Traumschleifen Baybachklamm und Murscher Eselsche

Baybachklamm

Die Traumschleife Baybachklamm wurde vom Deutschen Wanderinstitut mit 93 Erlebnispunkten bewertet. Und das zu Recht. Tief im Tal fließt und rauscht der Baybach, und entlang des Flusses geht es über schmale Pfade und glitschige Steine. Sogar steile Felsen müssen hier und da erklommen werden. Die angebrachten Sicherungsseile sind also durchaus sinnvoll, damit es safe durch die Klamm gehen kann.

Portal zur Klamm

Portal zur Klamm

Die Attribute laut Homepage für die Tour sind:
Schwierigkeit: schwer, Strecke: 10,5  km, Dauer: 4:00 Std, Aufstieg 413  m, Abstieg 413  m

Ich ließ ein Training “Gehen Outdoor” auf der Apple Watch mitlaufen. Achtung: Unbedingt daran denken, den “Stromsparmodus bei Trainings” zu aktivieren (App “Watch”, Meine Uhr, Allgemein, Haken bei Stromsparmodus auf grün setzen), sonst macht der Akku schon auf halbem Weg schlapp.

Hoch hinaus

Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind auf jeden Fall notwendig. Ich habe Leute in Sneakers über die Felsen rutschen sehen und war froh, dass ich meine knöchelhohen Wanderschuhe anhatte. So hatte ich niemals das Gefühl von Unsicherheit, oder Bedenken, den Weg nicht gehen zu können – die Füße danken es einem sowieso. 😉

Klettern... aber sicher!

Klettern… aber sicher!

Der Multi GC2THXK | FIB #20 – Traumschleife Baybachklamm startet praktischerweise direkt an der Schmausemühle. Das Auto konnte stehen bleiben, mir war es auch nicht wichtig, am offiziellen Portal am Parkplatz Heyweiler loszulaufen. Man kann den Multi auch vom Steffenshof aus starten, dann ist aber noch mal einiges an Weg vom Final zum Parkplatz zurückzulegen.
Der Multi ist simpel aufgebaut: 9 Wegpunkte A bis I gilt es in vorgegebener Reihenfolge abzuwandern. An jedem Wegpunkt muss ein Bild (unbedingt vorab das Foto ausdrucken und mitnehmen) zugeordnet werden, so dass am Ende die Finalkoordinate berechnet werden kann.

Zustieg in die Baybachklamm

Zustieg in die Baybachklamm

Nach dem Einstieg bei der Schmausemühle beginnt auch gleich einer der abenteuerlichen Teile der Traumschleife. Kletterstellen und ganz schmale Pfade entlang des Baybachs wollen überwunden werden.

Das Tal öffnet sich an der Heyweiler Mühle, wo ich den ersten Fund des Tages mit dem gleichnamigen Cache GC59711 | Heyweiler Bauernmühle verbuchen konnte. Das Wasser stand nicht so hoch, daher blieben meine Füße bei der Suche nach der tricky eingebauten Dose trocken.

Der Platz ist schön, doch ich hielt mich nicht lange auf, denn nach kurzer Strecke im Tal stand der erste Anstieg des Tages an. Die anschließende Aussicht von der Felsenklippe auf das Baybachtal ist wunderbar und belohnt für den steilen Anstieg.

Kletterpartie

Irgendwo hier verlor ich meinen Laufzettel mit den Fotos und der Berechnung für den Cache und eilte zurück zum letzten Wegpunkt, wo ich noch Notizen gemacht hatte. Aber leider erfolglos. Erst dann fiel mir ein, dass ich den Cache offline in die App “Looking4Cache” geladen hatte und machte ab hier digital weiter. Deshalb an dieser Stelle die Empfehlung, unbedingt die Fotos und die Berechungsformel doppelt – einmal ausgedruckt und einmal auf dem Handy gespeichert – dabei zu haben. Es wäre doch schade, wenn das Finden der finalen Dose daran scheitert.

Nach dem Ausblick auf der Felsenklippe verlässt der Weg den Wald und es geht weiter über Felder und Wiesen, mit Blick auf den Ort Heyweiler und die Burg Waldeck. Der Burgblick blieb mir trotz klarer Sicht verwehrt und scheinbar ging es nicht nur mir so, wie die Inschriften auf der Infotafel zeigen. 😉

Zurück im Wald beginnt der nächste Anstieg zur Barreterley, wo die Dose GC4G617 | Barreterlei an der Klippe auf mich wartete. Hier lohnt sich ein Blick in den Hinweis (die Dose ist kletterfrei versteckt), und nicht einfach wild drauf loszukraxeln. Das könnte ohne Sicherung nicht so gut ausgehen. Der Ausblick vom Felsen ist spektakulär, es lohnt sich, die paar Meter von der Traumschleife zur Barreterley abzuweichen.
Am nächsten Aussichtspunkt, eine runde Schutzhütte, die für eine Rast einlädt, zeigt sich der Blick auf die von hier oben winzig klein wirkende Schmausemühle und ihre Forellenteiche. Von hier aus ging es locker weiter durch den Wald, bis ich schließlich am offiziellen Portal der Baybachklamm ankam. Witzig finde ich die Schuhputzstationen, die überall an den Wanderparkplätzen angebracht sind, so muss niemand mit dreckigen Wanderstiefeln ins Auto steigen.

