Wien – Stephansdom, Sachertorte und Pratercaching

Unseren Besuch in der Donaumetropole haben wir ganz clever zwischen zwei Schönwetterwochen gelegt: es war also nicht weit her mit den angenehmen Temperaturen. Ein paar Tage zuvor war es noch frühlingshaft als wir unseren Zwischenstopp in Salzburg einlegten, doch bei unserer Ankunft empfing uns Wien mit heftigem Regenwetter. Wir haben natürlich wie immer das Beste daraus gemacht. Zuerst bezogen wir unser Domizil nahe der U-Bahn-Station Floridsdorf auf der anderen Seite der Donau, aber zu viel mehr, als einem kleinen Abstecher zum nahegelegenen TB-Hotel GC251AB | TB Hotel Bessemerbirne war uns nicht der Sinn. Dafür wird der Besucher mit einem handwerklich toll gemachten und gut getarnten Döschen belohnt.

Alt-Wien

Auch der nächste Tag war kalt und windig, immerhin: es regnete nicht mehr! Mit S- und U-Bahn fuhren wir dick eingepackt von der Station Floridsdorf direkt in das Herz der Stadt: dem Stephansplatz. Man mag es ja für ein übertriebenes Klischee halten, aber kaum traten wir aus der U-Bahn, wurden wir auch schon von den ersten barock gekleideten jungen Herren bedrängt, die im feinsten Wiener Schmäh mit Angeboten zu Konzerten auf Touristenfang waren.

Stephansdom

Stephansdom

Für das Erkunden der Stadt eignen sich ganz hervorragend die (Alt-) Wiener Spaziergänge. Dieser Tipp kam aus dem Artikel über Wien der Ausgabe 2/2010 des Geocaching Magazins. Der Beitrag ist zwar schon älter, viele der Caches sind aber noch aktiv und der Tenor stimmt immer noch: in Wien ist die Cachequalität sehr hoch. Bevor wir jedoch unsere Cachetour durch die Altstadt starteten, musste eines der zahlreichen Kaffeehäuser am Platze bei einem Verlängerten und einer Wiener Melange zum Aufwärmen herhalten.
Zunächst entschieden wir uns für GC2DAHE | Alt-Wiener Spaziergang: vom Stephansplatz zur Oper. Der Cache führte uns, wie der Name verheißungsvoll erahnen lässt, anhand von sieben Stationen vom Stephansplatz bis zur Oper. Zuerst kämpften wir uns also wieder durch die “Aushilfsmozarts” zurück zum Hauptportal des Stephansdoms, dem Riesentor, umrundeten den Dom und starteten damit unsere Sightcaching-Tour.

Beifänge in Form von Tradis, gibt es hier kaum mitzunehmen. Die Innere Stadt ist gepflastert mit Multis und Mysteries! Daher war es auch nicht schwer, alle Tradis innerhalb der Ringstraße einzusammeln. Dafür war aber das Final des Spaziergang-Multis sehr frech und exponiert platziert und verlangt eine kleine Portion Mut. Es wimmelt dort nur so von Muggeln, die praktisch direkt auf den Cache starren. Nach dem kleinen Nervenkitzel des Hebens und wieder Zurücklegens beruhigten wir unsere Nerven mit Schokolade – und davon gibt es bekanntlich eine Menge als Zutat in der leckeren Sachertorte. Die Torte lässt man sich am besten stilecht im berühmten Café Sacher des gleichnamigen Traditionshotels gegenüber der Wiener Staatsoper servieren.

Hotel Sacher

Hotel Sacher

Gestärkt nahmen wir den zweiten Multi GC2EJP1 | Alt-Wiener Spaziergang: Oper – Burgtheater in Angriff, der uns bis zum Burgtheater führte. Mit einer Wertung für die Schwierigkeit von 4 Sternen hat es dieser Multi in sich und so hatten wir dann am Ende auch ein paar Probleme. Zum Glück hat dieser Cache einen interessanten Geochecker, der uns mit ein bisschen Intuition und Kombination die richtigen Koordinaten ausspuckte. Bei diesem Geochecker gibt es nicht nur richtig und falsch für die zu errechnenden Koordinaten, sondern für jede einzelne zu suchende Zahl. Das Final war dann wie auch schon beim ersten Spaziergang sehr raffiniert, so dass wir auch hier einen Favoritenpunkt vergaben. Die Stationen führten uns die Ringstraße entlang, und wir statteten im Burggarten der Statue von Mozart genauso einen Besuch ab, wie dem Heldenplatz mit der Nationalbibliothek und dem österreichischen Parlament. Hier reihen sich die Sehenswürdigkeiten buchstäblich wie an einer Perlenkette aneinander. Gegenüber des Burgtheaters befindet sich zudem auch der neogotische Bau des Wiener Rathauses.

