Auf dem Rheinsteig durch das Siebengebirge

Rheinsteig-Start am Bonner Marktplatz

Rheinsteig-Start am Bonner Marktplatz

Im ersten Abschnitt des Rheinsteigs wanderten wir durch das Siebengebirge. Das Mittelgebirge liegt südöstlich von Bonn und besteht aus mehr als 50 Bergen und Anhöhen. Je nach Blickrichtung sind sieben Gipfel zu erkennen, sagt man – daher wohl der Name. Es sei so, wir haben uns damit nicht näher beschäftigt. Auch nicht mit dem Begriff “Mittelgebirge“… aber bereits auf der ersten Strecke des Rheinsteigs sollte uns klar werden, weshalb der Name Rheinsteig hier Programm ist. Es war unsere erste richtige und längere Wanderung und wir sind etwas naiv davon ausgegangen, dass es eigentlich nur am Rhein entlang geht. Aber nicht, dass wir mehr als 20 km am Stück wandern und dabei 800 Höhenmeter überwinden sollen. Wir hatten keine Ahnung, was dies mit unseren untrainierten Beinen und Füßen machen würde. Wir sollten es jedoch bereits nach der ersten Etappe von Bonn nach Rhöndorf erfahren. 😉

Start in Bonn

Durch das Siebengebirge gehen die offiziellen ersten drei Etappen des Rheinsteigs: Bonn – Königswinter, Königswinter – Bad Honnef, Bad Honnef – Linz. Für unsere Geocaching-Wanderungen führen der Wandertag #1 und Numero 2, sowie der halbe Wandertag #3 entlang der offziellen Etappen.

Koblenzer Tor in Bonn

Koblenzer Tor in Bonn

Wir starteten mit unserer allerersten Rheinsteigtour am offiziellen Start: dem Alten Rathaus in Bonn. Das bedeutet, wir wandern den Rheinsteig rheinaufwärts. Die Multicache-Serie “Wandertage Rheinsteig” zeigt uns den Weg, denn diese verläuft eben von Nord nach Süd. Noch keinen Kilometer gelaufen, holten wir uns in der Touristeninfo das Stempelheft nebst erstem Stempel ab und posteten unseren ersten Wandererfolg stolz auf Facebook.

Brückenmännchen

Brückenmännchen

Was der Tag noch bringen sollte, wussten wir zu dem Zeitpunkt freilich noch nicht. Wie schon erwähnt, sind wir an das Thema Wandern recht blauäugig herangegangen. Denn zum Start eines neuen Hobbys wählten wir die volle Zweitagewanderdröhnung. Zum Übernachten hatten wir ein Zimmer im Hilton in Bonn gebucht. Denn wer will schon wandern, wenn er glandern kann. 😉 Dort am Hotel parkten wir auch unser Cachemobil. Vom Hotel aus stellten wir uns nun der Herausforderung der ersten beiden Rheinsteig-Geocaching-Wandertage.

Wandern Unterwegs

Unterwegs

Wir überquerten den Fluss an der Kennedy-Brücke, stiefelten entlang der Rheinpromenade von Bonn-Beuel, um dann kurz hinter Bonn vom schönen Rhein lange nichts mehr zu Gesicht zu bekommen. Na, so hatten wir uns das aber nicht vorgestellt! Aber der Weg sollte uns leiten und fesseln und irgendwann hatte uns der abwechslungsreiche Rheinsteig voll im Griff. Und so begaben wir uns, Schritt für Schritt, auf die anspruchsvolle Route entlang des Premium-Wanderweges.

Weinberge

Weinberge

Burg Drachenfels – das Highlight im Siebengebirge

Die ersten ca. 5 km verlaufen relativ eben und vergingen wie im Flug. Der erste knackige Aufstieg bis zum 336 m hohen Petersberg verlangte uns aber gleich einiges ab. Der Weg führt am Grandhotel Petersberg vorbei, das als Bundesgästehaus genutzt wird und in dem Konferenzen unter internationaler Beteiligung stattfinden. Daher wird das Gelände auch ringsherum mit Stacheldraht abgeriegelt. Wir genossen nach erfolgreicher Besteigung die Aussicht vom Aussichtspunkt mit Blick auf Königswinter.

Tanne

Tanne

Der Abstieg nach Königswinter ließ uns jedoch keine lange Verschnaufpause. Denn zum 321 m hohen Drachenfels, auf dessen Gipfel markant von weitem sichtbar die Ruine der Burg Drachenfels thront, sollte der nächste Anstieg führen. Was, da hoch sollen wir?! Spätestens hier wird das Konzept des Rheinsteigs klar: Nach dem schweißtreibenden Aufstieg, der mit grandiosen Aussichten belohnt wird, folgt der knie- und wadenmuskelbelastende Abstieg, dem wiederum der nächste Aufstieg folgt, und so geht’s immer munter weiter…
Auf den Drachenfels führt übrigens auch die Drachenfelsbahn, die älteste Zahnradbahn Deutschlands. Aber ha, wer will schon cheaten, wenn er oder sie gute Wanderschuhe an den Füßen trägt! Also hinauf auf Schusters Rappen, entlang des Eselsweges von Königswinter kommend, immer die Burgruine im Blick. Sätze wie “Ich lege mich jetzt hier hin und stehe nie mehr auf” gingen uns durch den Kopf. Oder auch: “Ruf mir ein Taxi, ich warte… auch wenn es länger dauert.” Doch es half nichts! Mitten in den Wald, irgendwo zwischen Königswinter und Rhöndorf, kommen keine Taxis. 😉

Burg Drachenfels - Das Highlight im Siebengebirge

Burg Drachenfels

Der Abstieg nach Rhöndorf führte uns nach 25 km an das ersehnte Ende unserer ersten Tagestour. Noch nie waren wir für einen Geocaching Fund so lange gelaufen. 25 km für einen Punkt in der Statistik. Irre! Mit qualmenden Füßen saßen wir im Wartehäuschen der Regionalbahn, die uns zurück nach Bonn und ins Hotel bringen sollte. Dort angekommen waren wir nur noch in der Lage, zwei Burger vom Zimmerservice zu bestellen. Eins war klar: Nie wieder Wandern!

