Südafrika Rundreise – Safari

Zum Abschied bei Felix und Ute gab es nochmals eine Eispeise und natürlich viele Routentipps für die Fahrt zum und durch den Krüger Nationalpark. Ein Besuch im bereits 1898 gegründeten Schutzgebiet ist ein Kindheitstraum den wir beide hegten und der mit der Einfahrt durch das Phabeni-Gate endlich wahr werden sollte!
Von Sabie aus führte unser Weg vorbei an Hazyview zum Gate. Für die Einfahrt müssen hier alle Formalitäten erledigt werden, aber wir hatten bereits vorgebucht: 2 Nächte in einem Rondavel im Satara Restcamp. Ferner klärte man uns hier auch über die Grundregeln im Park auf: Aussteigen nur an gekennzeichneten Stellen und nach 18:00 Uhr darf man sich nicht mehr außerhalb der Restcamps aufhalten. Schusswaffen – die wir hier hätten abgeben müssen – hatten wir heute nicht dabei und so wurden wir freundlich zu unserer Fahrt in und durch den Krüger verabschiedet.

Phabeni Gate

Phabeni Gate

Das Restcamp Satara war auch das Ziel der heutigen Reise und die Fahrt dahin bereits ein Erlebnis. Aufgeregt wie kleine Kinder und gespannt darauf, welche Tiere wir wohl als erstes sehen würden, rollten wir mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, auf Schotterpisten sogar nur 40 km/h, dahin. Meistens fuhren wir aber deutlich langsamer, denn wer weiß was es zu verpassen gibt.
Nach kurzer Zeit ließen sich bereits die ersten Tiere blicken: eine Herde Impalas wechselte vor uns die Straße. Diese Tiere, kaum größer als europäische Rehe, sind praktisch allgegenwärtig und es dauerte auch nicht lange bis wir uns an ihren Anblick und deren aufgeschrecktes Flüchten gewöhnt hatten. Nach ein paar Kilometern Fahrt konnten wir auch den ersten Vertreter der “Big Five” von unserer Liste streichen. Ein einsamer Elefantenbulle hatte sich im Unterholz ein schattiges Plätzchen gesucht. Allerdings war bereits später Vormittag und die Chance auf Tiersichtungen steigt nicht gerade, je mehr es auf die Mittagshitze zugeht.

Jacana am Lake Panic

Jacana am Lake Panic

Das erste große Highlight war ein Birdhide am Lake Panic. Dieser Ort wimmelte nur so von unzähligen emsigen Webervögeln, verschiedenen Reihern die sich um ihren Nachwuchs kümmerten, Schildkröten, Jacanas und sogar ein Buschbock – ein Diorama des Lebens. Weiter ging es zum Skukuza Restcamp, das größte Camp im gesamten Park. Nachdem wir den Earthcache “GC1785M | Kruger National Park” am Eingang des Camps gelöst hatten, schauten wir kurz im Shop vorbei, der ein bisschen was von den Souvenirshops nach einer Achterbahnfahrt im Freizeitpark hat. Allerdings waren wir nur auf der Suche nach einem kleinen Snack – schließlich war es Mittagszeit.

Affentheater

Als äußerst praktisch hat sich übrigens der Tipp erwiesen, gefrorene Wasserflaschen als Kühlakkus in einer faltbaren Kühlbox mitzuführen. Dadurch hatten wir immer “nicely chilled” Appletiser dabei und für den Notfall noch ein paar zusätzliche Wasserreserven im Auto. Appletiser ist neben dem OB-Sherry eines unserer Lieblingsgetränke in Südafrika geworden und wir hatten praktisch immer ein paar Dosen davon in besagter Kühlbox.

Der ursprüngliche Plan war, die Route nach Südosten entlang des Sabie Rivers zum Lower Sabie Restcamp zu nehmen und dann weiter nach Norden hoch zum Satara. Ein zu ambitioniertes Vorhaben, das wir zum Glück unterlassen haben – schließlich gibt es unterwegs soviel zu sehen und alle paar Meter wird die Kamera aus dem Fenster gehalten. Stattdessen machten wir uns in auf in Richtung Nordost zum Tshokwane Picknickplatz. Praktischerweise liegt auf dem Weg noch ein weiterer Earthcache “GC1W5EZ | Orpen Balancing Rocks” und in dieser dünnbedosten Gegend nimmt man mit, was man kriegen kann. Und damit haben wir unseren bis heute östlichsten Cache (ja, östlicher als St. Petersburg) geloggt – und viel mehr war für uns auch nicht an Caches im Krüger-Park zu holen.

