Kreuzfahrt Westeuropa: Stonehenge und Bath

Die Reise von Le Havre nach Southampton über den Ärmelkanal – die Briten nennen ihn English Channel – dauerte nicht lange und daher lag unser Schiff  bereits bei Tagesanbruch im Hafen. Der Hafen von Southampton ist für so manchen Kreuzfahrer etwas Besonderes. Hier starteten und starten viele Transatlantik-Liner inklusive der tragischen Titanic und es ist der Heimathafen der eleganten Schiffe der Cunard Cruise Line wie der Queen Mary 2, Queen Elizabeth oder der Queen Victoria. Wenn wir groß sind, wollen wir damit auch mal fahren!

Stonehenge Weite

Stonehenge Weite

Die AIDAbella hatte am Cruise Terminal des Mayflower Quai fest gemacht und so konnten wir beim morgendlichen Getümmel am Frühstückbuffet einen ersten Blick auf die Stadt erhaschen. Das Ländersouvenir befindet sich schon seit 2010 aufgrund eines Trips nach London in unserem Besitz, diesbezüglich gab es also nichts mehr zu holen.
Doch keiner kommt ins Königreich ohne Gesichtskontrolle: eine von den britischen Behörden organisierte Identitätskontrolle stand vor dem Landgang auf dem Programm. Alle Cruiser, egal ob sie das Schiff verlassen oder den Tag an Bord genießen wollten, mussten sich in die lange Schlange an der Rezeption einreihen und den grimmig dreinschauenden Zollbeamten Pass und Gesicht vorzeigen.
Erneut hatten wir uns beim Ausflug gegen die Metropole entschieden und wählten stattdessen die englische Landstraße. Als Veteranen des Linksverkehrs hatten wir bereits ausgiebige Erfahrungen mit der falschen Seite in Südafrika gemacht. Die Ziele des Tages hießen also Stonehenge bei Amesbury und die Stadt Bath.

Die Autovermietung Enterprise hat ihre Station direkt hinter dem südöstlichen Hafenausgang und es sind vom Terminal aus kaum 5 Minuten bis dorthin. Die Übernahme eines rechtsgelenkten Kleinwagens verlief reibungslos, fix war die Reisebegleitung – Ronnys Eltern – vom Terminal abgeholt und ab ging die Fahrt. Die Briten lieben scheinbar ihre Roundabouts, denn gefühlt alle 300 Meter kurvt man in den Kreisverkehren von Abzweig zu Abzweig. Immerhin, das gibt Fahrpraxis für’s Linksfahren. Wir nahmen die Landstraßen A36 und A360 zu unserem ersten Ziel:

Das Steingehege

Nein, die Übersetzung von Stonehenge heißt natürlich nicht Steingehege, sondern eher Steinportal… oder so ähnlich. Wikipedia macht da schlauer. Trotzdem war es herzig, wie unsere Reisebegleitung – des Englischen nicht mächtig – die steinzeitliche Kultstätte nannte. Aber sobald man einen ersten Blick auf die Steinformation erhascht, ahnt man, dass die Bezeichnung nicht falsch ist. Mittlerweile gibt es ein neues und modernes Besucherzentrum und einen Shuttle.

Steingehege

Steingehege

 

Der betagte Virtual Cache GCA68D | Stonehenge befindet sich auch heute noch auf dem alten Parkplatz – aber die Steine liegen und stehen noch immer da, wo sie schon bei unserem ersten Besuch 2007 standen – sehr groß und imposant im Kreis aufgestellt. Stonehenge ist eingebettet in eine Landschaft, in der ringsherum Hügelgräber und steinalte Prozessionswege zu sehen sind. Die britische Denkmalpflege “English Heritage” versucht diesem Ort wieder ein Stück der früheren Mystik zurück zu geben.

