Venedig

Die Lagunenstadt Venedig war Startpunkt unserer Kreuzfahrt durch die Adria und das Mittelmeer. Wir müssen zugeben, es gab doch einige Vorbehalte unsererseits gegenüber Venedig – die Stadt ist verstopft mit Touristen, alles ist unverschämt teuer und überall riecht es modrig – also Venedig ist eigentlich völlig überwertet. Was haben wir uns geirrt!

Um das Fazit vorwegzunehmen: Ja, es gibt viele Touristen, aber auch sehr viele ruhige und beschauliche Ecken. Abseits der Pfade sind die Preise überschaubarer und abends, wenn die Tagesausflügler gehen, blüht Venedig erst richtig auf. Kurz: wir haben uns ein bisschen verliebt in diese romantische Stadt mit ihrem besonderen, teils morbiden Charme.
Im Rahmen von Stadt-Land-Fluss von Ferngeweht möchten wir euch nun mitnehmen auf unsere Entdeckung durch die Gassen und Kanäle von Venedig.

Stille Wassergasse

Stille Wassergasse

Ankunft in der Lagune

Angereist sind wir per Flieger zum Aeroporto Marco Polo mit einer Vorübernachtung in Mestre, dem Stadtteil auf dem Festland. Vom Flughafen ging es per Bustransfer zum Hotel Alverí und von dort weiter mit dem Bus in die historische Altstadt von Venedig. Die Tickets für den Airport Bus Service können in der Ankunftshalle am Flughafen oder im Internet vorab direkt beim Betreiber ATVO für 8,- € p.P. Einzelstrecke/15,- € p.P. Roundtrip gekauft werden. Die Busse halten unmittelbar vor der Ankunftshalle und fahren alle 20 Minuten in Richtung Venedig.
Startpunkt für eine Tour durch Venedig ist für viele der Platz Piazzale Roma – hier enden Busse, Tram, der People Mover zum Kreuzfahrthafen und nebenan die Bahnen. Für die eigentliche Altstadt gibt es nur zwei Fortbewegungsmittel: Boote oder Füße.

Ankunft in Venedig

Ankunft in Venedig

Um die vielen kleinen Brücken der mit Kanälen durchzogenen Altstadt zu meistern, sollte man gut zu Fuß unterwegs sein und bequeme Schuhe werden mit der Zeit immer vorteilhafter. Häufig geht es treppauf und treppab – und dazu gilt es, Touristen, Fotografen, Lastenkarren und anderen Hindernissen auszuweichen. Daher sollte man für so manchen Weg immer ein bisschen mehr Zeit einplanen. Auch wenn man sich abseits der Menschenmassen bewegt, wird es nicht einfacher, von A nach B zu kommen – die Gassen sind verwinkelt und Brücken sind nicht überall vorhanden. So kommt schon einmal der eine oder andere Umweg zusammen oder man steht plötzlich an einem Kanal und weiter geht es nur noch mit dem Boot.

Per San Marco

Wir haben uns treiben lassen und schwammen langsam im Strom der Besucher – immer den Schildern  “per San Marco” folgend. Die drei Orientierungspunkte Piazzale Roma (Westen), die Brücke Rialto (ziemlich zentral) und der Dom San Marco (Osten) sind entlang des Weges gut ausgeschildert – nur falsch abbiegen darf man nicht. So passierte es uns, dass wir uns ruck-zuck in den winkeligen Gassen verloren haben. Aber auch das macht einen Spaziergang durch Venedig aus.

Aus einer kleinen, dunklen Gasse heraus traten wir auf den weiten und sonnigen Markusplatz. Eingerahmt von Arkaden, auf der einen Seite begrenzt vom 1.000-jährigen Markusdom und gekrönt durch den markanten Backsteinturm Il Campanile, empfing uns Venedigs berühmter Platz. Die riesige Schlange zum kostenfreien Einlass in den Dom schmiegte sich beeindruckend entlang des Dogenpalastes. Glücklich ist, wer hier Skip-the-line-Tickets für 2,- € p.P. vorab gebucht hat. Freudig rückten wir zettelwedelnd zum Eingang vor – doch halt! Kein Einlass mit Rucksack oder ähnlichem Gepäck, dies muss kostenfrei ein paar Meter weiter für max. eine Stunde abgegeben werden. Von den Lasten befreit traten wir ein in den von reichen Ornamenten an Decke und Boden verzierten Markusdom. Ein bisschen dunkel ist es hier und fotografieren ist auch nicht erlaubt.

