Südafrika Rundreise – Kapstadt

Wir nahmen von Betty’s Bay aus die Küstenstraße, die immer wieder tolle Aussichten auf die False Bay bietet, und fuhren weiter bis nach Strand. Dann auf die N2 direkt ins Herz von Kapstadt. Ehe man die Stadt erreicht, wird man erneut an die südafrikanische Realität erinnert, die man in einem Urlaub allzu oft vergisst. Hier reihen sich die Townships mit ihren Wellblechthütten dicht an dicht.

Oranjezicht

Oranjezicht

Ankunft am Kap

In Kapstadt hatten wir uns für vier Nächte in das von Günter und Martin betriebene Tom’s Guesthouse im Stadtteil Oranjezicht eingebucht. Oranjezicht ist ein ruhiges Wohngebiet, unmittelbar am Fuße des Tafelbergs gelegen. Zu Fuß ist es etwas weit bis in die Innenstadt, aber wir hatten sowieso geplant, die Stadt mit dem Hop On Hop Off Bus (oder kurz: HoHo) zu erkunden. Eine Haltestelle war fußläufig vom Gästehaus bequem zu erreichen. Direkt nach unserer Ankunft erklärte uns Günter die Regeln, wie wir eine gute Zeit in Kapstadt verbringen würden. Dazu gehörte zuerst das Auto bis auf den letzten Papierfetzen leer zu räumen. Weiterhin sollten wir bei Dunkelheit nicht mehr zu Fuß unterwegs sein, sondern entweder bereits dort angekommen, wo wir hinwollten oder im Mietwagen bzw. Taxi sitzen. Das Tor zum Gästehaus sollte akribisch geschlossen bleiben und der Panikknopf über dem Bett im Zimmer stellt bei Betätigung eine direkte Verbindung zur lokalen Polizei her. Keine Wertgegenstände oder auffälligen Schmuck bei sich tragen, das iPhone möglichst im Safe lassen etc. pp. Wir denken, es handelt sich um die gleichen Vorsichtsmaßnahmen, wie in anderen Großstädten auch. Wir haben auf jeden Fall keine kritische Situation erlebt und sind mit allen Sachen – bis auf das Kameraladegerät – nach Hause zurück gekehrt.

Für den ersten Abend reservierte uns Günter einen Tisch im Restaurant Arnold’s und hier hat es uns so gut gefallen, dass wir mehrfach dort Essen waren. Die Straußenburger sind sehr zu empfehlen, es stehen aber auch vegetarische/vegane Gerichte auf der Karte, hier sollte also jeder fündig werden.

Schöne Aussicht ohne Tischtuch

Seilbahn auf den Tafelberg

Seilbahn auf den Tafelberg

Das Wetter am nächsten Tag war herrlich, strahlend blauer Himmel und kein Wölkchen zu sehen. Da war klar, dass es für uns direkt hoch auf den Tafelberg geht. Bei einem Aufenthalt in Kapstadt ist es empfehlenswert, auf den Tafelberg zu fahren, sobald sich das Tischtuch aus Wolken verzogen hat und die Seilbahn fährt. Es kann gut sein, dass es danach keine Chance mehr gibt. Tickets kann man vorher über das Internet reservieren. Dies hat Martin netterweise für uns gemacht und so konnten wir die langen Schlangen an der Kasse links liegen lassen.

Auf dem Tafelberg erwartete uns Geocacher ein TB-Hotel der besonderen Art, das GC31WXR | Table Mountain Travel Bug Hotel. Es ist sehr frech und exponiert platziert und bietet die Möglichkeit, die TBs ihrem Zielort entsprechend zu hinterlegen. Die vielen Schleifchen (Favoritenpunkte) sprechen für sich.

Der Ausblick vom 1.000 m hohen Plateau auf die Stadt und den Ozean ist unbeschreiblich. Auf dem Tafelberg bzw. beim Aufstieg gibt es einige Caches. Da wir weder zum Wandern noch zum Klettern hergekommen waren, beschränkten wir uns auf Dosen mit niedrigerer T-Wertung, u.a. GCMYYZ | Table Top Trove und GC24AVJ | Platteklip Trail Throne. Wagemutige Cacher können auch einen T5er abgreifen, indem sie Abseiling vom Tafelberg betreiben. Wir wählten für den Weg nach unten wieder die Seilbahn und das war ob der Höhe besonders für Christine schon abenteuerlich genug.

Zurück in der Talstation nahmen wir den nächsten HoHo-Bus und fuhren zur Victoria & Alfred (V&A) Waterfront. Das Hafenviertel gilt mit seinen vielen Restaurants, Geschäften und buntem Treiben als ein Besuchermagnet und erinnert ein wenig an Fisherman’s Wharf in San Francisco. Cachemäßig ist hier nicht viel los und so beschränkten wir uns auf den Tradi GC2GG2C | Nobel Square zu Ehren der südafrikanischen Nobelpreisträger. Diese Statuen wären uns ohne Geocaching wohl nicht aufgefallen.

Weiter ging es mit dem Hoho durch die Stadt. Vom oberen Deck des Busses ließen wir die Vielfalt der bunten Stadt auf uns wirken, ebenso wie die Strände an der Camp’s Bay. Den Tag ließen wir in Rick’s Café Americain ausklingen.

Sundowner am Signal Hill

Den nächsten Tag verbrachten wir in der Innenstadt und ließen uns mit dem GPS durch die City treiben. Besonders gefallen hat uns das Viertel Bo-Kaap oder “Cape Malay Quarter” welches unmittelbar an den Hängen des Signal Hills liegt.

Bo-Kaap

Bo-Kaap

Hier ließen sich im 17. und 18. Jahrhundert Sklaven aus den ehemaligen niederländischen Kolonien nieder. Man sagt, sie haben ihre Häuser quietschbunt angestrichen, da es ihnen in der Sklaverei verboten war, bunte Kleidung zu tragen.

Da wir nicht aus Südafrika abreisen wollten, ohne eine typisch südafrikanische Boerewors gegessen zu haben, kehrten wir mittags in der Fast Food-Kette Wimpy ein, die neben Burgern eben auch diese lokale Spezialität anbietet.

In der Innenstadt gibt es viele schöne kleine Parks, Plätze und Märkte. Aber auch die üblichen Geschäfte haben ihren Weg ans Kap gefunden und die ein oder andere Mall lädt zum Bummeln ein. Auch uns zog es in das Shoppingcenter Golden Acre, allerdings zum Cachen, denn die Letterbox GC2MXG7 | Hidden Heritage: Wagenaar’s Reservoir sollte sich hier verstecken. Und wenn man die Hinweise genau beachtet, ist der Weg zum Final auf einmal völlig logisch.

Sundowner auf dem Signal Hill

Sundowner auf dem Signal Hill

Einen Sonnenuntergang der besonderen Art haben wir am Abend auf dem Signal Hill erlebt. Wer dabei an ein romantisch-privates Stelldichein denkt, sei weit gefehlt, denn hier strömen zur Abenddämmerung die Touristen und Einheimischen in Scharen auf den Signal Hill, um die Sonne bei einem Picknick hinter dem Lion’s Head untergehen zu sehen. Man sollte das trotzdem erlebt haben, denn der Sonnenuntergang ist wirklich wunderschön. Bei einem leckeren Glas O.B.s und Knabbereien vergisst man den Trubel rundherum, sobald die Sonne ihr Licht in den Atlantik taucht.


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