Ljubljana – Geocaching im Zeichen des Drachen

Eine Hochzeit, drei Länder

Eine Hochzeitseinladung führte uns in das Gailtail und damit in das Dreiländereck von Österreich, Italien und Slowenien. Um die aufwändige Anreise mit dem Auto (ca. 750 km von Rhein-Main ins Gailtal) etwas lohnenswerter zu machen, haben wir uns neben der Hochzeit noch ein paar weitere Tage Urlaub in der Gegend gegönnt – schließlich bot sich hier die Chance, zwei weitere Länder auf unserer Geocaching-Weltkarte zu platzieren. Österreich hatte noch keinen Länderpunkt und auch Slowenien war noch nicht auf unserer Liste. Was liegt da also näher, als einen Abstecher in eben dieses Land zu machen. Nach etwas Recherche und einem Blick auf die Karte von Geocaching.com sollte es Ljubljana werden!

Historisch wird die Hauptstadt Sloweniens auch Laibach genannt und sogar die Römer hatten sich einst in dieser Gegend niedergelassen. Nachdem uns osteuropäische Städte des ehemaligen Ostblocks wie Budapest und Prag nicht enttäuscht haben, freuten wir uns bereits sehr auf dieses Reiseziel.

Drachenbrücke

Drachenbrücke

Unsere cache-technische Vorbereitung darf nicht als ausgesprochen umfangreich gelten: Eine schnelle Pocketquery von Ljubljana wurde auf das GPS-Gerät gespielt (Stadtzentrum und 10 km Umkreis) und der Cache- und Fotorucksack wurde mit den üblichen Utensilien – ECGA, DSLR, Wasser und ein wenig Verpflegung für den kleinen Hunger zwischendurch – gepackt. Als “Stützpunkt” in Österreich hatten wir Arnoldstein gewählt. Von dort aus gibt es drei Routen nach Slowenien. Route eins führt durch den Karawankentunnel, welcher uns mit zusätzlicher Maut und einer Blockabfertigung mit 30 Minuten Wartezeit pro Richtung erwartet hätte. Route zwei verläuft über den Wurzenpass – landschaftlich sicher reizvoll – allerdings wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Da erschien uns Route drei über Tarvisio in Italien und dann über die slowenische Grenze bei Ratece am günstigsten. Ein kurzer Stopp in Tarvisio führte auch direkt zum ersten Fund des Tages – eine Dose an einem Fliegerdenkmal (GC2KHTC | aeroporto tarvisio) war schnell gefunden. Sehr viel mehr scheint es in der Gegend auch leider nicht zu geben.
Nicht weit von Tarvisio ist auch der Grenzübergang Ratece, von wo aus es weiter Richtung A2 geht. Dabei darf natürlich die Vignette nicht vergessen werden. Ab der nächsten Tankstelle prangte nun also der hübsche lila 7-Tage-Aufkleber für 11,50 € oberhalb der grünen Umweltplakette, der blauen Schweizvignette von 2013 und dem gelben Österreich-Pickerl auf der Windschutzscheibe unseres Cachemobils.

Im Zeichen des Drachen

Nach insgesamt 1,5 Stunden Fahrt erreichten wir die slowenische Hauptstadt… und vermissten vor Ort direkt ein effizientes Parkleitsystem. Zum Glück gibt es ja mittlerweile auch für das europäische Ausland eine Internet-Flatrate für das Handy und so konnten wir uns direkt zu einem Parkplatz in der Nähe der Drachenbrücke leiten lassen.

Stadtansicht mit Burg

Stadtansicht mit Burg

Die Sonne schien, es war leicht bewölkt und die Temperaturen lagen um die 20°C, also perfekt für einen wunderbaren Sightcaching-Tag. Apropos Drachenbrücke: die namensgebenden Skulpturen der Brücke und Wappentier der Stadt empfingen uns bereits mit dem ersten gleichnamigen Cache (GC43VFA | Dragon bridge). Von dort aus ging es weiter entlang der Ljubljanica – Richtung Dreierbrücke im Zentrum der Stadt.

