Santorin – Inselerkundung mit dem Quad

Die sagenumwobene Inselgruppe von Santorin gehört zu den griechischen Kykladen und schon lange träumten wir davon, an den Klippen hoch über der Ägäis zu stehen. Bei der Auswahl unserer Kreuzfahrt durch die Adria und die Ägäis sollte diese schöne Insel unbedingt als Anlaufhafen dabei sein.

Katze

Katze

Legendäre Insel

Die Inselgruppe ist eigentlich ein Vulkan, den es vor langer Zeit, also vor ca. 3.600 Jahren, so richtig zerfetzt hat. Die Eruption soll so stark gewesen sein, dass sie Einfluss auf den Untergang der Minoischen Kultur nahm – oder um in den Bereich der Mythen und Legenden einzutauchen: Santorin war das untergegangene Atlantis oder zumindest hat der Ausbruch den Untergang hervorgerufen… wie auch immer: die Eruption gehört zu den größten der Menschheitsgeschichte. Was heute über die Wasseroberfläche ragt, sind die Reste des Ausbruchs, in dessen Folge sich eine Kaldera im Inneren gebildet hat, die mit dem Wasser der Ägäis geflutet wurde. Die äußeren Inseln sind die ehemaligen Flanken des Vulkans Thera. Die Inseln in der Mitte der Kaldera, Palea Kameni und Nea Kameni, entstanden zwischen 200 v. Chr und 1.700 n. Chr.

Blick auf die Kaldera

Blick auf die Kaldera

Santorin wird von reichlich vielen Kreuzfahrtschiffen angefahren und das bringt einige Herausforderungen sowohl für die Insel als auch die Kreuzfahrer mit sich – denn eigentlich ist die Hauptinsel Santorin ziemlich klein und bietet nur eine Infrastruktur mit begrenzter Kapazität. Eine gute Planung, Glück und wichtig: gutes Zeitmanagement sind Voraussetzung für einen entspannten Tag, will man auf eigene Faust möglichst viel von der Insel sehen.

Hinauf nach Fira

Die größte Herausforderung dabei ist der Weg vom Tenderhafen hinauf nach Fira (oder Thira). Die Schiffe legen nicht direkt an, sondern ankern innerhalb der Kaldera. Lokale Boote übernehmen den Shuttleservice zum kleinen Fischerhafen unterhalb von Fira. Um die 250 m hohe und steil abfallende Felswand zu bewältigen, gibt es 3 Möglichkeiten: (1) die Fahrt mit einer Seilbahn, (2) Eselreiten über einen steilen Serpentinenweg, und (3) neben den Eseln hinauf laufen auf eben diesem steilen Serpentinenweg.

Möglichkeit 1 – Die Seilbahn: Es fahren zwei Züge der Seilbahn abwechselnd die Strecke zwischen beiden Stationen hinauf und hinunter. Die Kapazität der Bahn ist pro Fahrt auf ca. 36 Personen begrenzt, eine Fahrt dauert nur wenige Minuten und kostet 5,00 € pro Strecke und Person. Ankern nun aber, wie bei unserem Besuch, drei Kreuzfahrtschiffe mit jeweils 2.500 Passagieren vor Santorin, dann kann es schon sehr, sehr voll werden.

Möglichkeit 2 – Der Ritt auf dem Esel: Die zweite Möglichkeit sind die Esel, auf denen man einen steilen Weg hinauf nach Fira reiten kann. Ob das für die Tiere angenehm ist, kann jeder mit einem Blick auf die Waage selbst beurteilen.

Möglichkeit 3 – Schusters Rappen entlang des Eselwegs: Zu guter letzt kann man bei entsprechender Fitness auch auf Schusters Rappen die ca. 250 Höhenmeter vom Fischerhafen hinauf bewältigen. Den Weg teilt man sich allerdings mit den hinauf und hinab eilenden Eseln und natürlich auch deren Hinterlassenschaften.