Markusplatz mit Dom und Il Campanile

Markusplatz mit Dom und Il Campanile

Die Besichtigung der Brüstung mit Blick auf den Markusplatz sowie des Domschatzes sind jeweils kostenpflichtig mit 5,- €. Wir beließen es bei einem Rundgang durch den Dom und traten zurück ins Sonnenlicht – hier erwartete uns am Il Campanile ein kleiner fieser Nano GC6FQQV |IT/GB/D/FR – IL CAMPANILE –, der bei den vielen Touristen ohne das Spoilerbild kaum machbar wäre. Wir zogen weiter, vorbei am Dogenpalast, machten den Earthcache GC5NZ9A | Venice is a “Big Fish” zum Thema der regelmäßigen Überschwemmungen der Stadt und drängelten uns in die erste Reihe. Endlos schippern die Gondolieri ihre Menschenfracht durch die Häuserschlucht, welche hinter dem Palast von der Seufzerbrücke überspannt wird.

Seufzerbrücke

Seufzerbrücke

Für Abkühlung von der heißen italienischen Sonne sorgte nun sowohl ein Rundgang unter den kühlen Arkaden des Markusplatzes als auch – und noch viel besser – ein Gelato. In einer Seitengasse auf dem Weg zum Cache GC42CTN | Orio’s House wurden wir fündig: köstlichstes Sachereis. Auch die anderen Sorten sind nicht zu verachten.

Venedig zu Wasser

Nun hatten wir bereits einen guten Überblick und machten kehrt zur Rialto-Brücke. Ganz in der Nähe liegen die Finalkoordinaten des vorab daheim gelösten Mysteries GC473GN | The clock.  Auf dem Weg zur Brücke nutzten wir die zweite Fortbewegungsalternative: den Wasserbus, genannt Vaporetto. Benutzen kann man die Boote mit einer Zeitkarte oder einem Ganz- oder Mehrtagesticket (24 Std. für 20,- € p.P.) und die Boote verkehren wie Busse entlang der Linien. Vom Wasser aus bietet sich noch einmal ein ganz anderer Blick auf die Stadt und die entlang der Kanäle gebauten Häuser und Palazzi. Häufig stehen die unteren Etagen direkt an der Wasserlinie leer oder werden nur noch als Lagerräume genutzt. Hotels und Restaurants haben eigene Anlegestellen für die Boote und so manches mal herrscht auch auf den Kanälen Stau, wenn sich Wassertaxis, Boote und Gondeln aneinander reihen. Eine Fahrt mit der Linie 1 oder Linie 2 über den Canal Grande mit einem Einzelticket ist eine preiswerte Alternative zu den für uns völlig überteuerten Gondelfahrten, um Venedig vom Wasser aus zu erleben.

Festgemachte Gondoln

Festgemachte Gondoln

Die Linie 2 brachte uns nach langem Anstehen und ein paar Stopps entlang des Canal Grande zur Händlerbrücke. Doch oh Schreck, die Rialto-Brücke war verhüllt zu Sanierungszwecken. Ein wenig enttäuscht ging es für uns direkt zum Finale des Mysteries. Hier in der Nähe des Rialto Mercato am Campo Erberia begann unsere beste Zeit. Nach dem erfolgreichen Fund machten wir es den anderen gleich, holten uns zwei Hugo (zwei Hugo oder Hugi, beides scheint als Mehrzahl auf Nachfrage richtig) und setzten uns mit einem Teller kleiner Leckereien an den Canal Grande. So lässt es sich in Venedig fern der Touristenströme gut aushalten. Auf dem Kanal schipperten die Gondoliere vorbei, die Wassertaxis und -busse drehten ihre Runden – und wir genossen la dolce vita und ließen Beine und Seele baumeln.

