Safari im Krüger Nationalpark: Von Pretoriuskop nach Skukuza

Nachdem wir uns in unserer ersten Unterkunft Pretoriuskop dürftig eingerichtet hatten, schmissen wir die wichtigsten Utensilien, also die Kamera und ein bisschen Wasser, ins Auto und los ging es zum ersten richtigen Game Drive im Krüger Park. Nun war es bereits 17:00 Uhr und mit dem frühen Abend kühlten auch die Temperaturen ein wenig herunter. Wir hofften also berechtigterweise auf ein paar schöne Tiersichtungen. Da die Gates im November um 18:30 Uhr schließen, wollten wir uns nicht allzu weit vom Camp entfernen. Die Wahl fiel auf eine kleinere Runde, die im Uhrzeigersinn um Pretoriuskop herum führt.
Ein Stückchen nach Westen nahmen wir die H2-2 und weiter nach Süden auf der Fayi-Schleife (S14) ließen auch die ersten Elefanten nicht lange auf sich warten. Im Unterholz kümmerte sich eine kleine Gruppe links und rechts des Weges um die Bäume. Wir achteten darauf, dass wir ja nicht zwischen Mutter und Junge gerieten und fuhren nach einer Weile immer noch staunend im Schritttempo vorbei. Die Sonne senkte sich und warf ein schönes Licht auf eine Gruppe Breitmaulnashörner mit Jungtieren. Aber auch Vögel standen auf dieser Reise hoch im Kurs, wir entdeckten an der S8 einen Wiedehopf und eine Schwarzbauchtrappe im hohen Gras.

Breitmaulnashorn

Breitmaulnashorn

Eine Giraffe beäugte uns neugierig und kauend, ehe sie grazil und elegant, wie es ihre Art ist, im Busch verschwand. Viel zu schnell verging die Zeit und wir mussten wieder zurück zum Camp fahren. Die Straßen rund um Pretoriuskop sind größtenteils Schotterpisten und so sah das Auto bereits am ersten Tag aus, als würde ihm ein bisschen Pflege gut tun. Als wir im Camp ankamen, war es bereits stockdunkel und der Hunger meldete sich. Das Restaurant Wimpy bot sich hier an, konnte aber mit dem Essen und dem Service bei uns keine Begeisterungsstürme entfachen.

Am nächsten Morgen schleppten wir unser Gepäck erneut zurück in den Kofferraum und fuhren tief in den Süden des Parks. Die Vortrekker-Road (H2-2) führte uns entlang einer ehemaligen Handelsroute, welche sich ursprünglich bis zum Indischen Ozean erstreckte. Unterwegs gibt es ein paar historische Plätze, die aber, um ehrlich zu sein, mit ihren Gedenktafeln wenig Reiz versprühen. In Afsaal, einem Picknick-Spot im Süden des Parks, mit einem kleinen Laden für Proviant und Campingutensilien, machten wir Rast zum zweiten Frühstück.
Weiter führte uns der Weg zum Gardenia-Hide. Aufgrund der Dürre in der Region war das Wasserloch, auf das man hier einen direkten Blick hat, knochentrocken und außer ein paar Impalas ließ sich nicht viel Game, also Wildtiere, blicken. Leider hatte der gesamte Vormittag, außer einer Nashornmutter mit ihrem Nachwuchs, wenig spektakuläre Sichtungen für uns bereitgehalten.

Skukuza

Die geteerte Straße H3 wies uns den Weg nach Norden zum Skukuza Restcamp und bescherte uns am Nachmittag die erste Löwensichtung im Krüger Park. Ein Pärchen hatte es sich neben der Straße unter einem Busch gemütlich gemacht. Nicht weit davon entfernt kreuzten zwei pechschwarze Hornraben mit ihren auffälligen roten Wangen unseren Weg.

Hornrabe

Hornrabe

Ein paar Kilometer vor dem Skukuza-Camp gibt es einen Aussichtspunkt auf einem riesigen Granitfelsen (Mathekenyane View Point), auf dem sich auch der Earthcache GC1W5N2 | Mathekenyane Granite Kop befindet. Das Auto quälte sich die steile und holprige Auffahrt hinauf. Endlich oben angekommen konnten wir aber sowohl die Aussicht genießen, als auch die notwendigen Logbedingungen erfüllen.
Vom Mathekenyane aus war es auch nicht mehr weit bis zum Camp. Skukuza wird von vielen gemieden, eben weil es sehr groß ist und wegen seiner Lage von vielen Tagesbesuchern bevölkert wird. Wir checkten ein, denn unsere Motivation hier zu übernachten, ist der kurze Weg zum Lake Panic. Wieder bekamen wir ein – naja, altes – Rondavel. Sicher auch ein Grund für die bescheidene Beliebtheit. Das Schloss ist noch mit einem Bartenschlüssel ausgestattet, die Einrichtung alt und schäbig. Sauber ist auch was anderes – naja, auch hier nur eine Nacht und wir waren nicht zum Genießen des Camps hier. Also nochmal raus auf die Piste zu einem abendlichen Game Drive. Diesmal nahmen wir uns das sogenannte “Leopardendreieck” vor, das von den Straßen H1-2, H12 und H4-1 gebildet wird und die Flüsse Sabie und Sand umrahmt. Statt Leoparden bekamen wir Löwen! Auf der H4-1 nahe der Brücke über den Sabie fuhren wir auf eine Fahrzeuggruppe auf. Ein Löwenpaar spazierte durch die Fahrzeuge und verschwand im Busch. Als wir fast weiterfahren wollten, tauchten die beiden direkt in der Nähe unseres Fahrzeugs wieder auf.