Esel

Esel

Uns hatte mit dem Upgrade auf die Grand Suite das Glück geschlagen. Regulär gehen zuerst die Ausflügler mit auf dem Schiff gebuchten Touren von Bord. Als nächstes dürfen jene, die ein frühes Tenderticket ergattern konnten, für das man sich lange anstellen muss, runter – und dann: der Rest.
Als Suite-Gäste wurden wir ganz zeitig von Bord geleitet und mit dem Schiffspersonal, das an Land den Stand für die Rückkehrer aufbauen wollte, auf die Insel geschippert. Mangesh aka MJ, der Concierge, organisierte die komplette Tour inklusive Treffen in der Lounge. Mit einem der ersten Tenderboote kamen wir um 7:45 Uhr im noch verschlafen wirkenden Hafen an.
Die Schlange an der Seilbahn war zu dieser Zeit praktisch nicht existent und so wählten wir, neben der Bequemlichkeit und dem Tierschutz, diese kurze Fahrt nach oben.

Unterwegs mit dem Quad

Wir wären bei einer regulären Kabine ohne den Concierge-Service wohl kaum vor 10:00 Uhr oben in Fira angekommen, um unser gebuchtes Quad entgegen zu nehmen. Um kurz vor 8:00 Uhr genossen wir bereits den Blick hinunter in die Kaldera, während wir in der Nähe der oberen Seilbahnstation auf Tom von Motor Inn, den Zusteller unseres Quads, bzw. ATV, warteten. Ein Motorroller, ein Buggy oder Kleinwagen wären die Alternativen gewesen, aber das Quad versprach den höchsten Spaßfaktor zur Inselerkundung.

Unterwegs mit dem Quad

Unterwegs mit dem Quad

Die ersten Meter auf dem für uns ungewohnten Gefährt waren ein bisschen holperig, doch recht schnell kamen wir mit der Bedienung und vor allem dem Inselverkehr klar. Auf der Landkarte, die uns Tom mitgebracht hatte, zeichnete er uns einen Routenvorschlag ein, dem wir gerne folgten, um den Reisebussen aus dem Weg zu gehen: zuerst in den Süden der Insel und von dort aus in den Norden sollte es für uns an diesem Tag gehen.

Am Wasser

Am Wasser

Wir schlugen die Richtung nach Kamari an der Ostküste der Hauptinsel ein. Aber irgendwie muckte unser ATV immer öfter rum – Leistungsabfall, ganz toll! Irgendwann ging die Temperaturanzeige auf Rot und uns wurde schon etwas mulmig. Nach dem nächsten Berg hatten wir das Vertrauen in das Gerät dann endgültig verloren und hielten in der Nähe von Pirgos an, um die Nummer von Motor Inn herauszukramen. Vorne schien Kühlwasser auszutreten… wir riefen an und verabredeten uns an der Tankstelle Pirgos zu einem Treffen mit dem Mechaniker. Der kam nach einer kurzer Wartezeit und sah einigermaßen besorgt aus, nachdem er einen Blick auf das Gefährt werfen konnte. Aber alles halb so wild. Der Ersatz war bereits unterwegs und schon nach kurzer Zeit bekamen wir schnell und unkompliziert ein neues Quad… ein bisschen Zeit – ca. 45 Minuten – hatten wir dadurch verloren, aber mit technischen Ausfällen sollte man bei solchen Abenteuern immer rechnen. Wir waren jedenfalls froh, dass uns so schnell und unkompliziert geholfen wurde und mit dem Ersatz-Quad unsere Tour fortsetzen konnten.

Roter Strand

Große Umwege waren jetzt leider nicht mehr drin und von Pirgos nahmen wir, der Empfehlung von Tom folgend, den Süden der Insel in Angriff. Hier wartete der rote Strand auf uns! Durch einen erodierten Vulkan ist der Strand markant rot gefärbt und selbstverständlich kamen wir hier auch in den Genuss eines Earthcaches (GC58ZRQ | Santorini – Kokkini Paralia Cinder Cone). Ansonsten war die Ausbeute an Geocaches in Santorin generell nicht berauschend – da nehmen wir auch die immer komplizierter werdenden Earthcaches in Kauf.