Rhein und Rhöndorf

Rhein und Rhöndorf

Denkste! Der nächste Tag kam wie von selbst, die Füße waren nach der erholsamen Nacht wieder frisch und wir waren gestärkt durch das tolle Hotelfrühstück. Ehe wir uns versahen, fanden wir uns erneut auf dem Rheinsteig wieder. Wie konnte das nur passieren?!

Diesmal parkten wir unser Cachemobil in Rhöndorf, schulterten die Rucksäcke und legten erneut los. “Ich kann es nicht glauben, dass wir das tun.” – solche Sätze hörten wir uns während der zweiten Etappe unserer noch jungen Wanderkarriere noch öfter sagen.

Fachwerk im Siebengebirge

Fachwerk

Heute sind wir froh, dass wir dran geblieben sind. Sonst wäre uns die wunderschöne Natur entgangen, wir hätten nicht erfahren, wie frei der Kopf nach einer stressigen Arbeitswoche wird, wie schnell sich der Körper an die Anstrengung gewöhnt und die längeren Wanderungen immer besser wegsteckt. Ein Tag auf dem Rheinsteig ist wie ein Kurzurlaub!

Wir wandern weiter…

Der erste Anstieg des Tages führte rund um den Berg Löwenburg. Der ist mit 455 m der zweithöchste Berg des Siebengebirges und der Rheinsteig-Wanderer erreicht hier auch den höchsten Punkt entlang der gesamten Wegstrecke bis nach Wiesbaden. Der Ausblick ist grandios, wir konnten uns kaum satt sehen an der schönen Natur.

Wandern Koppel

Koppel

Wir ignorierten das gelbe Ausstiegsschild der offiziellen 2. Etappe in Richtung Bad Honnef und blieben auf der Strecke. Der Weg ist bewaldet, was uns bei der Sommerhitze sehr entgegen kam, führt aber auch immer wieder über Wiesenstrecken. Hier kommt es auch vor, dass man über eine Koppel wandern muss, deren Gatter mit dem Hinweis “Vorsicht vor der Kuh” selbständig geöffnet und geschlossen werden muss. Hinauf und hinab ging es über schmale Pfade, immer die Wegpunkte auf dem GPS im Blick, und irgendwann war das Finale und unser 1.000 Geocaching Fund da. Glücklich über diesen Erfolg machten wir uns auf den sehr steilen Abstieg nach Unkel. Frei nach dem Motto “Wanderer, kommst du nach Unkel…. dann ist es schon bald dunkel”. 😉

Allee

Allee

Nahtlos schließt hier in Unkel der Wandertag #3 an – für uns verging allerdings ein Jahr bis wir unsere dritte Etappe starteten. Von nun an wanderten wir auch immer dem Auto entgegen, denn das Warten auf die Bahn am Ende einer Wanderung ist schon ein bisschen nervig.

Feld

Feld

Wir parkten für den dritten Wandertag also das Auto in Bad Hönningen und fuhren mit der Bahn zurück nach Unkel – dem Zielort der vorangegangenen Etappe. Nach dem ersten Aufstieg aus dem Ort hinauf, bleibt die Strecke relativ entspannt und ähnelt mehr einem Spaziergang. Doch wie es nicht anders zu erwarten ist, folgt der nächste Aufstieg zur Erpeler Ley. Dort stärkten wir uns im Ausflugslokal mit einem erfrischenden Radler. Doch nur nicht zu lange die Füße schonen, sonst werden die nächsten Schritte zu beschwerlich. Nachdem wir entlang des Viadukts der Kasbachtalbahn hinab gestiegen waren, folgte der Aufstieg zur Burg Ockenfels. Durch das Dörfchen Ockenfels hindurch folgt der letzte Anstieg im Siebengebirge, bis es auf asphaltiertem Weg hinunter zur Stadt Linz geht. In Linz gönnten wir uns ein leckeres Eis auf dem Marktplatz und holten uns den Stempel für unser Stempelheft im Rathaus. Hier verließen wir nun nach gut 53 Kilometern auch das Siebengebirge. Von dort an führt der weitere Rheinsteig durch das Untere Mittelrheintal.

Linzer Ritter

Linzer Ritter

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2 Kommentare:

  1. Unglaublich. Diese Orte sind ca. 30 Minuten mit dem Auto entfernt und ich habe die noch nie gesehen. Ausser dem Drachenfels natürlich. Ich will unbedingt den Rheinsteig wandern, komme aber irgendwie nicht dazu. Freue mich schon auf Euren nächsten Bericht dazu. Wollt Ihr den Steig komplett machen ?

    • Hallo Schwerti,

      Danke für dein Feedback! So ist das meist: Die nahen Dinge schaut man sich viel zu selten an … wir fragen uns auch immer, was die vielen Touristen in Frankfurt machen 😉 Wir haben es jetzt von Bonn bis nach St. Goarshausen geschafft und haben uns ganz fest vorgenommen den Rheinsteig auch fertig zu machen. Es sind noch 4-5 “Wandertage”. Einer davon wäre über 30km, den würden wir ggf. splitten. Aber wir bleiben dran… auch an den Artikeln 🙂

      Viele Grüße
      Ronny

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