Mit einem Audioguide bewaffnet lernt man ein wenig über das Monument und die Umgebung, während man in einer langen – ja, Prozession – um den Steinkreis kreist. Wir machten obendrein noch unsere Bilder für den Virtual und beobachteten ein wenig die Raben, welche das Privileg haben, sich auch innerhalb der Abgrenzung frei bewegen zu können. Nach unserem Rundgang und einem Besuch im Souvenirladen des Besucherzentrums hatte uns die englische Landstraße wieder.

Bath

Bath Abbey

Bath Abbey

Man darf jetzt nur nicht glauben, so eine Fahrt über die Landstraße wäre etwas Beschauliches… ganz im Gegenteil: der Verkehr war enorm. So hatten wir uns auch mit der Fahrzeit nach Bath sehr verschätzt. Wir gingen von ca. 1 Stunde aus – tatsächlich waren es fast 2 Stunden und das brachte unseren Zeitplan daher auch gehörig durcheinander.
Bei der Ankunft in Bath stellte sich erst einmal Kaffeedurst ein, den wir in der örtlichen Filiale von Café Nero zusammen mit einem leckeren Kuchen stillen konnten. Und so stürzten wir uns in das Getümmel – die Straßen waren voller Touristen.

Bath, wie der Name bereits anklingen lässt, verdankt seinen Ursprung Thermalquellen, welche bereits die Kelten nutzten und die Römer mit den Bau von Bädern kultivierten. Mittlerweile ist die Stadt mit seinen vielen viktorianischen Bauwerken UNESCO Weltkulturerbe und das erklärt wohl auch die Beliebtheit. Den Earthcache GC185X3 | Hot Springs, Bath vor dem ehemaligen römischen Bad und dessen Pumphaus in der Nähe der Kirche Baths Abbey haben wir leider nicht sorgfältig genug gelesen, und entsprechend auch keinen Log für uns verbuchen können. Nach einem kleinen Rundgang durch die Stadt war unser Besuch auch leider wieder vorbei, denn das Auto sollte pünktlich um 18:00 Uhr zurück an der Station sein – und wir wollten unser Glück bei dem Verkehr nicht herausfordern.

Zurück in Southampton und nach der Abgabe des Wagens, hatten wir noch ausreichend Zeit, ehe das Schiff um 20:00 Uhr ablegen würde. Aber etwas hatten wir noch vor:

“Meet your Road Trip Crew”

Das schöne Event am See des Geocaching Magazins verpassten wir durch diese Reise, aber auf das “Meet your Road Trip Crew”-Souvenir zu verzichten?! Niemals! Da es in der Heimat keinen anderen passenden Event-Termin gab, stellten wir für diese Reise selbst eins auf die Beine: GC5YNKH | Cache’n’travel Meet&Greet @ Southampton. Es trudelten im Vorfeld bereits einige Will Attends, sprich Teilnahmebekundigungen, ein. Aber wir staunten nicht schlecht, dass sich eine stattliche Anzahl von 17 Teams cruisender und lokaler Geocacher vor dem Cruise Terminal eingefunden hatten.

Meet&Greet @Southampton

Meet&Greet

 

Manche hatten mit der Security am Eingang zum Terminalgelände zu kämpfen, aber letztlich schaffte es jeder zum Event. Es wurde so mancher Plausch über lokale Caches geführt und auch der ein oder andere Trackable weitergegeben. Auch wir haben hier einen TB Bitzer & the Gang auf die Reise geschickt und hoffen, dass er lange durchhält, viele schöne Caches und Orte zu Gesicht bekommt und nicht gemuggelt wird oder in einem Cacherrucksack verschwindet. Ein Cacher loggte bei unserem Event seinen 3.000 Fund und hielt dies auf dem Gruppenfoto mit einem Plakat fest. Dieses Foto haben wir nach der Reise zufällig bei einem unserer Twitter Bekannten entdeckt, unwissentlich, dass es sich um die gleiche Person handelt. So klein ist die Welt des Geocachings.


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