Vor einem weiteren steilen Abstieg schlug ich mich in den Wald zu einem kleinen Lost Place, GC4C8KT | “lost place 4” an der Traumschleife Baybachklamm. Der Abstieg ins Buchbachtal ist mit Seilen gesichert und unten angekommen war es Zeit für mein Wanderpicknick. Ich nutzte dafür ein lauschiges Plätzchen mit Bank und Tisch direkt am Bach: Perfekter kann kein Lunchplatz im Wald sein. Gut gestärkt reichte die Kondition für den folgenden Anstieg durch den Stockschlagwald. Zurück auf dem Hunsrückplateau bietet sich wieder ein toller Ausblick.

Lunch

Lunch

Kurz vorm Steffenshof wartete noch GC49YD8 | “lost place 3” an der Traumschleife Baybachklamm auf mich. Am Steffenshof selbst lohnt sich die gut gemachte Dose GC5JXAF | Plaga Fåålshäysje fia Fäälscha . Der Inhalt des Listings blieb mir aufgrund des Dialekts verwehrt, aber vor Ort ist glasklar, wo sich der Cache versteckt. Die kleine Kapelle ein paar Meter weiter ist hübsch anzuschauen, aber mich hielt es dort nicht lange, denn ich wollte zurück in den Wald.
Im Prinzbachtal geht es wieder am Baybach entlang, vorbei an vielen schroffen Schieferfelsen und Höhlen, die von Fledermäusen bewohnt werden. An der Klöcknerskaul, einem alten Stollen im Schiefergestein, fand ich schließlich den letzten Wegpunkt des Wandermultis. Ein toller Rastplatz lud ein, die Finalkoordinaten zu berechnen und ich war gespannt, ob alles passte oder ob ich mich irgendwo vertan hatte. Die Wegpunkte lagen aufgrund des nicht so guten GPS-Empfangs im Wald manchmal einige Meter im Off, waren aber immer eindeutig zuzuordnen. Und so hatte ich schlüssige Finalkoordinaten beisammen bekommen.
Doch vor dem Final wollte noch der Earthcache GC2FXNN | Schiefer im Baybachtal gelöst werden. Eigentlich mag ich Earthcaches nicht so gerne, oftmals sind es zu viele Fragen oder diese zu kompliziert, und mein geologisches Interesse hält sich zudem in Grenzen. Doch heute passte alles zusammen und die Fragen sind nicht schwierig zu beantworten. Jetzt hatte ich mir die finale Dose des Rundwegs aber wirklich verdient. 😉

Schiefer

Schiefer

Das Final liegt abseits des Weges und es gehört noch mal ein wenig Klettern dazu. Leider ist der Hint sehr irreführend und so suchte ich länger als geplant an der falschen Stelle. Ganz so ohne ist die Kletterei auch nicht und ich rutschte auf dem steilen Waldhang und den klammen Steinen aus. Doch dann hielt ich stolz die Dose in den Händen und trug mich ins Logbuch ein. Ein Favoritenpunkt für den Multi ist für mich selbstverständlich.

Der Weg zurück zur Schmausemühle ist dann auch nicht mehr weit und dort angekommen, gönnte ich mir ein Kaltgetränk und erholte die müden Wanderbeine. Die Traumschleife war herausfordernd, aber gut machbar.

An Caches kam ich an dem Tag auf einen Multi, einen Earthcache und fünf Tradis. Laut Trainingsapp war ich 11,44 km in 4:37:28 h unterwegs. Die Zeit habe ich nur während längerer Pausen gestoppt, nicht bei der Suche nach einem Cache oder Wegpunkt oder bei Fotostopps.

Murscher Eselsche

Mursche ist Hunsrücker Dialekt für Morshausen und in Morshausen startet die Traumschleife Murscher Eselsche. Es soll mal einen Felsen gegeben haben, dessen Form an einen Esel erinnerte. Den Esel kann man heute leider nicht mehr sehen, aber soviel zur Namensgebung.

Wurzelbank in der Morgensonne

Wurzelbank in der Morgensonne

Die Eckdaten laut Homepage für die Tour:
Schwierigkeit: mittel, Strecke: 10,8 km, Dauer: 4:00 Std, Aufstieg: 366 m, Abstieg 366 m

Die Anreise mit dem Auto von der Schmausemühle war mit guten 10 Minuten recht flott, leider verlief die Parkplatzsuche im Ort schwieriger. Laut Infoflyer soll man am Bürgerhaus oder an der Alten Eiche parken, doch dort gibt es jeweils nur Platz für wenige Autos und die Parkplätze waren bereits früh alle belegt. Also quetschte ich mein Cachemobil etwas halbseiden an den Rand, in der Hoffnung, dass ich es nach der Wanderung dort genauso wiederfinden würde.

