahrt über die Reien, wie die Grachten in Brügge genannt werden, zu machen. Die Boote schippern gemächlich durch die Wasserstraßen und bieten einen reizvollen Blick auf die Fassaden der mittelalterlichen Häuserzeilen. Die Fahrt ist mit 30 Minuten fast ein wenig zu kurz, denn neben der Aussicht gibt es vom Bootsführer auch noch allerhand Wissenswertes und Lustiges über Brügge zu hören.

…und cachen

Field Mystery am Grote Markt

Field Mystery am Grote Markt

Eine Bootsfahrt macht hungrig und daher stärkten wir uns mit einer ordentlichen Portion belgischer Pommes, bevor wir uns an unser Tagesziel machten: der belgische Länderpunkt! Viele Caches gibt es in der Innenstadt von Brügge nicht und dazu auch noch kaum Tradis. Für unsere Runde durch die City suchten wir uns den tollen Multi GCXKWY | Brugge : Belle Lettere aus. Dieser Cache ist der Stadt Brügge als Zentrum der modernen Kalliegraphie gewidmet und führte uns an viele sehenswerte Plätze, vorbei an schönen Fachwerkbauten und durch die schmalen Gassen der altehrwürdigen Handelsstadt.
Ein besonderes Geocaching Highlight und “must do” ist der Tradi GC4XMCM | RV 5.08 : Brugge. Die “Dose” zu finden kostete uns schon mal einiges Umrunden des Ground Zeros, ein Smiley wies uns dann letztlich den Weg und sorgte für den Aha-Effekt. An diesem Cache trafen wir erst auf einen cachenden Mitcruiser, den wir bei unserem Event in Southampton kennen gelernt hatten, und dann auf ein weit gereistes Cacher-Pärchen aus Singapur. Gemeinsam machten wir uns an die Aufgabe, diesen Field Mystery zu lösen, denn so einfach wollte der Owner den Punkt nicht vergeben. Anhand einer Bilderkarte sollten verschiedene Merkmale, u.a. Fensterbeschläge, Hausgiebel oder Straßenschilder auf dem Grote Markt zugeordnet werden, um damit den Zahlencode für ein Schloss zu errätseln. Das war gar nicht so einfach auf dem vollen Marktplatz, aber letztlich waren wir erfolgreich und konnten nicht nur unseren Namensstempel, sondern auch ein verdientes Schleifchen, also einen Favoritenpunkt, hinterlassen.

Immer noch auf der Suche nach dem Finale des Kalligraphie-Multis, kamen wir an der Liebfrauenkirche vorbei, an der sich der Earthcache GC2NQRY | Stad gebouwd met Crinoiden befindet. Trotz ihrer derzeitigen Renovierung zieht die gotische Kirche viele Besucher an. Denn hier kann, für einen zusätzlichen Obolus versteht sich, eines der Werke von Michelangelo außerhalb von Italien bewundert werden: die Brügger Madonnenstatue.

Eckhaus

Eckhaus

 

Für die Rückfahrt gab es noch ein bisschen Ärger mit dem Taxi, das leider nicht zur verabredeten Zeit am Treffpunkt erschien. Zum Glück hatten wir für diesen Fall eine Nummer in die Hand gedrückt bekommen und nach einem kurzen Telefonat und weiterer Wartezeit, stand endlich ein Wagen für die Fahrt zurück zum Schiff bereit. Auch hier war der Fahrer sehr gesprächig und wies uns auf die riesigen Parkplätze zum Verschiffen unzähliger PKWs sowohl zur Ein- als auch zur Ausfuhr hin.
Zur Ausfahrt der AIDAbella, natürlich auch hier untermalt von Enyas obligatorischem Auslaufsong, postierten wir uns achtern an der Reling und ließen bei einer steifen Brise den Blick über die belgische Nordseeküste schweifen. Mit diesen letzten Eindrücken verabschieden wir uns und freuten uns auf den letzten Hafen unserer Reise: Amsterdam.


<< Zurück zur Übersicht Weiter nach Amsterdam>>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.