Kreuzfahrt Westeuropa: Étretat und Honfleur

Unser erster Stopp dieser Kreuzfahrt führte uns nach Le Havre, ein kleines Hafenstädtchen im Norden Frankreichs in der Normandie. Genau genommen liegt es an der Mündung der Seine und markiert damit an der Küste die Grenze zwischen der Haute- und der Basse-Normandie. Der überwiegende Teil der Mitreisenden machte sich auf den Weg gen Paris, doch für uns kam es nicht in Frage, 2,5 Stunden einfache Fahrt in einem Reisebus zu sitzen – zumal wir in der Stadt der Liebe bereits unsere Flittertage verbracht haben. Auch wenn sich die Reise “Metropolentour” schimpft, wählten wir für uns einen beschaulicheren Ausflug fern der Pariser Großstadt.

Bonjour, Normandie

Wir hatten im Vorfeld ein kleines französisches Auto gemietet – und was haben wir bekommen?! Einen Golf! Die Mietwagenstation liegt in fußläufiger Entfernung vom Cruiseterminal und mit einem Marsch rund ums Hafenbecken war das Auto innerhalb von 30 Minuten abgeholt.

Étretat im Nebel

Étretat im Nebel

 

Unser erstes Ziel war Étretat, ein kleines Seebad ca. 40 Autominuten in westlicher Richtung von Le Havre entfernt. Das malerische Städtchen ist vor allem durch seine Steilküste und die spektakulären Kreidefelsen bekannt – der Strand mit seinen großen runden Kieseln wird eingerahmt durch den weit ins Meer ragenden Felsbogen Porte d’Aval mit der Auguille, der Nadel, im Südwesten und dem Failaise d’Amont im Nordosten. Ein Bunker des Atlantikwalls am Fuße des Failaises d’Aval zeugt auch von der dunklen deutschen Vergangenheit während der Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Leider meinte es das Wetter am Vormittag nicht so gut mit uns und so war es nicht nur kalt, sondern auch die Sicht durch Niesel und Nebel verschleiert – positiv betrachtet verlieh dies sowohl dem Städtchen als auch den Felsen eine geheimnisvolle und ein bisschen melancholische Stimmung.

Auf und Ab

Unsere Stimmung hellte sich nach einem überteuerten, aber dafür sehr guten französischen Kaffee wieder auf. Ein wenig aufgewärmt konnten wir uns zurück an den typischen Kieselstrand begeben und die Steilküste aus dieser Perspektive bestaunen. Natürlich gibt es an diesem Naturdenkmal auch einen Earthcache zu finden, GC2EM1N | Les falaises d’Étretat, mit Fragen zu den Felsentoren, die durch einen unterirdischen Fluss und maritime Erosion entstanden sind.  Vom Strand aus gelangt man über einen Treppenanstieg zum Felsplateau des Failaise d’Amont.

Kreidefelsen Porte d'Aval mit der Auguille

Kreidefelsen Porte d’Aval mit der Auguille

Da wir uns den Aufstieg nicht nehmen ließen, wurden wir mit einer spektakulären Aussicht über den Ort, den Strand, das Meer und die Felsformationen belohnt. Als Bonbon konnten wir in der Nähe des Fliegerdenkmals eine gut getarnte Dose GC4ATP3 | L’oiseau blank – The White Bird aus dem Gebüsch heben und einen Trackable da lassen.
Nach dem Abstieg schlenderten wir noch ein wenig durch die hübschen Gassen von Étretat, bevor wir uns weiter auf den Weg nach Honfleur machten.

Malerisches Honfleur

Während der Fahrt nach Honfleur fiel uns ein altes Herrenhaus mit riesiger Parkanlage entlang der Landstraße auf. Beim genaueren Ansehen mussten wir etwas enttäuscht feststellen, dass es sich hierbei nicht um einen Lost Place handelt und wir leider auch nicht einen ebensolchen Cache heben können. Es handelte sich um das Schloß Fréfossé, welches leider nicht besichtigt werden kann. Ein paar neugierige Blicke durch den Zaun und einige Fotos später ging die Fahrt weiter.

Alter Hafen von Honfleur

Alter Hafen von Honfleur

 

In Honfleur angekommen ergatterten wir einen überteuerten Parkplatz in der Nähe des Alten Hafens. Das historische Hafenbecken wird heute als Marina genutzt, an dem sich ein Café an das andere reiht. Das lädt zu einem kurzen Bummel rund um das malerische Bassin ein. Der Zugang zum Bassin ist durch eine Hebebrücke versperrt und zu unserem Glück wurden gerade ein paar Segelboote hereingelassen. Deren Einfahrt wurde durch eine große Zahl Wartender gespannt verfolgt.

Jardin du Tripod

Jardin du Tripod

Nach einem Crépe und einem weiteren Käffchen waren wir ausreichend gestärkt, um die verbleibende Zeit dem Dosensammeln zu widmen. Also stürzten wir uns wieder in das Touristengewimmel, um uns dann nach dem Abbiegen in eine Seitengasse in eine Oase der Ruhe zu retten. Hier, im liebevoll angelegten Jardin die Tripod, fanden wir die kleine gleichnamige Dose GC5G0BH | Jardin du Tripot. Der Park ist entlang eines Baches in einem Hinterhof angelegt und die umgebenden Häuser erinnern ein wenig an die Winkelgasse aus der Harry-Potter-Verfilmung. Ein sehenswertes Kleinod abseits des Trubels. Wir verließen den Park Richtung St. Léonard Kirche, wo uns ein weiterer Cache GC5G0DN | Eglise St Léonard erwarten sollte. Vor Ort trafen wir auf einen Trupp von Geocachern, die wir bei der Suche nach der Dose tatkräftig unterstützen konnten.

Zurück an Bord

Nun war es Zeit die Fahrt zurück nach Le Havre anzutreten und damit der Normandie fürs Erste auf Wiedersehen zu sagen. Die Fahrt über die imposante Brücke Pont de Normandie, welche die Bucht von Rouen an der Seinemündung überspannt, dauert nur wenige Minuten. Die AIDAbella sollte erst um 20:00 Uhr ablegen und so hatten wir nach Rückgabe des Fahrzeugs um 18:00 Uhr noch ausreichend Zeit all jene Dosen einzusammeln, die wir auf dem Hinweg zwischen Terminal und Mietwagenstation links liegen lassen mussten. Auch wenn wir uns am Fischmarkt nach einer fast 30 minütigen Suche mit einem DNF geschlagen geben mussten, waren wir bei den thematisch passenden Geocaches GC4QERV | Le Ferry und GC4R3ZD | Terminal de Croisière erfolgreich.
Zurück an Bord knurrte uns nach dem langen Tag ordentlich der Magen und so genossen wir nach der “heißen Schlacht am kalten Buffet” beim Abendessen die Ausfahrt auf der Seine in Richtung Southampton. Das Souvenir “Meet your Roadtrip Crew” wartete dort bereits auf uns…


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