Picknick auf dem Tshokwane Picknickplatz

Picknick auf dem Tshokwane Picknickplatz

Am Picknickplatz wurden wir dann Opfer des ersten und einzigen kriminellen Aktes gegen uns in diesem Urlaub! Während Christine eine Brotzeit aus den mitgebrachten Lebensmitteln bereitete und Ronny die Umgebung fotografierte, schlich sich in aller Dreistigkeit einer der herumlungernden Paviane an. Frech setzte er sich zu Christine an den Tisch und ließ kurz seine riesigen Hauer blitzen. Er nutzte unsere Schrecksekunde, um bei den liebevoll bereiteten Broten kräftig zuzulangen. Schnell nahm er mit der Beute reißaus und prügelte sich mit seinen Kumpels um die Marmeladestullen. Wir waren fassungslos ob soviel Durchtriebenheit! Die restliche Mahlzeit nahmen wir dann schmollend, aber sicher vor weiteren Übergriffen, im Auto ein.

Ankunft in Satara

Weiter ging es Richtung Nordosten, und dann nach Norden mit einem kurzen Stopp am Orpen Damm. Unterwegs sichteten wir noch viele weitere Tiere Afrikas: eine Löwenfamilie im Gras, Elefanten, Gnus, Büffel, Giraffen, Kudus, sogar einen Waran und immer wieder Impalas. Sobald sich ein paar Autos an der Straße stauen, kann man davon ausgehen, dass es hier etwas wirklich tolles zu sehen gibt. Für botanisch Interessierte gibt es entlang der Straße noch ein kleines – oder besser riesiges – Highlight: der südlichste Baobab, oder Affenbrotbaum.

Rondavels im Satara Restcamp, Krüger NP

Rondavels im Satara Restcamp, Krüger NP

Im Restcamp angekommen ging es erst mal zur Rezeption. Dort erhielten wir den Schlüssel zu unserer Hütte und nachdem wir uns im Shop eingedeckt hatten, machten wir uns auf zu unserer neuen Behausung. Die Hütten selbst sind eher zweckmäßig und auch nicht super sauber wie man das normalerweise erwarten würde. Die Küche mit Herd und abschließbarem Kühlschrank befindet sich auf der Terrasse unter einem Vordach. Das Abendessen nahmen wir heute aber in dem angegliederten Restaurant des Restcamps ein. Der Burger war eher eine unterdurchschnittliche Erfahrung. Da wäre ein Braii (Grillen auf südafrikanische Art) unter dem herrlichen Sternenhimmel eine wesentlich bessere Entscheidung gewesen. Es war schon dunkel und wir waren geschafft von der Reise des Tages, also ging es früh ins Bett.

Die großen Fünf

Früh morgens um sechs, als das Gate gerade geöffnet hatte, machten wir uns wieder auf die Piste nach Norden zum Olifants Restcamp. Es hat sich wirklich gelohnt so früh aufzustehen, denn nicht weit von Satara sahen wir auch schon das erste Nashorn am Wegesrand stehen. Ein paar Kilometer weiter wechselte eine riesige Büffelherde in Seelenruhe die Straßenseite. An einem Wasserloch tränkten sich zwei der gerade mal 100 vorhandenen Geparden im Krüger Park. Wir hatten das riesige Glück, dass diese wunderschönen Tiere 10 m vor uns über die Straße spazierten.

Büffelherde

Büffelherde

Im Olifants Restcamp machten wir eine ausgiebige Pause und danach ging es weiter auf südwestlicher Route zurück Richtung Satara. Auf dem Programm stand noch eine Runde auf der S100. Hier kommt es angeblich zu einer hohen Anzahl an Löwensichtungen, daher auch der Beiname Löwenstraße. Wir sahen eine ganze Menge, aber keinen einzigen Löwen. Allerdings erregte wieder eine kleine Anzahl aus Fahrzeugen unsere Aufmerksamkeit. Was zuerst nur nach einem einsamen Spiel eines halbstarken Elefanten aussah, war eher das Spiel eines Elefanten mit einem Leoparden auf dem Baum! Und wer diesen Bericht aufmerksam gelesen hat, weiß, dass wir nun bereits am zweiten Tag alle Tiere der BigFive abhaken durften: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Uns reicht allerdings der “Schuss” mit der Kamera und getragen von der Euphorie fuhren wir der Sonne entgegen zurück in unser Restcamp.
Am Abend gesellte sich sogar unser verloren gegangener Koffer wieder zu uns und wir ließen den Tag bei einem Abendessen auf unserer Terrasse ausklingen. Allein das Ladegerät für die Kamera bleibt weiterhin verschollen – um genau zu sein: es ist bis heute nicht aufgetaucht!