An der Dreierbrücke starteten wir auch mit dem ersten Multi GCR44K | Ljubljana/ Walk in the City/Sprehod po mestu der uns ein wenig weiter durch die Stadt vorbei am Rathaus und durch die Altstadt führte. Zwischendurch gab es ein paar Probleme bei der Interpretation der Aufgabe, daher kam eine kurze Pause in einem der vielen einladenden Straßencafés entlang des Flüsschen gerade recht.
Nur wenig erinnert im historischen Stadtzentrum mit seinen vielen Cafés und Restaurants an die sozialistische Vergangenheit. Alles ist liebevoll restauriert – die Stadt hatte uns bereits sehr beeindruckt. Gestärkt von einem Snack und Radler (hier Bier mit Grapefruitsaft) konnte es nun dem Final entgegen gehen, denn mit ein bisschen herum probieren, kamen wir auf eine plausible Lösung. Der nächste Multi führte uns um einen zentralen Platz und Parkanlage – dem Kongressplatz. Hier findet man neben dem sehenswerten Universitätsgebäude auch etwas zum römischen Erbe der Stadt – die Siedlung Emona.

Auf dem Burgberg

Über die Stadt wacht neben dem Drachen als Wappentier natürlich die Burg – diese dominiert das Stadtbild oberhalb der Altstadt. Ein Besuch dort versprach ein schönes Panorama über die gesamte Stadt. Vom Kongressplatz aus ging es über die Dreierbrücke hin zu einem Besuch des Doms St. Nikolaus, von hier aus weiter Richtung Standseilbahn auf den Burgberg. Nach kurzer Fahrt hinauf liegt einem bereits die Stadt zu Füßen und man erreicht die komplett restaurierte Burg. Die obere Seilbahnstation wirkt modern, mit rohen, naturbelassenen Felswänden, sowie: einem Earthcache –  noch eine Treppe weiter und man steht direkt in der Burg. Von der Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick herunter auf die Stadt bis hin zu den Gebirgszügen der Julischen Alpen im Norden.

Kleine Pause

Kleine Pause

Selbstverständlich gibt es auch auf dem Plateau des Burgberges ein paar Caches, zu denen wir uns nach einem ordentlichen Stück Kuchen in dem ansässigen Café auf weitere Entdeckungsreise begeben. Vom Burgberg aus gibt es immer mal wieder einen schönen Blick auf die darunter liegende Stadt. Wieder unten an der Seilbahn angekommen, widmeten wir uns noch ein paar weiteren Dosen nördlich des Flusses Richtung des Bahnhofs – erwähnenswert ist hier der Cache GC4V602 | Akcija!/Action! TB Hotel XL – welcher sich in einer Bar befindet und für dessen Schloss man den Schlüssel bei der Bedienung erhält.

Abendstimmung am Fluss

Das Flüsschen Ljubljanica

Das Flüsschen Ljubljanica

Langsam hieß es “immer dem Magen nach” – denn dieser fing mittlerweile vernehmlich an zu knurren. Wie bereits erwähnt, gibt es entlang des Flusses viele Restaurants und Cafés – auch in der Altstadt wird man fündig. Nach typisch slowenischer Küche hatten wir keine Ausschau gehalten und uns stattdessen für ein Straßencafé mit mexikanischer Küche entschieden. Am Fluss kann man wirklich entspannt sitzen und die Vorbeiflanierenden beobachten – die Stadt strahlt eine wohltuend gemütliche Atmosphäre aus, man kann sich herrlich treiben lassen.

Bei einsetzender Dämmerung musste die Stadt natürlich für ein paar kitschige Abendfotos herhalten – besonders die beleuchtete Dreierbrücke mit der Mariä-Verkündigung-Kirche ist ein beliebtes Fotomotiv, welches sich von einer der kleineren Fußgängerbrücken gut fotografieren läßt. Ein Kirschkernkissen zusammen mit der Brüstung musste als Reisestativ herhalten – wären da nur nicht die ständigen Fußgänger, welche die Brücke permanent in Schwingung versetzen. Es war also ein wenig Geduld nötig für ein länger belichtetes Foto – auch ein richtiges Stativ bringt an diesem Standort leider keine Vorteile.

Anschließend traten wir die Reise zurück nach Österreich an und verabschieden uns von Ljubljana, einer wirklich schönen Stadt, die mit ihren Straßencafés entlang des Flusses und der schönen Altstadt immer wieder zum Verweilen einlädt. Wir hatten einen herrlich entspannten Tag – das Zentrum unterhalb der Burg lässt sich wunderbar zu Fuß entdecken. Die Dosenqualität würden wir mit dem, was wir gesehen haben, als durchschnittlich bis gut bewerten. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.