Sightcaching durch Santa Cruz de Tenerife

Im Nordosten von Teneriffa liegt die größte Stadt der Insel, Santa Cruz de Tenerife, und wir befanden uns – leider, muss man wohl sagen – bereits in der zweiten Halbzeit unserer Kreuzfahrt um die Kanaren. Die Mein Schiff 4 legte gegen 08:00 Uhr am Morgen im Passagierhafen an. Bereits beim Frühstücken konnten wir die steil aufsteigenden Berge des Anaga-Gebirges sehen, welche die Stadt nach Norden hin begrenzt.

Das Rätsel vom Plaza de España

Aufgrund unserer kurzfristigen Buchung der Reise haben wir hier auf Teneriffa leider keinen Mietwagen für eine Rundfahrt zum Teide, dem höchsten Berg Spaniens, ergattern können. Eine geführte Tour mit Reisegruppe vom Schiff war wie immer keine Alternative für uns. Da man vom Hafen allerdings schnell zu Fuß in die Stadt kommt, haben wir uns für den Tag “Sightcaching” in Santa Cruz vorgenommen – also die lose Verbindung von Sightseeing mit Geocaching. Wir schnürten Schusters Rappen und verließen das Schiff. Entlang des langen Anlegekais fahren Shuttlebusse bis direkt vor den Fährterminal.

Plaza de España mit dem Anaga-Gebirge im Hintergrund

Plaza de España mit dem Anaga-Gebirge im Hintergrund

Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung über die Straße in die Fußgängerzone. Wir starteten das Dosenspürgerät, aka Garmin Oregon 600, und siehe da – ein Cache liegt direkt am Gebäude des Fährterminals. Ganz so leicht war es dann aber doch nicht, das raffinierte Versteck von GC5KKY6 | Stay in Focus zu finden. Danach war auch der nächste Geocache nicht weit: in wenigen hundert Metern entlang der Promenade am Plaza de España, mit einem riesigen kreisrunden Brunnen mit Fontäne, verbarg sich GC3RDZH | Enigma de Plaza España und der Zielpunkt lag… direkt im Wasser! Hier wurde die Sache interessant.

Achtung Spoiler: Sollte das Döschen tatsächlich im Wasser des Brunnens sein? Die Versuchung war nicht gering, die Hosenbeine hochzukrempeln und nachzusehen. Doch gemach! Nach dem Studium der Satellitenbilder stellte sich heraus, was es mit den komischen Linien im Wasser auf sich hat. An eben dieser Stelle stand einst eine Befestigung und deren Mauerreste befinden sich heute unter dem kreisrunden Brunnen, allerdings wurde der Grundriss oberirdisch nachgezeichnet… mit dieser überraschenden Erkenntnis schauten wir uns um. Eine Treppe führt hinab zu einer kostenfreien Ausgrabungsstätte – und dort fanden wir des Rätsels Lösung, inklusive der Dose.

Von der Kirche zum Markt

Nun konnten wir das Besichtigen der Kirche Iglesia de la Concepcion mit dem gleichnamigen Multi-Cache GC3WBKB | Iglesia de la Concepcion (Historic) verbinden und nachdem wir die Fragen beantwortet hatten, überraschte uns das Final mit einer toll gemachten Dose.

Der Tag fing also prächtig an – kaum eine Stunde unterwegs und schon 3 Funde im Gepäck. Die Zielkoordinaten des daheim gelösten Mystery-Geocaches GC5KY46 | ¡ 3D ! führte uns tiefer in die Stadt und an belebtere Stellen, wie zum Beispiel in die Einkaufsstraße Calle Bethencourt Alfonso. In den kleinen Gassen abseits der Hauptstraßen kann man sich gut verlieren und unterwegs lud uns ein kleines Café zu Kaffee und Kuchen ein. Am Zielort des Mysteries in einem kleinen Park angekommen, reichte ein flinker Griff an der richtigen Stelle und schon konnten wir uns im Logbuch verewigen.

Fassade in Santa Cruz

Fassade in Santa Cruz

Nun stand der Mercado Nuestra Señora de Africa auf dem Plan, aber vorerst machten wir einen kleinen Umweg, um an einem Kiosk den wirklich schwer versteckten Mystery GC4415F | Rising from the Flames (Codigo Nº 0) zu heben. Der Kioskbesitzer scheint aber die geocachenden Touristen bereits gut zu kennen. Während wir ratlos um seine Hütte kreisten, kam er heraus und stieß uns auf das Versteck. Wirklich – den hätten wir ohne Hilfe nie gefunden. Perfekt getarnt lag das Döschen frech im Beet.
Weiter ging es zum Markt, allerdings nicht wegen eines Geocaches, sondern weil man in Märkten immer herrlich in das lokale Leben eintauchen kann. Viele Fotomotive gibt es in der Regel obendrein. Ein Besuch des neoklassizistischen Marktes mit Anleihen aus dem Kolonialstil ist sehr empfehlenswert. Über mehrere Ebenen und drei Patios (Höfe) erstreckt sich die Markthalle. “Intensiv” beschreibt wohl den Geruch in der Fischabteilung im Tiefgeschoss, mit großen Auslagen an verschiedenen Fischarten, Oktopus sowie anderem Meeresgetier, am besten. Daran mussten wir uns erst gewöhnen. Olfaktorisch waren die Abteilungen für Fleisch und frisches Obst deutlich angenehmer.

Geocaching im Park

Zum Abschluss unserer Sightcaching Tour durch Santa Cruz zog es uns in den nördlichen Teil der Innenstadt. Hier liegt der hübsch angelegte und mit vielen Skulpturen und Plastiken versehene Parque García Sanabria. Es führen 2 Mystery-Multi-Caches durch die Anlage, von denen wir uns GC4QNFM | ‘Playwalking’ with Water en Parque García Sanabria für unsere Runde ausgesucht hatten. Die 5 Stationen waren alle gut zu finden und überall gab es etwas Kurioses oder Kunstvolles zu entdecken. Doch entweder müssen wir uns irgendwo verzählt oder vertan haben oder die finale Dose war nicht vor Ort, denn wir mussten leider mit einem DNF (=did not find) von dannen ziehen. Leicht frustrierend… aber dennoch hatten wir eine gute Zeit in dem schönen Park und haben das Café vor Ort auch gerne für “dos cervezas por favor” genutzt.

An einem langen und ereignisreichen Tag bekamen wir einen schönen Einblick in die Inselhauptstadt von Teneriffa. Für das nächste Mal steht auf jeden Fall ein Besuch des Teide auf dem Plan, aber für die verbleibende Zeit bis zum Ablegen stand eigentlich nur noch der Weg zurück zum Terminal auf dem Programm. Der Tag ging, das Schiff lief aus und der nächste und letzte Hafen, San Sebastián de La Gomera, war nur eine Mütze voll Schlaf entfernt.


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