Im Zeichen von Pi

Groundspeak motivierte am Pi-Day alle Geocacher mit der Vergabe von zwei Souvenirs, für das erfolgreiche Loggen jeweils eines Mysteries und eines Events. Auch in Wien gab es Pi-Events und eines davon sollte im Prater stattfinden.

Logbuch des Pi-Day-Events im Prater

Logbuch des Pi-Day-Events im Prater

Wir haben bereits vorab ein “will attend” geloggt, denn der Prater stand sowieso auf unserer “must-see”-Liste und so konnten wir beides miteinander verbinden. Mysteries gibts im größten Park Wiens ebenfalls einige zu finden. Wir sind zwar keine Mystery-Fans, aber das Souvenir lockte uns und daher lösten wir das Rätsel zum Cache GC4YFFH | Quer durch die Kulturhauptstädte Europas schon vor der Reise.

Buntpecht im Prater

Buntspecht im Prater

Bei unserer Ankunft an der Event-Location war die Ansammlung an Geocachern schon von weitem zu erkennen und so gesellten wir uns zu der illustren Runde. Nach ein wenig Smalltalk inklusive Tipps über gute örtliche Caches, trugen wir uns in das grandiose “Logbuch” ein. Nach Ende des Events (sogar hartgesottene Geocacher fangen ohne Bewegung irgendwann an zu frieren) löste sich die Runde auf und einzelne Grüppchen machten sich auf die Suche der umliegenden Mysteries. Das Ganze ähnelte dann eher der Sportart Rudelcachen und die Lösung des Rätsels daheim hätten wir uns sparen können ;). Eigentlich wollte das Souvenir ehrlich verdient sein, aber letztlich gaben wir uns wie in einer Warteschlange das Logbuch in die Hand.

“Im Prater blüh’n wieder die Bäume…”

Soweit war der Frühling an diesem Tag noch nicht, dennoch ist der Prater zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Je weiter wir uns von der Eventlocation entfernten, auf desto weniger Geocacher trafen wir. Abseits der Hauptallee boten sich noch ein paar Doserl zum einsammeln an und wir marschierten zurück in Richtung Praterstern. Die meisten der Fahrgeschäfte im Wurstlprater hatten noch nicht geöffnet und es war schon ein bisschen skurril, über einen menschenleeren Jahrmarkt zu schlendern. Dennoch gehört eine Fahrt mit dem 1897 zum 50. Thronjubiläum von Kaiser Franz “Franzl” Joseph I. eröffneten Riesenrad zu einem Besuch in Wien dazu. Dazu gönnten wir uns im Anschluss ein Original Wiener Schnitzel, da wir nicht nur den Pi-Day feierten, sondern auch Ronnys Geburtstag!

Als Abschluss unseres Spaziergangs durch den Prater gab es vor dem Planetarium mit dem Cache GCVEEN | Globus / Globe noch eine kleine Reise um die Welt. Doch so langsam waren wir des kalten Wetters überdrüssig und traten etwas verfrüht die Heimfahrt an. Wir haben Gefallen an Wien gefunden und die Wiener Kaffeekultur kommt uns sehr entgegen – Kaffee, Kuchen, Obers – dabei erholen wir uns gern auf unseren Cachetouren. Es ist schon beschlossen, dass wir ganz bestimmt wiederkommen. Aber dann sollen im Prater wirklich die Bäume, und vielleicht sogar die Blumen für uns blühen.

2 Kommentare:

  1. hi!

    BIn gerade auf deine Seite gestoßen und finde deine Einträge und Erlebnisse wahnsinnig spannend… Ich bin noch eher am Anfang meiner Caching-Erfahrung.. Aber gestern waren wir im Prater und haben 30 Minuten lang verzweifelt versucht, den Cache beim Planetarium zu finden. Zig male die “Welt” herumgedreht, während eine bekiffte Hippie-Dame immer in unserer Nähe singend herumgehüpft ist und uns die Welt erklären wollte… Kannst du mir viell. sagen wo er zu finden war?? Letztlich sind wir total depri davongezogen… lg Mari

    • Hallo Mari,
      leider ist der Wien Besuch schon 3 Jahre her und ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, wo die Dose war. Ich glaube, sie war magnetisch an der Treppe befestigt, also nicht am Globus selbst.
      Einen Cache nicht zu finden, ist immer blöd… 😉
      Happy hunting und viele Grüße von Christine

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