Löwe

Löwe

Wir waren so dicht dran, dass wir die Tiere hätten streicheln können. “Hätten”, denn das Aus-dem-Auto-lehnen und Anfassen der Tiere ist nicht nur strikt verboten, sondern auch lebensmüde. Wir haben sicherheitshalber die Fenster hochgekurbelt, doch es war ein tolles Erlebnis mit viel Herzklopfen. Kurzzeitig konnten wir sogar im Schritttempo neben den Tieren herfahren, ehe sie erneut und endgültig zur Jagd im Busch verschwanden.

Lake Panic

Am folgenden Morgen hieß es wirklich früh aufstehen! Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker und die morgendliche Ruhe des Lake Panic wartete bereits auf uns. Wir verfrachteten wieder das ganze Geraffel ins Auto und nahmen dazu noch einen schnellen Imbiss mit Instantkaffee und ein paar Rusks (so eine Art Zwieback auf südafrikanisch) ein. Der Hütte weinten wir keine Träne nach, als Christine die Schlüssel mit einem saloppen “…und tschüß…” zur Ausfahrt in die Keybox warf.
Der Weg zum Hideout am See ist nicht weit und nach wenigen Minuten erreichten wir den Parkplatz. Die maximale Kapazität von acht Fahrzeugen soll dafür sorgen, dass es einigermaßen ruhig zugeht im Versteck. Wir nahmen Platz und richteten uns mehr oder weniger häuslich ein. Kamera mit Tele aufs Stativ, Fernglas im Anschlag, Tee in der Thermoskanne und warten… dieser Spot enttäuschte uns nicht! Krokodile, verschiedene Eisvogelarten und ein Schreiseeadler sind nur einige der Tiere, die wir hier sahen und alle Sichtungen aufzuzählen würde wohl den Rahmen sprengen. Gruppen und einzelne Besucher des Birdhides kamen und gingen, es gab ruhige Phasen von bis zu 15 Minuten und solche, in denen soviel gleichzeitig passierte, dass wir kaum wussten, wohin wir zuerst schauen sollten. Kurz: Es hat sich gelohnt!

Krokodil

Krokodil

Nach ca. vier Stunden Aufenthalt fuhren wir für ein Frühstück noch einmal zurück ins Skukuza-Camp und aßen mit Blick auf den Sabie River im Restaurant Cattle Baron. Anschließend verließen wir fürs Erste den Park über das Paul-Kruger-Gate in Richtung Hazyview. Nach ca. 3 Stunden Fahrt über R536 und R40 begrüßte uns der Pförtner des Thornybush Game Reserves mit überschwänglicher Freundlichkeit – die KwaMbili Lodge erwartete uns für die folgenden drei Nächte.

Ein erstes Fazit

Das Fazit der ersten Tage: Der Krüger Park mit seiner faszinierenden Tierwelt ist einfach toll. Auch beim zweiten Besuch bekamen wir Herzklopfen und haben uns über die Tiersichtungen gefreut. Es ist immer wieder aufregend und man weiß nie, was einen hinter der nächsten Kurve erwartet.
Was unser Geocaching-Hobby angeht, war die Ausbeute natürlich eher mau – unterwegs zum Park wollten wir keine Zeit mit Suchen vergeuden und im Park gibt es außer Earthcaches keine Dosen. Damit blieb es erstmal bei einem Earthcache.
Weitere Übernachtungen in den Camps Pretoriuskop und Skukuza müssen – ohne umfassende Renovierung derselbigen – für uns erst einmal nicht mehr sein. Für den tollen Birdhide Lake Panic könnte man alternativ auch außerhalb des Parks in der Nähe des Paul-Kruger-Gates übernachten. Ein wenig graute uns vor den weiteren Übernachtungen in Satara und Lower Sabie. Doch bis dahin wurden wir drei Nächte im Private Game Reserve verwöhnt.

 


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