Südafrika Rundreise – Cape Agulhas und Whale Watching in Hermanus

Nach drei Tagen hieß es Abschied nehmen von Wilderness, denn die Weiterfahrt Richtung Hermanus zum Whale Watching stand an. Unsere Strecke führte uns zunächst an der Küste entlang, vorbei an Mossel Bay und später über die N2 im Landesinneren. Hinter Swellendam bogen wir allerdings nach links von der Route ab und wählten nicht den direkten Weg, sondern machten einen Ausfallschritt über Bredasdorp nach Süden Richtung Cape Agulhas. Hier stand eine weitere Cachemission und ein besonderes Geburtstagsgeschenk für Christine auf dem Programm: den südlichsten Cache Afrikas am Southern Most Point of Africa einsammeln!

Cape Agulhas - Unser südlichster Cache

Cape Agulhas – Unser südlichster Cache

Südwind

L’Agulhas, das portugiesische Wort für Nadel, selbst ist ein kleines, verschlafenes Nest und es verirren sich gar nicht so viele Touristen an diesen Ort. Da waren wir doch sehr erstaunt, dass es an der Kaffeebar im örtlichen Supermarkt einen leckeren Sojalatte zu kaufen gibt. Mit dem wärmenden Coffee To Go ließ sich die starke Brise auch besser aushalten – “Wind was invented here” berichtete man uns und dem stimmen wir uneingeschränkt zu!

Cachen am Kap

Cachen am Kap

Am südlichsten Punkt Afrikas treffen der Atlantische und der Indische Ozean geographisch aufeinander und passend zu den zwei Ozeanen gibt es einen Earthcache (GC1H9WR | 2 Oceans). Aber auch Freunde von echten Dosen kommen hier auf ihre Kosten und können zwischen den Steinen ein paar Tradis einsammeln, z.B. GC37VF3 | Tip of Africa, GC77E | Cape Agulhas (4/2001 veröffentlicht und damit eine Grande Dame unter den Geocaches), GC2JMB7 | SS:Meermin (ein Teil der Shipwreck Series). Mit dem südlichsten Cache Afrikas (und wahrscheinlich für lange Zeit unserem südlichsten Cache überhaupt) in der Tasche machten wir uns weiter auf den Weg in Richtung Hermanus.
Wieder ging es abenteuerlich über Schotterpisten abseits aller Hauptstraßen und diesmal blies der Wind unsere Staubfahne fast senkrecht hinter unserem Honda fort. Ein entgegenkommender LKW nahm uns sogar für mehrere Sekunden die komplette Sicht. Das Auto hatte ein bisschen zu leiden, bis wir wieder die asphaltierte Küstenstraße erreichten, die uns nach Hermanus führte.

Der beste Ort für Wale

In Hermanus hatten wir uns für 2 Nächte im Penguino Guesthouse eingebucht. Die sympathischen Besitzer Stefan und Nikki standen uns gleich mit vielen Tipps zur Seite. So haben sie uns Last Minute Plätze auf einem Walbeobachtungsboot gebucht und ein erstklassiges Restaurant, das B’s Steakhouse für den Abend empfohlen – als Transfer zum Restaurant nahmen wir ein schnuckeliges Tuk-Tuk, dessen Fahrer uns auch nach dem Besuch wieder abholte.

Penguino Guesthouse

Penguino Guesthouse

Ab Juli kommen die Southern Right Whales, Südliche Glattwale, aus der Antarktis zurück und verbleiben bis zum November in der Walker Bay, um sich in den geschützten wärmeren Gewässern zu paaren, zu kalben und die Jungen großzuziehen. Whale Watching kann man in Hermanus nicht nur auf einem Boot machen, sondern sogar von Land aus, entlang des berühmten Cliff Path. Hier kommen die Wale manchmal bis zu 5 Meter nah an die Küste. Sobald ein Wal gesichtet wird, bläst der Whale Crier in sein Horn aus Kelp und die Touristen eilen an die Küste, um den besten Blick auf das Meer und die Wale zu erhaschen. Zu Ehren des Whale Criers gibt es auch einen Cache GC4H10K | GOS: Whale Crier. Sogar eine Delphinschule hatte sich kurzzeitig in die Bucht verirrt.

Südlicher Glattwal

Südlicher Glattwal

Für eine Walbeobachtungstour mit einem Boot bucht man die Tickets am besten rechtzeitig. Für unseren Besuch war leider alles ausgebucht, Nikki hat es dennoch möglich gemacht, uns auf einem Boot unterzukriegen und so konnten wir auch vom Wasser aus den Walen ganz nahe kommen. Chips und Softdrinks sind bei einem Trip inklusive, der Genuss empfiehlt sich aber nur bei einem stabilen Magen und nach Einnahme einer Reisetablette. Wir haben so manche Mitfahrende nur mit tiefem Blick in die Tüte gesehen.
Die Strapazen haben sich aber sehr gelohnt, wenn sich leider auch keiner der Wale für das spektakuläre “Breaching” – also dem Durchbrechen der Wasseroberfläche mit anschließendem Fallenlassen – entschied. Dafür kam ein Wal direkt neben das Boot und gegen das 12 Meter lange Geschöpf fühlt man sich einfach nur winzig.
Das Wetter spielte während unseres Besuchs leider nicht mit, es war ständig bewölkt und regnete viel. Ob die Wale sich deshalb nicht häufig zeigten, wissen wir nicht, aber so mussten wir leider aus Hermanus abreisen, ohne einen der sanften Meeresriesen bei einem Sprung gesichtet zu haben.

Pinguine in Betty’s Bay

Auf der Fahrt nach Kapstadt machten wir einen Schlenker über Betty’s Bay, um uns am Stony Point für ein paar Fotos unter die Pinguinkolonie zu mischen. Für 10 Rand pro Person kann man hier ungestört, da nicht so überlaufen wie bei der Kolonie in Simon’s Town auf der Kaphalbinsel, unzählige Afrikanische Pinguine beobachten.

Pinguine am Stony Point

Pinguine am Stony Point

Auf gut ausgebauten Holzstegen läuft man mitten durch die Kolonie, ist nah dran und stört die Tiere dennoch nicht bei der Aufzucht ihrer Jungen. Diese sind im Gegenteil sehr zutraulich und so mancher der putzigen Vögel kam auf den Holzsteg gehopst und zeigte sich ganz nah.

Neben Pinguinen gibt es in dieser Kolonie auch viele Kormorane, die hier ihre Jungen großziehen und unermüdlich Futter und Baumaterial herbeischleppen. Sobald man sich an den aufdringlichen Fischgeruchgestank gewöhnt hat, kann man hier einige Zeit das Treiben beobachten.

Wir mussten allerdings bald wieder weiter, denn Kapstadt wartete…


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2 Kommentare:

  1. Schöner Artikel! Da bekomme ich gleich Heimweh nach Hermanus, einer meiner absoluten Lieblingsorte. Der Cliff Path ist wirklich wunderschön. Und dann noch die Wale und putzigen, kleinen Klippschliefer zum angucken, herrlich 🙂

    • Hallo Kathrin, vielen Dank für deinen Kommentar. Für die Wale könnten wir uns vorstellen nochmal in dieses schöne Küstenstädtchen zurück zu kehren. Wir erinnern uns gerne an die tolle Zeit dort – und die Klippschliefer sind sooo süß – obwohl sie immer so motzig schauen 😉

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