Die schönste Ausfahrt

Irgendwann mussten wir uns dann aber doch erheben und die letzte Fahrt zum Hotel antreten. Am nächsten Morgen wartete eine Grand Suite an Bord der Vision of the Seas auf uns. Mit Wasser- und Straßenbus ging es recht flott zurück nach Mestre und am nächsten morgen wieder zurück zum Piazzale Roma. Die Busse ab Station Mestre sind morgens übrigens proppenvoll. Mit Ach und Krach zwängten wir uns und unsere Koffer in das bemitleidungswürdige Gefährt. Hoffentlich sind wir dabei nicht allzu vielen Passagieren auf die Füße getreten – wortwörtlich. Ohne eine Chance umzufallen erreichten wir nach ca. 15 Min erleichtert den Busbahnhof. Die morgendliche Fahrt mit dem fahrerlosen People Mover zum Kreuzfahrtterminal (Richtung Tronchetto) war da viel entspannter – 1,50 € kostet die einfache Fahrt pro Person.

Canal Grande

Canal Grande

Als allererste konnten wir als Suitegäste am Terminal um 10:30 Uhr für die Kreuzfahrt einchecken und auch als allererste das Schiff boarden, nachdem es gegen 11:00 Uhr freigegeben wurde. Freilich durften wird noch nicht auf die Kabine, aber der Concierge-Service half uns dabei, unser Handgepäck aufzubewahren – die großen Koffer müssen wie beim Flieger “eingecheckt” werden und kommen direkt auf die Kabine. Befreit vom Gepäck hatten wir erneut die Möglichkeit, die Stadt für ein paar Stunden zu besuchen, was wir auch ausgiebig nutzten.

Die Ausfahrt mit dem Schiff am späten Nachmittag war spektakulär und die schönste Fahrt aus einer Stadt, die wir bis jetzt erleben durften. Hoch oben vom Sonnendeck hatten wir einen phantastischen Blick auf all die schönen Plätze und Palazzi, wie den Markusplatz und den Dogenpalast.

Auch nach der Rückkehr des Schiffes in Venedig eine Woche später, deponierten wir unsere Koffer in der Gepäckaufbewahrung am Piazzale Roma für 7,- € das Stück. Auch wenn das nicht ganz billig ist, ermöglichte es uns noch einen kleinen Spaziergang für ein paar Geocachingversuche. Ein paar DNFs, aufgrund der teils schlecht gepflegten Dosen, trübten leicht die Geocachingfreude – doch mit unserem letzten Multi in Venedig GC1Z072 | Stazione Marittima di Venezia waren wir erfolgreich. Ein Regenguss erleichterte uns die Trennung von der Stadt in der Lagune und wir nahmen den Shuttle zurück zum Flughafen.

Wie bereits angedeutet, hat uns die Stadt sehr positiv überrascht und in ihren fast schon magischen Bann gezogen. Wir waren sicherlich nicht zum letzten Mal in Venedig und ein Hotel in der Stadt, um noch mehr in das abendliche Leben an den Kanälen einzutauchen, klingt sehr verlockend. Arrivederci Venezia, wir kommen wieder.

Abendstimmung

Abendstimmung


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6 Kommentare:

  1. Ich bin jedes Mal hin und weg von Venedig. Es stimmt schon, zu viele Touristen, zu teuer, usw. aber diese Stadt ist und bleibt etwas ganz besonderes!

    • Hallo Gudrun,
      das stimmt, die Stadt ist wirklich etwas besonderes. Irgendwo muss die Faszination ja herkommen, die soviele Menschen nach Venedig zieht. Abseits der Touristenströme lassen sich aber auch viele schöne Ecken entdecken.

      Viele Grüße
      Ronny

  2. Pingback:Stadt, Land, Fluss - die XXL-Runde - Ferngeweht

  3. Venedig ist schon toll. Ich muss allerding sagen, ich meide die Stadt zwischen April und September. Gerade der Winter hat einen ganz speziellen Reiz in Venedig. Irgendwie traurig, melancholisch, mystisch aber so schön.

    • Hallo Eva,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Wir wollten wenigstens einmal mit dem Kreuzfahrtschiff aus der Stadt herausfahren. Da hatte sich ein kleiner Aufenthalt angeboten, die Stadt wollen wir auf jeden Fall noch einmal besuchen – vielleicht auch mal zu einer ruhigeren Jahreszeit – danke für den Tipp.

      Viele Grüße
      Ronny

  4. Danke für den schönen Beitrag zu Stadt-Land-Fluss! Venedig kenne ich nur im Winter, zu Karneval und im Januar. Da muss ich wohl noch mal im Sommer hin …

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