Roter Strand

Roter Strand

Auf dem Weg zum Strand steht ein kleiner Wagen, der Getränke, Eis und Anderes verkauft. Selbstverständlich gibt es hier auch den in Griechenland typischen Café frappé. Der (eis-)kalte Kaffee kam uns bei der zunehmenden Hitze des Tages gerade recht und wir versorgten uns für den Strandspaziergang mit zwei Bechern dieses leckeren Getränkes. Auf der Rückkehr vom Strand fanden wir unser Quad in mitten vieler anderer dieser Gefährte. Quads, Roller und auch Buggies sind ziemlich beliebt, um auf den engen Straßen der Insel von A nach B zu kommen. Wir schnallten erneut unsere Helme auf. Nächster Halt: Oia.

Oia, das griechische Klischee

Die Strecke von Red Beach nach Oia führt praktisch wieder vorbei an Fira in den Norden von Santorin – ingesamt über 20 km Inselstraßen. Zwischendurch machten wir noch einen kurz Stopp und genossen die Aussicht auf die Kaldera hoch über den Klippen. Auf der Fahrt kamen uns auf den engen Straßen viele Reisebusse entgegen – wahrscheinlich Kreuzfahrer, die Oia bereits alle wieder verlassen hatten. Die Fahrt verlief prima und uns wehte herrlich der Wind um die Nase, während wir den Kurven und Schildern nach Oia folgten.

Kirche in Oia

Kirche in Oia

Nach Ankunft und kurzer Parkplatzsuche waren es nur noch wenige Schritte zu den Motiven, mit welchen für Reiseziele in ganz Griechenland geworben wird: Häuser mit schneeweißen Fassaden, Kirchen mit himmelblauen Kuppeln, Infinity Pools mit weitem Blick hoch über die Kaldera. Oia ist ein wunderschöner Ort, der sich wie Zuckerguss auf den Felsen hoch über dem Wasser ergießt. Wir starteten unseren Spaziergang entlang der marmornen Fußgängerzone mit vielen kleinen Geschäften und Bars. Hier lässt sich allerlei Nippes und Kunsthandwerk erwerben. Immer mal wieder eröffnen sich Blicke auf die vielen Apartments mit Pools. Dicht an dicht, verbunden mit verwinkelten Treppen und getrennt durch kleine Mauern, drängeln sich die Häuser von Oia terrassenförmig den Fels hinunter. Immer wieder lädt die herrliche Aussicht hinab zum Meer bis zur anderen Seite des Archipels zum Verweilen ein.

Zurück zum Schiff

Der Rückweg nach Fira und die Rückgabe des Quads ging zügig und ganz unkompliziert. Helme in den Kasten, Schlüssel stecken lassen und telefonisch Bescheid geben, dass das Gefährt wieder auf dem Parkplatz abgestellt wurde, an dem wir es am morgen in Empfang nahmen. Wir bummelten noch ein wenig durch die verwinkelten Gassen von Fira und genossen einen letzten eisgekühlten Frappé in Santorin, ehe wir uns schließlich zu den anderen Wartenden in die sehr lange Schlange an der Seilbahn gesellten.

Alle Kreuzfahrer wollten hinunter in den Hafen, die zeitgleiche Ausfahrt der drei großen Schiffe war von den Hafenbehörden doch schlecht getaktet. Hier half uns nun auch unser Concierge nichts mehr – wir mussten, wie alle anderen, über eine Stunde in der brütenden Hitze anstehen, bis wir uns in einen Wagen der Seilbahn setzen durften. Der ein oder andere Tumult wegen ein paar Vordränglern lockerte das Warten allerdings ein bisschen auf.

Anstehen... fast am Ziel

Anstehen… fast am Ziel

Zurück im kleinen Fischerhafen von Fira sammelten wir zu guter Letzt noch die Informationen für den Earthcache  GC65Z49 | SANTORINI……..A VIEW TO ATLANTIS??? ein und bestiegen eines der letzten Tenderboote zurück zur Vision of the Seas.


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Ein Kommentar:

  1. Hallo! Das nächste Mal die Preise für Quad-Bike-Verleih hier: https://bikesbooking.com/de/rent-a-quad-bike-in-Santorini
    Sie zeigen die Preise aller Verleihfirmen.

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