Löwe

Löwe

Die Ausfahrt aus dem Krüger hielt noch einen atemberaubenden Augenblick für uns bereit. Wieder standen wir früh auf, um die Morgenluft für hoffentlich weitere Tiersichtungen zu nutzen. Diesmal waren wir nicht die ersten am Gate, aber trotz der frühen Stunde kam bereits der erste zurück, hielt an und informierte uns euphorisch über einen “Buffalo-Kill” nördlich vom Camp.
Sehr verlockend, aber das lag nicht ganz auf der Route. Die Aussicht darauf, sich mit etlichen anderen Fahrzeugen um die beste Sicht zu prügeln, ließ uns die Entscheidung treffen, nach Westen auf der H7 zum Orpen Gate zu fahren. Wegen einer Sperrung der Hauptstraße wurden wir auf eine Schotterpiste umgeleitet. Und da lag er: majestätisch und seelenruhig im Schatten eines Baumes. Ein einsamer, männlicher Löwe – keine 20 m von der Straße entfernt hat es sich der Kerl gemütlich gemacht. Sicher waren wir hier nicht allein, aber wir hatten einen tollen Logenplatz ergattert.

Kwa-Mbili im Thornybush Game Reserve

Nun haben wir wirklich das volle Programm im Krüger abbekommen und alles was wir nun zu sehen bekämen war “Bonus”. Weiter ging es also zur Kwa-Mbili Game Lodge im Thornybush Game Reserve. Wir wurden bereits vom Empfangskomitee erwartet und zu unserem traumhaften Chalet geführt. Die Lodge bietet mehrere feste Hütten und Zelte mit Außendusche im Camp. Weiterhin gibt es in der Kwa-Mbili einen Hideout, eine überdachte Lounge und ein Boma mit Feuerstelle in denen das abendliche Dinner serviert wird. Alles liebevoll hergerichtet und spätestens jetzt setzte die Erholung vom Alltag vollends ein.

Chalet in der Kwa-Mbili Lodge

Chalet in der Kwa Mbili Lodge

In einem Private Game Reserve bucht der Gast das Rundumsorglospaket. Neben den von einem Ranger und einem Tracker geführten Game Drives am Morgen und am Nachmittag ist eine Vollverpflegung und je nach Lodge Annehmlichkeiten wie Pool, Spa, Bar etc. inbegriffen. Im Gegensatz zum Krüger-Park darf hier nicht selbst gefahren werden, dafür können sich die Gäste auf dem Jeep voll und ganz auf die Sichtungen konzentrieren. Der Ranger erklärt während der Drives alles rund um Flora und Fauna und gemeinsam mit dem Tracker werden die Spuren der Tiere gelesen. So fährt man auch mal Querbeet durch den Busch einem Tier hinterher, denn in den privaten Gebieten dürfen die Wege auch verlassen werden.

Der erste Game Drive (also Pirschfahrt) nach unserer Ankunft startete um 16:00 Uhr und so konnten wir vorher ausgiebig den Hideout mit Wasserloch besuchen und dort bei den Geräuschen des afrikanischen Busches verweilen. Dann ging es auf den “Bock” – insgesamt erwarteten uns vier Pirschfahrten, davon eine bis in die Dunkelheit, sowie eine weitere mit anschließender Wanderung mit dem Ranger zurück ins Camp.

Auf dem Bock

Auf dem Bock

Die Game Drives am Nachmittag werden mit einer Pause im Busch unterbrochen. Bei einem Sundowner, Chips und Biltong ist man mittendrin in der afrikanischen Wildnis und kann den Sternenhimmel mit Geräuschkulisse genießen. Dabei besteht auch keine Gefahr durch wilde Tiere, denn Eric, unser Ranger, hatte seine Flinte immer griffbereit.
Zurück in der Lodge wurden wir mit einem Drei-Gänge-Menü im Boma erwartet. Der autodidaktische Koch der Kwa Mbili Lodge hatte es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht, den Essenswünschen der Gäste gerecht zu werden. Besonders interessiert war er an Christines Nahrungsunverträglichkeit und zauberte milchfreie Köstlichkeiten.

Der Tag beginnt früh in der Lodge. Um 5:45 Uhr wird man vom Ranger zu einem kleinen Frühstück mit Rusk, Kaffee und Tee geweckt, damit es pünktlich um 6:00 Uhr zur Morgenpirsch losgehen kann. Auch diese wird mit einem Snack unterbrochen, dann ist es auch möglich, die Buschtoilette aufzusuchen und sich mit den Spuren im Staub, den Hinterlassenschaften der Tiere oder den Pflanzen zu beschäftigen. Zurück in der Lodge steht ein üppiges Frühstück an, das keine Wünsche offen lässt.

Im Thornybush hatten wir erneut das Glück alle Vertreter der “Big Five” vor die Linse zu bekommen. Unser Ranger Eric und der Tracker Eddy haben ein außerordentlich glückliches Händchen bewiesen. Und die Höhepunkt war, neben drei Leoparden-Sichtungen, ein Gepard, der sich ein armes Impala zum Frühstück geschnappt hat.


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