Ausblick

Ausblick

Am Dorfplatz startet die Traumschleife, ich entschied mich aber gegen die Wegweiser und stellte am GPS direkt den ersten Wegpunkt des Wandermultis GC6PF79 | Träum mit dem Eselchen ein. Vorher kam ich noch bei GC2V4E8 | Rexwiese – ein königlicher Ausblick vorbei und hinterließ einen Trackable.

Anschließend ging es richtig los und der erste Wegpunkt hält mit der Wurzelbank und den Wurzelknappen einen witzigen Start in die Runde parat. Nun geht es erstmal über die Wiese weiter Richtung Baybachtal. Der Zechenmann hält Wache am Eingang zum wunderschönen Zechenweg und es geht eine ganze Weile nur bergab. Und schon jetzt ist das Motto des Tages klar: Wenn es anfangs nur bergab geht, folgt am Ende der steile Aufstieg… 😉

Weites Feld

Weites Feld

Der historische Zechenweg ist traumhaft zu gehen. Serpentinenartig schlängelt sich der Weg durch den Wald. Auf schmalen Pfaden oder über hölzerne Stufen geht es immer weiter hinunter, Richtung Grube Theresia, und das schon seit 150 Jahren. An der Grube wartet der gleichnamige Cache GC3VFAP | Murscher Eselsche – Grube Theresia. Anschließend wird die Tour etwas gemütlicher, so verläuft die Traumschleife über ca. 2 km am Baybach und über Wiesen und Felder entlang.

An GC6DRJM | Traumschleife Murscher Eselchen 2 bin ich im ruhigen Wandermodus auch erstmal vorbei gelaufen. Der Cache ist so offensichtlich und doch vor Muggeln gut getarnt versteckt, echt witzig gemacht. Das hat mir gut gefallen. Weiter verläuft der Weg vorbei am Hotel Forellenzucht und den Fischteichen, wo sich die Angler in der Mittagssonne niedergelassen hatten,  sowie am historischen Zechenhaus. Über eine hübsche Holzbrücke gelangt man über den Baybach und nun verdient der Steig wieder seinen Namen.

Es geht hinauf zu Hacks Köppsche GC2AMDJ | Morshausen – Haacks Köppche, wo in den 20er Jahren ein Naturschutzpark angelegt wurde. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen, die Reste der Mauern haben mittlerweile einen Lost-Place-Charakter.

Hampit der Jäger und die Wandersfrau

Hampit der Jäger und die Wandersfrau

Nun folgt aber, nach dem Zechenweg, das zweite Highlight der Traumschleife: der Aufstieg zum Namensgeber, zum Eselsche. Der Felsen soll früher die Form eines Esels gehabt haben, davon ist heute nach vielen Sprengungen leider nichts mehr zu sehen. Über Serpentinen und Felsen, teilweise mit Seilen gesichert, ging es immer höher in der prallen Mittagshitze.

Auf halbem Weg nahm ich den Cache GC264KH | Morshausen – Dat Eselsche mit, für den keine waghalsigen Kletteraktionen am Felskamm notwendig sind. Ich ließ es mir aber nicht nehmen, die Dose dort für ein schönes Foto zu platzieren. Oben am Eselsche angekommen steht eine knallrote Bank und ich genoss die schöne Aussicht und das Gefühl, oben angekommen zu sein.

Panorama vom Eselsche

Panorama vom Eselsche

Doch es wartete noch der letzte Wegpunkt und an gleicher Stelle der Cache GC2QKEB | Bombiger Baybachblick auf mich. Für diesen muss man links in den Hang hoch und ich wählte den Zugang, der einen halben Terrainbewertungspunkt mehr verdient hätte. Leider kam ich beim Rückweg blöd mit dem linken Bein auf und verdrehte mir dabei das Knie. Auf der Rastbank verweilte ich daher etwas länger, um die Finalkoordinate zu berechnen, und das Bein auszuruhen. Solange, bis es verdächtig aus dem Unterholz grunzte. Einem Wildschwein zu begegnen stand nicht in meinem Listing, also packte ich meine Siebensachen und wanderte schnurstracks weiter zur finalen Dose des Multis.
Die finalen Koordinaten liegen zum Glück direkt an der Traumschleife wenige Meter weiter. Also alles richtig berechnet. Die Dose hat mich dann auch begeistert, hier möchte ich aber nicht spoilern, nur soviel: ein Klassiker – hübsch umgesetzt. Dafür und für die schöne Runde hinterließ ich gerne wieder einen Favoritenpunkt.

Zurück zum Auto ging es dann noch über 1,5 km durch den Hinterwald und durch Morshausen. Dem Knie geschuldet zogen sich die letzten Meter und ich war froh, als ich am Auto aus den Wanderstiefeln schlüpfen und zurück in die Schmausemühle fahren konnte.

Petling im Wald

Petling im Wald

Eine tolle Runde, mit 86 Erlebnispunkten vom Deutschen Wanderinstitut bewertet, die mir laut Trainingsapp nach 10,08 km in 4:08:22 h einen Multi und sieben Tradis einbrachte. Besonders gefallen haben mir der Zechenweg und der Aufstieg zum Eselsche, der mich am Ende ganz schön gefordert, aber auch mit einer tollen Aussicht belohnt hat.

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